So verändert COVID-19 das Verbraucherverhalten

Digital Life Index-Report von Publicis Sapient

Mit Veröffentlichung des ersten Digital Life Index-Reports, will Publicis Sapient veränderte Verbraucheraktivitäten und Konsumgewohnheiten sowie die Mediennutzung der Konsumenten seit der Corona-Krise identifizieren. Die Studie liefert Ergebnisse zur derzeitigen Verwendungsart digitaler Kanäle und zu Zukunftsaussichten kontaktloser Bezahlmöglichkeiten.

Kontaktloses Bezahlen wird immer beliebter (PhotoMIX-Company – Pixabay)

Digitalen Transformation steigt exponenziell in unserem Alltag (PhotoMIX-Company – Pixabay).

COVID-19 habe das Tempo der digitalen Transformation und die Etablierung von Technologien in unserem Alltag exponentiell beschleunigt. Die digitalen Kanäle ermöglichten den Menschen gemeinsame Erlebnisse trotz Kontaktbeschränkungen. Die Kreditkarte mit Kontaktlos-Funktion erwies sich als beliebtestes Zahlungsmittel und Gesundheitsfaktor. Ebenso kauften Konsumenten verstärkt online ein, wobei sich ihre Kaufprioritäten und Markentreue aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit wandelten, so erste Ergebnisse des Index-Reports.

Digitale Kanäle im Fokus

Um die fehlenden Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten zu kompensieren, begannen acht der zehn Befragten neue Hobbys und Projekte zuhause. Neben Heimwerken, Kochen und Backen zählten Fitnessübungen zu den beliebtesten Aktivitäten. YouTube dominierte als Kanal der Wahl, egal ob beim Heimgärtnern, für Fitnesstrainings oder Achtsamkeits- und Meditationsanleitungen. Über die Hälfte der neuen Hobbygärtner nutzten YouTube als Quelle für Tipps und Tricks. Mehr als ein Fünftel der Befragten gaben an, neuerdings Achtsamkeit und Meditation zu praktizieren, wobei jeder Zweite dafür auf YouTube zurückgriff. Die Zahl derer, die zuhause Fitnessübungen praktizierten, stieg um das Fünffache. Über die Hälfte von ihnen nutzten YouTube für die Workouts.

Das meiste genutzte Medium der Verbraucher ist YouTube mit 56 Prozent (Bild: Publicis Sapient).

Kontaktloses Bezahlen auf dem Vormarsch

COVID-19 forcierte die Reduzierung physischer Interaktionen. Kontaktloses Bezahlen wurde daher für viele Verbraucher für eine Möglichkeit die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Über zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten nutzten kontaktloses Bezahlen für Einkäufe in physischen Geschäften. Und mehr als ein Drittel (39 Prozent) der Probanden gaben an, dass sie sich fast immer für kontaktloses Bezahlen entscheiden würden, wenn dies angeboten würde. Fast die Hälfte (46 Prozent) zog kontaktloses Bezahlen per Kreditkarte alternativen Methoden wie Apple oder Google Pay vor. Die Möglichkeit, kontaktlos zu bezahlen, zählt für fast zwei Drittel (61 Prozent) der Befragten zu den drei wichtigsten Kriterien bei der Wahl ihres Lebensmittelhändlers.

Kontaktlose Technologien werden die Zukunft prägen, denn sie bieten sicherere Interaktionsmöglichkeiten (Bild: Publicis Sapient).

Veränderte Einkaufsgewohnheiten

Während der COVID-19-Krise nahmen die Online-Shopping-Aktivitäten der Verbraucher weltweit zu. In den vergangenen drei Monaten kauften fast drei Viertel der Befragten (71 Prozent) mehr online ein als gewöhnlich. So gut wie jeder Proband nannte mindestens eine Produktkategorie, die er mit Vorliebe online bestellte. Spitzenreiter waren Bekleidung, Schuhe oder Accessoires (59 Prozent), gefolgt von Haushaltswaren (52 Prozent) und Elektronik (49 Prozent). Die Online-Shopping-Möglichkeiten des Lebensmittelhandels nahmen um mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten erstmals in Anspruch. Jeder zweite von ihnen gab an, dies auch künftig stärker tun zu wollen.

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Bei Artikeln des täglichen Bedarfs wie Bekleidung und Heimwerker-/DIY-Bedarf ließen Sonderangebote und Rabattaktionen die Befragten zu neuen Marken greifen, wohingegen sie sich mit diskretionären Ausgaben und größeren Anschaffungen zurückhielten.

Telemedizin und Videosprechstunde

Medizinische Beratungen und Behandlungen per Videosprechstunde wurden in der Corona-Krise für viele zur Alternative, allerdings eher aus Notwendigkeit als aus Überzeugung. Über die Hälfte (56 Prozent) der Patienten gaben an, in den vergangenen drei Monaten erstmals telemedizinische Leistungen in Anspruch genommen zu haben. Es gibt jedoch einige Themen, die Patienten nicht über digitale Kanäle diskutieren wollen, so die Ergebnisse der Studie.

mvw

Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Befragte Zielgruppe Querschnitt der Bevölkerung des jeweiligen Landes (entsprechend der Volkszählungsdaten)
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? Online-Panel
Stichprobengröße 3.000 Personen
Feldzeit 18. bis 25. Juni
Länder USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Singapur
Veröffentlicht am: 05.08.2020

 

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