Rückkehr zu qualitativer face-to-face Forschung?

Quotapoint & GIM

Am 18. März hatte Quotapoint die letzten face-to-face-Interviews geführt, dann war dies wegen Corona nicht mehr möglich. Nachdem das Unternehmen ein umfassendes Sicherheits- und Hygienekonzept umgesetzt hat, welches anwaltlich geprüft und "abgenommen" wurde, konnten nun am 29. und 30. April in Kooperation mit GIM erstmals fünf jeweils einstündige "Pilotinterviews" in den Räumlichkeiten von Quotapoint in Köln durchgeführt werden. Geht es damit endlich wieder los in der face-to-face Forschung?

Eins steht fest: Face-to-face-Interviews werden in Zukunft etwas anders ablaufen, als vor Corona. (Symbolbild: Pixabay)
Eins steht fest: Face-to-face-Interviews werden in Zukunft etwas anders ablaufen, als vor Corona. (Symbolbild: Pixabay)

Mit der Kooperationsinitiative mit GIM meldet sich Quotapoint nach sechs Wochen reiner qualitativer Online-Forschung zurück mit dem Angebot, Qual Studien wieder persönlich durchzuführen. Ziel der Testinterviews war es herauszufinden, in welchem methodischen und organisatorischen Rahmen persönliche qualitative Forschung wieder möglich ist, bzw. wie Probanden mit dem "corona-konformen" Forschungssetting umgehen.

Wichtigstes Ergebnis der Testinterviews: aus Sicht der teilnehmenden Probanden sind persönliche IDIs problemlos wieder möglich. Die TeilnehmerInnen fühlten sich weder durch Plexiglaswände ("Spuckschutz") noch durch Einhaltung von Abstandsregeln gestört. Insgesamt wurde die Interviewsituation nicht als unnatürlich wahrgenommen. Das meldet die GIM in einer aktuellen Pressemitteilung.

Als problematisch wird hingegen der Einsatz von Schutzmasken empfunden. Die direkte, interpersonelle Kommunikation mit dem Interviewer wird nach Ansicht aller Probanden dadurch erheblich gestört. Unter anderem wurde als Hindernis genannt, dass Mimik und Gestik gegenseitig so gut wie nicht "decodiert" werden kann.

Mit Blick auf mögliche Gruppendiskussionen herrschte ebenso Einigkeit unter den Testpersonen: grundsätzlich seien diese auch möglich, jedoch sind hier die Erwartungen an Sicherheitsvorkehrungen und Vorab-Briefing durch das Institut höher. Mit entsprechendem Spuckschutz, Sicherheitsabständen und Einhaltung aller Hygienemaßnahmen sind Gruppen bis zu fünf Personen aus Sicht der Probanden denkbar (und konform mit den geltenden behördlichen Vorgaben).

Quotapoint Geschäftsführerin Stefanie Abele zieht folgendes Fazit: "Wir sind froh darüber, dass unsere Testprobanden so gut mit dem corona-konformen Setting zurechtkamen. Und ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir unseren Kunden nach Umsetzung aufwändiger Maßnahmen in unseren Facilities wieder weitgehende Forschungsleistunden anbieten können."

GIM-Geschäftsführer Stephan Teuber ergänzt: "Seriöse, face-to-face Qual Forschung ist wieder möglich! Das ist ein wichtiges, positives Signal für unsere Branche. Besonders gefreut hat mich zu sehen, wie motiviert die Probanden waren, um an unserem kleinen ‚Experiment‘ teilzunehmen: Es geht endlich wieder los! Die Menschen sind froh, wieder über andere Themen zu sprechen, als die Pandemie – das war der übereinstimmende Tenor."    

gu

Veröffentlicht am: 04.05.2020

 

Kommentare (2)

  1. Edward Appleton am 11.05.2020
    Always great to see the remarkable power of small numbers. Why ask more people when 5 will do....
  2. Christian Thunig am 04.05.2020
    Das ist wirklich eine schöne Nachricht liebe GIMs!

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