Studie "Gesundheit und Ernährung": Erhebliche Unterschiede in der gesundheitlichen Verfassung der Europäer

Hamburg - In der gesundheitlichen Verfassung der Europäer gibt es erhebliche Unterschiede. Personen mit gesunder Lebensweise bewegen sich laut der Studie "Gesundheit und Ernährung" von TNS Infratest durchschnittlich 7,79 Stunden in der Woche, während eine eher ungesunde Lebensweise mit nur 1,54 Stunden Bewegung wöchentlich zu Buche schlägt. Mindestens einmal pro Woche essen 40 Prozent der Befragten mit einer gesunden Lebensweise Bioprodukte und 20 Prozent der Befragten mit einer eher ungesunden Lebensweise. Durchschnittlich führen 57 Prozent der sieben beteiligten Länder eine eher ungesunde Lebensweise gegenüber 43 Prozent mit einer eher gesunden Lebensweise.

Der Studie zufolge leiden Männer häufiger an Übergewicht als Frauen und haben mit zunehmendem Alter mit einer höheren Gewichtszunahme zu kämpfen. Italiener sind am häufigsten der Überzeugung, dass ihre derzeitige Ernährung ihrer Gesundheit förderlich ist, während Russen, Deutsche und Briten meinen, ihre Ernährung sei nicht besonders förderlich für die eigene Gesundheit.

Ein Großteil der befragten Europäer (72 Prozent) glaubt, auf sein Gewicht bzw. seine Ernährung achten zu müssen. Mehr als die Hälfte der Europäer (67 Prozent), insbesondere die Deutschen (73 Prozent), versuchen derzeit abzunehmen. Um diese Gewichtsabnahme zu erreichen werden von Spaniern, Franzosen und Italienern am häufigsten Medikamente zur Gewichtsreduktion verwendet. In Deutschland achten 28 Prozent auf eine kalorienarme Ernährung. Nur ganz Wenige wollen bewusst zunehmen, wobei dieser Teil in Frankreich und Russland bei über zehn Prozent liegt.

Bei der Betrachtung der zu sich genommenen Nahrungsmittel zeigen die Ergebnisse, das Personen mit Normal- oder Untergewicht täglich deutlich mehr Gemüse, vegetarische und selbst gekochte Mahlzeiten essen. Personen mit Adipositas dagegen essen mehr Fleisch. Eher ungesunde Gewohnheiten wie das Rauchen sind unter den Befragten mit Normal- oder Untergewicht besonders weit verbreitet, während der Alkoholkonsum sowohl in der oberen als auch in der unteren Body-Mass-Index (BMI)-Kategorie eher gering ist.

Gefragt nach der Kenntnis von Inhaltsstoffen und ihrem Wissen über Gesundheit und Ernährung glauben die Niederländer (90 Prozent) am besten informiert zu sein. In Deutschland halten sich 79 Prozent der Befragten für gut informiert. In allen Ländern gehören Inhaltsstoffe wie Vitamine, Glukose und Omega-3 zu den relativ gut bekannten. Gehärtete Fette, Polyphenole und Stevia belegen im Hinblick auf die Kenntnis dagegen eher die unteren Ränge.

Arztbesucher und Medikamentennutzung

Im Durchschnitt hat offenbar ein Drittel der Europäer im vorangegangenen Monat einen Arzt aufgesucht, in Deutschland sind es sogar 45 Prozent. 35 Prozent der deutschen Befragten haben innerhalb der vorangegangenen sechs Monate einen Arzt aufgesucht. In Deutschland ist die Zahl der Arztbesuche am höchsten.

Die Frage nach der dauerhaften Einnahme von Medikamenten über einen längeren Zeitraum wurde von 45 Prozent der Befragungsteilnehmer in Deutschland bejaht. Für Russland ergab sich hier die geringste Anzahl mit 20 Prozent. Die am häufigsten in den sieben Ländern verwendeten rezeptfreien Medikamente sind Schmerzmittel sowie Erkältungs- oder Grippemittel. In Deutschland stehen hier mit 44 Prozent die Schmerzmittel vor den Erkältungs- oder Grippemitteln (31 Prozent) und Vitaminen mit 25 Prozent. Das Vertrauen in Alternativmedizin ist in Großbritannien (30 Prozent) am geringsten, während die Hälfte der Franzosen uneingeschränktes Vertrauen in die Alternativmedizin hat. In Deutschland haben 52 Prozent Vertrauen in die Alternativmedizin. 48 Prozent haben dagegen keines oder nur geringes Vertrauen. Mit einer durchschnittlichen Nutzung der Alternativmedizin bei 47 Prozent ist die Verbreitung in Frankreich ebenfalls relativ groß. In Spanien ist die Nutzung mit 33 Prozent am geringsten im Ländervergleich.

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten

Normale Zigaretten sind unter Rauchern immer noch am weitesten verbreitet, vor allem in Russland (94 Prozent). An zweiter Stelle stehen selbst gedrehte Zigaretten, die jeweils in den Niederlanden (38 Prozent), Großbritannien (32 Prozent) und Deutschland (27 Prozent) am weitesten verbreitet sind.

Zur Studie: Der Ergebnisband "Gesundheit & Ernährung" konzentriert sich auf die Altersgruppe ab 18 Jahren. Die Studie wurde in der Zeit vom 13. Juli bis 1. August 2010 in den sieben europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Russland und Spanien durchgeführt. Die Zusammensetzung der russischen Stichprobe ist nur für Stadtbewohner mit Internetzugang repräsentativ.

Quelle: TNS Infratest

Veröffentlicht am: 29.03.2011

 

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