Roboter, Influencer & Donald Trump

Medienspiegel September 2019

Während die Welt darauf schaut, ob Donald Trump unzulässigen Einfluss auf den Wahlkampf genommen hat, redet die Welt des Digital-Marketings auch über Einfluss: Über die so genannten Influencer, die heute den Werbemarkt regieren. Und: Der erste Roboterhund für die Industrie ist gelb und langsam.

von Thomas Lindemann

Was bringen Influencer wirklich fürs Marketing?

Die klassischen Zeitschriften und Zeitungen sterben langsam vor sich hin und ihre letzten Leserinnen und Leser sind offensichtlich bereit, auf E-Paper umzusteigen. Umso mehr flammt eine Debatte auf, die Marketing und Marktforschung schon lange beschäftigt: Die um die Influencer. Dass sie den Journalismus nicht ersetzen können, zeigt schon ihr miserables Image. Der Druck, zu regulieren, wird derzeit auch immer höher: Instagram hat diesen Monat alles verbannt, was mit Diäten oder Schönheitsoperationen zu tun hat. In Berlin fand nun eine Konferenz zum Thema statt, die "Inreach 2019". Die großen Thesen lauten heute: Influencer erreichen viele junge Menschen, aber die Zielgruppe ab 45 kaum noch. Und: Der große Boom ist vorbei, weil die Zweifel an dem Dschungel dieser Form von Marketing immer größer werden.

Hier finden Sie einen Überblicksartikel von Juni 2019, der immer noch viel geteilt und zitiert wird.

Der erste Hunderoboter geht in Serie

"Wann bekommen wir endlich ein Haustier?" Diese Debatten mit den Kindern könnten bald ein unheimliches Ende finden: Der erste Roboterhund ist auf dem Markt. Damit sind aber nicht diese kleinen Plüschtiere gemeint, die mit dem Schwanz wackeln können. Der "Spot Robot" von Boston Dynamics sieht eher aus wie ein Staubsauger mit Beinen. Und in Wirklichkeit ist er auch gar nicht für die Familie oder das Wohnzimmer gedacht. Das Gerät soll etwa auf Baustellen in Rohre krabbeln, Gasleitungen testen oder bei extremen Temperaturen kleine Gegenstände transportieren. Der "Spot" läuft etwa 6 km/h langsam und eine Batterie hält 90 Minuten. Es sollen 1000 Stück auf den weltweiten Markt kommen, zunächst wurden aber nur 20 an ausgewählte Kunden verkauft. Trotzdem: Der erste frei laufende Industrieroboter ist in Serie. Er ist gelb.

Fehler im System: Technik, die nicht begeistert

Das Phänomen der "Glitches", der kleinen Fehler und Pannen in Computersystemen, ist wahrlich nicht auf diesen Herbst beschränkt. Aber im gerade auslaufenden Monat war erstaunlich viel davon zu hören. Und das passt zu den aktuell wachsenden Zweifeln an der Technologie. Ein Tesla S 85 der Polizei in Fremont in Kalifornien blieb während einer Verfolgungsjagd liegen, weil er nicht korrekt aufgeladen war.

Und daran, dass Mitte des Monats in mehreren Hollywood-Studios die Produktion urplötzlich stillstand, war Google schuld. Ein Update des Browsers Chrome enthielt einen Fehler, der das Mac-OS-Dateisystem korrumpiert. Und genau die Hochleistungsrechner, auf denen in der Traumfabrik Filme geschnitten werden, waren davon besonders betroffen. Den Fehler überhaupt nur zu finden, hat mehrere Tage gedauert.

Der Sportmarkt wächst – und erlebt Konzentration

Wer das Gefühl hat, dass derzeit ein gewisser Fitness- und Outdoor-Trend die Menschen gepackt hat, irrt sich nicht: Jedenfalls sehen die Zahlen im Sportmarkt gut aus. Die Schweiz bezifferte das Wachstum gerade auf 1,5 Prozent, und dabei ist das Umsatzwunder Fahrrad gar nicht mitgerechnet.

Adidas hat nun allerdings die App "Runtastic", mit der Läufer ihre Erfolge messen und vergleichen können, in den Konzern integriert. Bisher wurde das Angebot von einem unabhängig agierenden Startup gesteuert. Der Sportkonzern kaufte es vor vier Jahren für spektakuläre 220 Millionen Euro, mischte sich danach aber kaum ein. Damit ist jetzt Schluss. Das Angebot wird enger an Adidas gebunden, der Name taucht nur noch in Konstruktionen wie "Adidas Training by Runtastic" auf. Viele Sportler ärgerten sich, als Teile der Runtastic-Angebote einfach verschwanden.

Die Welt der Videospiele ringt weiter um das Thema Regulierung

Ende August ging in Köln die Messe "GamesCom" zuende und vermeldete schon wieder einen Besucherzuwachs. Der Videospielmarkt ist gigantisch und längst wichtiger als Kino oder Fernsehen, besonders für das jüngere Publikum. Dort genau liegt aber auch ein Problem: Wirklich wasserdicht funktionierender Jugendschutz ist kaum vorhanden.

Im September feierte die "Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle USK" ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt in Berlin. Neben den etwas aussagelosen Politikerreden ging es auf der Bühne vor allem um zwei Probleme: Die Regelungen greifen bei Online-Spielen nicht richtig. Und international muss auch noch viel angeglichen werden.

Kurz danach nahm sich die Stiftung Warentest die unter Kindern beliebtesten Spiele vor und ging mit einer Hiobsbotschaft an die Öffentlichkeit: Alles nicht geeignet für junge Menschen. 14 Spiele wurden untersucht, 13 fielen durch – darunter "Subway Surfers" oder "Brawl Stars". Also Apps, die bei Kindern hoch beliebt sind. Zuviel Werbung, zuviel Abzocke durch die so genannten In-App-Käufe, also "inakzeptabel", so das Urteil.

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