Sicherheitsbedürfnisse dominieren

Ipsos-Studie

Wenn man die Deutschen danach fragt, was sie mit dem Begriff "Wohlstand" verbinden, ergibt sich ein unerwartet heterogenes Bild. Nicht nur der aktuelle Kontostand ist ein Kriterium, auch das persönliche Glück und die Meinungsfreiheit werden genannt. Ipsos hat es genauer untersucht und jetzt den "Nationalen WohlstandsIndex für Deutschland" veröffentlicht.

Ein warmer Schal, ein Hund und mit Freunden trinken  - das ist Wohlstand!  (Bild: 5688709 - Pixabay)
Ein warmer Schal, ein Hund und mit Freunden trinken - das ist Wohlstand! (Bild: 5688709 - Pixabay)

Ohne finanzielle Sorgen leben zu können, ist danach für 78 Prozent der Bundesbürger aktuell die Grundvoraussetzung dafür, im Wohlstand zu leben. Damit einhergehend setzt Wohlstand sichere Einkommen und Arbeitsplätze voraus. 68 Prozent der Deutschen verbinden mit Wohlstand die Möglichkeit, sich materielle Wünsche erfüllen zu können. Neben diesen ökonomischen bestimmen auch persönliche Faktoren das Wohlstandsdenken. Persönliche Gesundheit (65 Prozent) und persönliches Glück (57 Prozent) sind weitere wichtige Bedingungen für den Wohlstand eines Menschen. Ökologische Aspekte dagegen prägen das Wohlstandsempfinden kaum. 

Öko-Aspekte wenig relevant für Wohlstandsbegriff

Für deutlich weniger Deutsche muss Wohlstand direkt mit gesellschaftlichen Aspekten wie Meinungsfreiheit (42 Prozent), friedliches Miteinander (41 Prozent) oder Toleranz in der Welt (26 Prozent) einhergehen. Auch ökologische Bedingungen werden weiterhin kaum mit Wohlstand in Verbindung gebracht. Ebenso sind nur 28 Prozent der Meinung, dass ein Mensch nur dann in Wohlstand leben kann, wenn die Welt um ihn herum gut mit der Natur umgeht. 

Der Ipsos NAWI-D  erfasst im zweiten Schritt, inwieweit die Faktoren, die aus Sicht des einzelnen Bürgers zutreffen müssen, um in Wohlstand zu leben, tatsächlich für den Einzelnen erfüllt sind. "Wir ermitteln aus den jeweiligen Faktoren Indizes für vier Wohlstandsdimensionen, das sind der ökonomische, der individuelle, der gesellschaftliche und der ökologische Wohlstand und schließlich bilden wir den NAWI-D, den Index für den Gesamtwohlstand in Deutschland", so Hans-Peter Drews von Ipsos Observer. In der aktuellen Erhebung misst Ipsos für 50 Prozent der Deutschen ein hohes, für 36 Prozent ein mittleres und für 14 Prozent ein niedriges Wohlstandsniveau (NAWI-D). Der Index für den Gesamtwohlstand ist gegenüber der ersten Erhebung im Juni 2012 um acht Prozentpunkte gestiegen. Die Indizes der einzelnen Wohlstandsdimensionen haben sich dabei unterschiedlich entwickelt. Der ökonomische Wohlstand ist mit 10 Prozentpunkten am stärksten gestiegen. Es folgen der individuelle (plus 8 Prozentpunkte) vor dem gesellschaftlichen (plus 5 Prozentpunkte) und dem Schlusslicht, dem ökologischen Wohlstand (plus 3 Prozentpunkte).

Wohnort für die Deutschen sehr wichtig

Für etwa jeden zweiten Deutschen (51 Prozent) bedeutet Wohlstand auch, dort zu leben, wo man es möchte. Im Juni 2012 waren es dagegen nur 36 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, wie bedeutend die richtige Wohnung am richtigen Platz für die Deutschen ist. Viele Deutsche konnten sich offenbar diesbezüglich ihre Wünsche erfüllen. So stimmen aktuell 56 Prozent der Aussage "ich lebe dort, wo ich es möchte " voll zu. Im Juni 2012 waren es noch 45 Prozent. Trotz stetig steigender Mieten und Kaufpreise scheint sich dieser Wunsch für die Mehrheit der Deutschen erfüllt zu haben.

Zur Studie: Der "Nationale WohlstandsIndex" wird von Ipsos seit 2012 vierteljährlich in Zusammenarbeit mit Zukunftsforscher Professor Opaschowski erhoben. Zur Methode: Ipsos Capibus Computer Assisted Personal Interviewing im Haushalt des Befragten, Zufallsauswahl der Haushalte und Befragungspersonen. Die Stichprobe betrug 2.000 Personen ab 14 Jahren.

Veröffentlicht am: 08.05.2019

 

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