RoX 2018 – "Digitale Vielfalt"

Bericht aus Wien, Bilderstrecke

Diese Woche fand in Wien die RoX - Return on eXperience - statt. Welche spannenden Themenschwerpunkte angesprochen wurden und wie die Besucher die Konferenz bewerten, lesen Sie hier.

RoX 2018

Auch dieses Jahr kamen die Besucher der alljährlichen Konferenz für User Experience, Experience Design und Experience Management namens RoX (Return on eXperience), die in Wien vom 5. bis 8. November 2018 stattfand, auf ihre Kosten.

Der Kongress fand wie gewohnt in den innovativen Räumlichkeiten von Microsoft statt und wurde diesmal von USECON und Capgemini präsentiert. Das diesjährige Motto lautete "Digitale Vielfalt" und thematisierte das Wechselspiel von Digitalisierung und User Experience.

Hier geht es zur Fotostrecke der RoX

Am 5. und 7. November gab es die Möglichkeit an Workshops zu diesen Themen teilzunehmen. Am 8. November wurde zu einem Konferenzprogramm mit nationalen und internationalen Keynotespeakern aus Industrie und Wissenschaft geladen.

Der Konferenztag weckte die Begeisterung der Besucher gleich am Beginn. Nach einer spannenden Opening Remark von Markus Murtinger, Director Consulting, Sales und Marketing der Usecon, erörterte Christian Neumann, Head of Group Digital Business (Mayr-Melnhof Karton AG), die Umsetzung eines Projektes gemeinsam mit Usecon in der Praxis. Dabei verdeutlichte er, dass der B-to-C Bereich dem B-to-B Bereich in punkto Digitalisierung um einiges voraus ist und es höchste Zeit ist, dass auch der B-to-B Bereich die Umsetzung von Digitalisierung forciert. Als Beispiel dafür erklärte er, dass Amazon zukünftig Lieferungen innerhalb einer Stunde anstrebt und Dominos Pizzen innerhalb von 20 Minuten liefert, aber 40 Prozent der Angebote im B-to-B Bereich mehr als fünf Tage Erstellungszeit benötigen. Die Mayr-Melnhof Karton AG setzte sich daher vor einigen Jahren ebenfalls das Ziel, Geschäftsprozesse in Sekundenschnelle abzuwickeln und etablierte aufgrund dessen eine neue Plattform mit Unterstützung von Usecon.

Die Basis für die Umsetzung solcher Projekte ist jedoch, dass diese von allen Individuen im Unternehmen mitgetragen wird. Diese These wurde von den verschiedenen Vortragenden immer wieder bestätigt. Hellmuth Leinfellner, Teamlead Xperience Design (Capgemini) betonte sogar, dass die Kultur die größte Hürde für digitale Transformation ist. Mitarbeiter müssen daher ermutigt werden, neue Herausforderungen anzunehmen.

Die Einbindung von Mitarbeitern in die Entwicklung von Innovationen wird auch in der Raiffeisen Bank International gelegt. Pia Neubert, Innovationsmanagerin des Unternehmens erklärte, dass innerhalb des Konzerns sogenannte Intrapreneurship Teams gegründet wurden, die die Vorteile von großen Unternehmen und Start Ups vereinen. Sie entwickeln neue Ideen und Lösungen für die Zukunft der RBI-Gruppe und pitchen diese. Die Motivation der Mitarbeiter ist laut Pia Neubert enorm, da diese das Gefühl haben, wirklich etwas bewirken zu können und sich dadurch auch Gehör in oberster Instanz verschaffen.

Ein weiteres spannendes Thema auf der Konferenz war Prototyping. Christian Bechinie Senior Experience Designer und Co Team Lead Experience Design (USECON) zeigte anhand seines Vortrags Beispiele für einfach umsetzbare Möglichkeiten für Prototyping, die jedoch große Wirkung haben können. Er präsentierte einen Prototyp für ein Selbstbedienungs-Terminal, das anhand von Spanplatten und Legosteinen konstruiert wurde.

Dass mit Digitalisierung in Zeiten von Big Data auch achtsam umgegangen werden muss, war ebenfalls Gegenstand der Konferenz. Spannende Anwendungsmöglichkeiten für die Messung und Verwendung von gesammelten, elektronischen Daten schilderte Martin Stern, Digitalisierungs- & Projektmanager (SK Rapid GmbH). Er erklärte, dass Fußballvereine biometrische Daten ihrer Spieler sammeln und diese sehr wertvoll für den Verkauf der Spieler an andere Vereine sein können. Diese Datensammlung beginnt schon bei Nachwuchsspieler und könnte zukünftig zu einem der wichtigsten Entscheidungskriterien für die Zukunft von Spielern werden.

