Start-up-Vorbilder: Musk deutlich vor Jobs, Branson und Bezos

Startup-Report 2019

Welche Vorbilder haben deutsche Start-ups? Einige. Elon Musk gilt unter deutschen Startup-Gründern aber klar als größtes Vorbild. Jeder vierte Gründer nannte in einer Umfrage von Bitkom den Tesla-Chef. Spannende Ergebnisse, die jetzt mit dem "Startup-Report 2019" veröffentlicht wurden.

Elon Musk macht einiges, nicht nur Tesla (Bild: ibreakstock - AdobeStock)
Elon Musk macht einiges, nicht nur Tesla (Bild: ibreakstock - AdobeStock)

Hinter Musk folgen mit Abstand Apple-Gründer Steve Jobs (13 Prozent) und Richard Branson (Virgin, 7 Prozent) und Jeff Bezos (Amazon, 6 Prozent). Gleichauf kommen dahinter SAP-Gründer Hasso Plattner und Microsoft-Gründer Bill Gates (je 3 Prozent). Allerdings geben insgesamt nur 3 von 10 Start-up-Gründern (29 Prozent) an, sich von einem Vorbild inspirieren zu lassen. Das ist ein Ergebnis aus dem jetzt veröffentlichten "Start-up-Report 2019" des Digitalverbands Bitkom, der auf einer Umfrage unter mehr als 300 Start-ups basiert.

"Die Ergebnisse zeigen: Wir brauchen mehr Vorbilder für Gründerinnen und Gründer, die aus Deutschland und Europa kommen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Es gibt hierzulande inzwischen auch eine ganze Reihe erfolgreicher Gründerinnen. Wenn wir wollen, dass vor allem auch mehr Mädchen und junge Frauen sich für Technologie und Tech-Start-ups begeistern, dann müssen wir diesen Gründerinnen noch viel mehr Aufmerksamkeit geben."

Das ist auch dringend notwendig, denn zumindest in der Schule wurden die aktuellen Start-up-Gründer nicht vorbereitet. 8 von 10 Gründern (84 Prozent) geben an, dass in ihrer Schulzeit überhaupt kein Wissen zum Thema Gründen vermittelt wurde. Jeder Zweite (52 Prozent) sagt, dass seine Lehrer dem Thema Gründung und Selbstständigkeit ablehnend gegenüber standen. Jeder Vierte (28 Prozent) gibt an, seine Eltern hätten nicht gewollt, dass er ein Start-up gründet. Berg: "Das Wissen, wie man ein Tech-Start-up oder ein anderes Unternehmen gründet, muss fester Bestandteil der Lehrpläne werden. Und wir müssen die Lehrer auch befähigen, dieses Wissen zu vermitteln."

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Im Schnitt beschäftigt jedes Start-up in Deutschland aktuell 15 Mitarbeiter.
  • Drei Viertel der Start-ups (76 Prozent) wollten in diesem Jahr neue Arbeitsplätze schaffen.
  • Mehr als jedes zweite Start-up (56 Prozent) konnte eine Stelle nicht besetzen, weil es an geeigneten Kandidaten fehlte.
  • Jeder vierte Entwickler (24 Prozent) in deutschen Start-ups hat keine deutsche Staatsbürgerschaft.
  • 8 von 10 Start-ups (79 Prozent) benötigen für die kommenden zwei Jahre frisches Kapital, im Schnitt werden 3,2 Millionen Euro gebraucht. Eine große Mehrheit (81 Prozent) ist aber zuversichtlich, das Kapital einsammeln zu können.
  • Jedes dritte Start-up (32 Prozent) hält einen Börsengang in Zukunft für denkbar.
  • Ein Initial Coin Offering (ICO) ist für mehr als jedes siebte Start-up (16 Prozent) eine Option.
  • Jeder zweite Gründer (50 Prozent) sagt, dass sich in den vergangenen zwei Jahren die Situation für Start-ups in Deutschland verbessert hat. Vor einem Jahr waren es mit 59 Prozent noch deutlich mehr. Und nur noch 39 Prozent (2018: 44 Prozent) geben an, dass sich die Situation ihres eigenen Start-ups in diesem Zeitraum verbessert hat.
  • Aktuell setzen bereits 4 von 10 Start-ups (39 Prozent) in Deutschland Künstliche Intelligenz ein, ähnlich viele (38 Prozent) planen oder diskutieren den Einsatz der Technologie.
  • 8 von 10 Start-ups (80 Prozent) beklagen, dass sich die deutsche Politik in Detailfragen verzettelt und dadurch bei großen Zukunftsthemen wie KI den Anschluss an die Weltspitze verpasst.
  • Im Schnitt pitchen Start-up-Gründer 121 mal im Jahr vor Investoren oder potenziellen Kunden und Geschäftspartnern sowie Preisjurys.

Zur Studie: Grundlage der Angaben ist eine Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 321 IT- und Internet-Start-ups in Deutschland befragt.

Veröffentlicht am: 13.12.2019

 

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