Studie "Konsumpotenzial-Index 2009": Deutsche trotz Krise reisefreudig – vor allem im eigenen Land

Köln - Die Wirtschaftskrise hat den Deutschen nicht die Reiselust genommen: Mehr als ein Drittel (22 Mio.) beabsichtigt, in den kommenden Monaten eine Urlaubsreise zu buchen. Davon profitieren könnte vor allem das Reiseland Deutschland. Die Bundesrepublik zählt mit Abstand zu den beliebtesten Reisezielen (38 Prozent), gefolgt von Italien (15 Prozent) und Österreich (14 Prozent). Weitere begehrte europäische Urlaubsziele sind in diesem Jahr Frankreich (zwölf Prozent), Griechenland (elf Prozent) sowie die Inselgruppen der Kanaren (elf Prozent) und Balearen (zehn Prozent). Dies zeigt der aktuelle "Konsumpotenzial-Index 2009" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics.

1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren wurden hierfür im April repräsentativ zu ihren Reiseplänen sowie zu ihren generellen Kaufabsichten in einzelnen Verbrauchermärkten und Produktsegmenten befragt. Die geplanten Reiseausgaben belaufen sich demnach auf ein Gesamtvolumen von 28,6 Mrd. Euro. Gleichwohl will aber ein Teil der Bundesbürger (37 Prozent) bei unregelmäßigen Ausgaben wie Urlaub auch sparen.

Knapp jeder zweite Urlauber (47 Prozent) will seine bevorstehende Reise individuell (ohne Reiseanbieter) planen, 36 Prozent bevorzugen hingegen Pauschalreisen. Ganz oben auf der Urlaubshitliste stehen Badeurlaube (46 Prozent); mit Abstand folgen Städtereisen (27 Prozent) und Wellness-Urlaube (18 Prozent). Für Sprach- oder Kulturreisen und Wanderurlaube interessieren sich jeweils etwas mehr als zehn Prozent der Deutschen. Zu den bevorzugten Reiseanbietern zählen derzeit Neckermann, Thomas Cook, alltours, 1-2-fly und L´TUR. Speziell im Bereich der Clubreisen liegt TUI deutlich an der Spitze der Verbrauchergunst, bei den Kreuzfahrten hat AIDA mit Abstand die Nase vorn.

Im Hinblick auf die geplanten Reiseausgaben zeigt die Studie, dass insgesamt die Hälfte der Bundesbürger maximal 1000 Euro für den geplanten Urlaub ausgeben will, 18 Prozent bleiben unter 500 Euro. 30 Prozent planen ihren Urlaub mit einem Budget zwischen 1000 und 2000 Euro; 13 Prozent haben sogar zwischen 2000 und 7500 Euro in ihrer Urlaubskasse. Zu den ausgabefreudigsten Bevölkerungsgruppen zählen die über 60-Jährigen sowie eher Männer als Frauen.

Studienleiterin Imke Stork kommentiert die Ergebnisse: "Die Reise- und Touristikbranche bleibt von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zwar nicht verschont, viele Deutsche lassen sich ihre Urlaubsreise aber auch in diesem Jahr nicht nehmen. Interessant ist die Bevorzugung von deutschen Urlaubsregionen – dies lässt sich durch mögliche Sparabsichten erklären."

Quelle: YouGovPsychonomics

Veröffentlicht am: 15.05.2009

 

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