Solange erhobene Daten nicht missbräuchlich, sondern sinnvoll eingesetzt werden, ergeben sich tolle Chancen für Unternehmen. Viele Firmen verstehen allerdings laut Meinung von Ulrike Kretzer, Senior Experience Consultant (USECON) noch nicht, wie sie die Daten in User Experience umsetzen können. Als Beispiel nannte sie Mobilfunkanbieter. Diese verfügen neben den Vertragsdaten, Feedbackdaten auch über Daten zur Handynutzung. Anhand dieser Daten gäbe es genügend Potential, auf die Bedürfnisse der Kunden noch individueller einzugehen. Usecon bietet für die Sammlung und Analyse dieser Daten spezielle User Experience Dashboards.

Fazit der Konferenz: Die RoX 2018 verdeutlichte, dass Daten das neue Gold von User Experience sind und lieferte dazu zahlreiche Denkanstöße für das Publikum, das wie jedes Jahr sehr begeistert war.

marktforschung.de befragte Teilnehmer und Vortragende auf der RoX 2018, welche Eindrücke Sie von der diesjährigen Messe mitgenommen haben

Richard Fischer (Österreichische Beamtenversicherung)

"User Experience ist in aller Munde, allerdings scheitert es teilweise noch an der Umsetzung in Unternehmen. Dieser Kongress ist gut, um die Relevanz der Umsetzung zu verdeutlichen."

Kelly Scheidel (bwin)

"Der Kongress ist sehr informativ und auch die Organisation ist perfekt. Die Location ist optimal für das Thema User Experience. Noch dazu ist es toll, dass der Eintritt kostenfrei ist."

Alen Batas (Sudhaus 7 (B-Factor)

"Die Themen sind sehr vielfältig. Sie reichen von Fußball, über Lego bis hin zum Industriesektor. Die dahinterliegenden Theorien werden verständlich erklärt. Auch Laien werden durch die tollen Präsentationen in den Bann gezogen."

Mario Hailing (Allianz Technology)

 

"Ich bin jedes Jahr da und schätze, dass sich bei der RoX Menschen mit gleichen Interessen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen treffen. Der Austausch mit anderen Besuchern ist daher sehr sehr bereichernd. Zudem liefern die Vortragenden immer wieder neue Gedankenanstöße und Inspirationen."

Veröffentlicht am: 09.11.2018

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Bitkom-Studie

Jeder Fünfte hat schon per Messenger Schluss gemacht

Schlussmachen per Messenger kommt oft unerwartet. (Bild: SaraMichilin - fotolia)

15.02.2019 - Es ist einfach und geht ganz schnell. Laut einer Studie von Bitkom hat bereits jeder Fünfte schon per Messenger Schluss gemacht. Dennoch bevorzugen die meisten das persönliche Gespräch, um eine Beziehung zu beenden. weiterlesen

 
Marketagent-Studie

Golden Ager fühlen sich im Schnitt 10 Jahre jünger

Stets auf Tour: Golden Ager (Bild: pasja1000 - pixabay)

15.02.2019 - Österreichs Best Ager fühlen sich im Schnitt zehn Jahre jünger als sie tatsächlich sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Marketagent. Besonders wichtig sind den über 50-Jährigen Gesundheit und körperliche Fitness. weiterlesen

 
Personalie

Oliver Hupp wechselt von GfK zu Ipsos

Oliver Hupp, Ipsos

15.02.2019 - Mit Oliver Hupp ist eine erfahrene Führungskraft der GfK zu Ipsos gewechselt. Dort leitet Hupp seit dem 1. Februar die Service Line Brand Health Tracking. weiterlesen

 
Überarbeitung

ISO 20252: Revidierte Norm veröffenlicht

14.02.2019 - Die für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung international gültige Norm ISO 20252 wurde revidiert. Ab sofort kann die umstrukturierte Norm im Webshop der International Organization for Standardization (ISO) erworben werden. weiterlesen

 
Bitkom-Studie

Mehrheit der Internetnutzer hat Angst vor Cyberkriegen

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung fordern digitale Gegenangriffe bei staatlichen Cyberattacken. (Bild: methodoshop - pixabay)

14.02.2019 - Nach dem Hackerangriff im Winter 2018 auf den Bundestag, wächst die Angst vor einem Cyberangriff in der deutschen Gesellschaft. Laut einer Studie von Bitkom haben mehr als die Hälfte der Internetnutzer Angst davor. weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus