Streaming-Plattformen bauen Marktanteile aus

EY Studie

Mediennutzung verlagert sich immer mehr ins Internet. Sowohl für Filme und Serien als auch für Musik suchen Nutzer immer öfter Streaming-Plattformen auf. Diese sichern sich dadurch weitere Marktanteile, die den traditionellen Medien fehlen. Das ergab eine Studie von EY.

Laut den Studienautoren haben Smartphones, Cloudspeicher und günstige Datenverbindungen den Konsum über das Internet begünstigt; das wiederum hat zu einer nachhaltigen Veränderung des Unterhaltungsmarktes geführt. Junge User nutzen weitgehend keine physischen Tonträger und DVDs mehr. Das sorgt für eine Transformation der Unterhaltungsindustrie und bringt den Streaming-Diensten große Wachstumsraten. Die etablierten Anbieter wie Plattenfirmen, Verlagshäuser, TV-Sendeanstalten und Radiostationen verlieren Anteile und müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken.

Umsätze mit Digitalgeschäft und Videoinhalten steigen

Im Jahr 2016 war der Umsatz mit CDs, Vinyl oder DVDs nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie noch höher als der Umsatz mit Streaming. Aber im Vergleich zu 2015 gab es einen Rückgang von 6,7 Prozent. Mit 989 Millionen Euro liegt der Umsatz damit erstmal seit den frühen 80er-Jahren unter der Marke von einer Milliarde Euro.

Das Digitalgeschäft legte im dagegen um 24,2 Prozent auf 604 Millionen Euro zu. Auch die Umsätze mit Videoinhalten (VoD) steigen laut Bitkom seit sieben Jahren. In Deutschland liegt das Volumen bei 800 Millionen Euro. Für 2017 wird ein Wachstum von 18 Prozent auf 945 Millionen Euro prognostiziert.

Musik-Streaming bei Jüngeren Normalität

Wollen die Befragten Musik hören, nutzen auch immer mehr Streamingdienste. 73 Prozent der Bis-20-Jährigen hören Musik fast nur noch online. CD-Player oder Radio kommen nur noch bei 2 Prozent zum Einsatz. Noch recht ausgeglichen ist das Verhältnis, wenn man alle Altersklassen betrachtet. Jeweils ein Viertel der befragten konsumiert Musik nur noch online, ein weiteres Viertel nutzt noch traditionelle Abspielgeräte.  

Lineares Fernsehen oder DVDs werden besonders von jüngeren Verbrauchern immer seltener genutzt. Nur noch 14 Prozent der Teenager sehen noch ausschließlich auf diesem Weg fern. Von den bis 20-Jährigen nutzt mehr als die Hälfte (55 Prozent) für Filme oder Serien meist online Video-on-Demand-Portale (VoD). In der Gruppe der 21- bis 30-Jährigen ist es mehr als jeder Dritte (36 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Anteil bei lediglich 18 Prozent.

Zahlungsbereitschaft für Videoinhalte und Musikdienste

Zwar ist die Zahlungsbereitschaft bei Internetinhalten generell nicht besonders ausgeprägt. Doch bei Video-on-Demand-Angeboten ist die Akzeptanz diesbezüglich schon gut ausgeprägt. Die attraktiven Angebote der Dienste für sehr gute Inhalte dürften dazu ihren Beitrag geleistet haben. Für VoD zahlen bereits 23 Prozent.

Bei Musik gibt es ebenfalls gute Angebote, die Zahlungsbereitschaft ist ähnlich hoch wie bei VoD. Jedoch ist hier auch noch ein werbefinanziertes Gratisangebot von Spotify nutzbar. Dennoch zahlen derzeit bereits 19 Prozent für entsprechende Dienste. In Abos für Nachrichtenseiten oder für eine Zeitung im Internet investieren nur acht Prozent der Befragten.

Führende Anbieter: Spotify und Amazon

Im Bereich Musik ist Spotify besonders beliebt. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten, die Musikstreaming nutzen, greift auf diesen Dienst zu. Auf den Plätzen zwei und drei sind Amazon Music (Marktanteil 21 Prozent) und Apple (Marktanteil elf Prozent). Die Nase vorn hat Amazon hingegen bei den VoD-Angeboten. Amazon Instant Video erreicht einen Marktanteil von 37 Prozent. Ebenfalls noch auf dem Treppchen: Netflix (30 Prozent) und Sky (19 Prozent).

Für die Studie “Streaming-Dienste: Die Zukunft des Medienkonsums ist online“ hat EY im Frühjahr 2017 eine Umfrage unter 1.400 Bürgern durchgeführt.

io

Veröffentlicht am: 08.08.2017

 

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