Generation Lockdown: Folgeschäden und Lösungswegen aus der Krise

Studie von september

Der Lockdown geht in die nächste Verlängerung. Besonders leide darunter die Generation der 16- bis 24-Jährigen, man spricht schon von der "Generation Lockdown". Zu den genauen Auswirkungen auf diese Generation hat september eine Studie durchgeführt.

Skypen Handy (Bild: Ben Collins - Unsplash)
Die 16- bis 24-jährigen sind mit die Leidträger des Lockdowns (Bild: Ben Collins - Unsplash)

Anstatt sich und ihr "inneres Kind" auszuleben, tragen gerade die männlichen Jugendlichen nachhaltige Schäden durch die Krise davon. In dem Alter, in dem Menschen am meisten durch ihre Erlebnisse geprägt werden, hat man fast keine; sie können nichts ausprobieren, keine neuen Erfahrungen sammeln, sie leben unter der Käseglocke. Die, die noch zuhause wohnen, werden auf ihre Kinderrolle reduziert. Im Folgenden kurz die Hard Facts:

  • Für knapp 60 Prozent ist "Sorge" die Hauptemotion,
  • Mehr als die Hälfte vermisst das Treffen und Feiern mit Freunden sehr stark,
  • 45 Prozent sehen im Alltag nur wenig, auf das sie sich freuen,
  • Ebenfalls 45 Prozent sind schneller gereizt,
  • 14 Prozent haben jetzt Depressionen, die sie vorher nicht kannten,
  • 57 Prozent gehen davon aus, dass es ihnen nicht besser gehen wird nach der Krise.

Besser gerüstet als andere Generationen

Weil soziale Medien in ihrem Leben eine ohnehin schon große Rolle gespielt haben, halten sie die Verbindung zur Außenwelt dadurch besser als andere. Als Versuche, mit der Situation umzugehen, zeigen sich dabei drei Phänomen: Flucht in die Sozialen Medien, Ablenkung und Konsum. Einrichtung und saisonale Deko, bislang eher Domäne der Eltern, ist nun der neue Hype. 

Neu ist die Erkenntnis, dass die Sozialen Medien nicht mehr als Ventil taugen und darüber keine echten Verbindungen aufgebaut werden können. Dafür wertschätzt die Generation echte Freunde und die Familie mehr und geht mit sich selbst achtsamer um (54 Prozent). Die Fokussierung auf den "inner circle" führt gleichzeitig zu einem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis und weniger Risikofreude, so ist z.B. die Berufsperspektive des öffentlichen Dienstes wieder attraktiv, das "innere Kind" ist vorsichtig.

Markus Küppers, Geschäftsführer september Strategie & Forschung, zu den Ergebnissen der Studie:

"Wenn die Generation Lockdown pessimistisch und risikoscheu wird, gibt es Gegenmittel: Der junge Mensch braucht die Perspektive sein 'inneres Kind' ausleben zu können, zu feiern, über die Stränge zu schlagen"

Role Models, die zeigen, dass sich das Durchhalten auszahle und dass die Krise auch eine Chance für jeden darstellen, seien jetzt gefragt. Die Generation Lockdown müsse darin bestärkt werden, wie keine andere Generation, dass sie für die Zeit nach der Pandemie bestens gerüstet seien – keiner kennt digitale Kommunikation so gut wie sie und hat seine Krisenfestigkeit schon in jungen Jahren unter Beweis stellen dürfen. Der Wert von Verbindungen, die in der Krise Stabilität geboten haben, wie Familie, Freunde und sogar Marken, sei in der Zeit danach unbezahlbar, so Küppers weiter.

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Methodik

Erhebungsmethode Befragung und Tiefeninterviews
Befragte Zielgruppe 16- bis 24-jährige
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? keine Angaben
Stichprobengröße 1.000
Feldzeit keine Angaben
Land keine Angaben

/pj

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