Regionale Unterschiede in der Einstellung zum Muttertag

Hamburg – Wie wichtig ist den jungen Deutschen eigentlich noch der Muttertag? Hat er überhaupt noch eine Bedeutung und wenn ja, welche? Das Stimmungs- und Meinungsbild in der Alterskohorte der 14- bis 39-Jährigen ist eindeutig: Mehrheitlich wird der Anlass weder als rein kommerzielles Event, der Einzel- und Blumenhändler (wie z.B. am Valentinstag) bereichern soll, noch als unliebsame Pflicht wahrgenommen. Vielmehr haben die meisten ein ehrliches Interesse ihren Müttern etwas Gutes zu tun und diese berechtigterweise zu ehren. Und dies vor allem mit einem üppigen, zu erstem frühsommerlichen Wetter mit blühenden Beeten passenden, Blumenstrauß bzw. Blumengesteck. Dies zeigt eine Umfrage von appinio.

Die Einstellung gegenüber dem Muttertag entpuppte sich generell als positiv konnotiert und aufrichtig. Rund die Hälfte der Befragten (51,2%) sieht den Muttertag als eine nette Gelegenheit an, ihre Mutter zu ehren. Als berechtigten Ehrentag sehen ihn etwas mehr als ein Drittel der Befragten (35,8%). Im Gegensatz dazu nimmt zwar in etwa jeder Fünfte den Muttertag als unnötigen Kommerz wahr und rund 16% halten ihn sogar lediglich für einen Tag wie jeden anderen. Des Weiteren erachten Frauen diesen Ehrentag deutlich häufiger als legitim und weniger als lästige Pflicht. Generell wird dieses Empfinden vor allem in Sachsen und Thüringen geteilt. Dort finden lediglich knappe 4% den Muttertag als lästige Verpflichtung sondern vielmehr als nette Gelegenheit seine Mutter zu ehren (ca. 65%).

Geschlechtsspezifische und regionale Unterschiede  

Bei der Frage nach der Wichtigkeit des Muttertags ergab sich über die gesamte Stichprobe eine durchaus ausgeglichene Tendenz. Rund 55% der Befragten finden ihn wichtig bis sehr wichtig. Geschlechtsspezifisch ändert sich dieses Verhältnis bei Männern auf 50/50 und bei Frauen auf 60/40. Nicht wirklich überraschend ist den Frauen der Muttertag wichtiger, jedoch besonders wichtig ist der Muttertag generell den Befragten aus Sachsen und Thüringen und vor allem den hiesigen Frauen. Dort finden knapp 70% der Frauen den Muttertag wichtig bis sehr wichtig. Ebenfalls ein erhöhter Wert ergab sich bei den Frauen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (ca. 67%), Baden-Württemberg (mit ca. 65%) und Berlin (ca. 63%). Dort scheint der Muttertag ebenfalls wichtiger wahrgenommen zu werden, als andernorts. Vergleichsweise weniger wichtig erscheint der Muttertag den Befragten aus dem Norden Deutschlands (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). 

Blumen als Klassiker der Muttertagsgeschenke

Blumen sind der absolute Klassiker, wenn es um Geschenke zum Muttertag geht. Rund 40% der Befragten schenken ihrer Mutter bevorzugt einen Strauß Blumen, gefolgt von Pralinen/Süßigkeiten, die von etwa 13% verschenkt werden. Weniger beliebt scheinen dagegen nicht kommerzielle Geschenke wie etwas Selbstgebasteltes (nur ca. 8%) oder ein Gutschein für Arbeiten im Haushalt (ca. 2%). In etwa jeder Achte der Befragten hält überhaupt nicht viel von Muttertagsgeschenken und schenkt nichts. Wohingegen etwas mehr als zwei Drittel der Befragten (ca. 66,5%), die Blumen verschenken, zwischen 10€ und 20€ ausgeben. Entsprechend handelt es sich auch nicht nur um kleine Aufmerksamkeiten, sondern um richtige Sträuße und/oder Gestecke. Im Mai als Blütenmonat und dem klassischen Verständnis, dass Blumen grundsätzlich Gefallen finden, zeigen die jungen Deutschen hier ein gutes Gespür.

Rund 81% der Befragten geben für ihr Geschenk bis zu 20€ aus. Die Blumenhändler dürften sich also auf Bestellungen üppiger Sträuße freuen. Bei bis zu 50€ scheint eine Grenze für Geschenke zum Muttertag zu liegen, denn nur ca. 2% der Befragten geben mehr aus. Die Ausgabebereitschaft in Baden-Württemberg, Bayern, sowie Sachsen und Thüringen ist am größten. In Bayern, Sachsen und Thüringen geben jeweils 21% zwischen 25€ und 50€ aus, in Baden-Württemberg sind es sogar 22%. Gleichzeitig zeigt sich in Bayern auch mit rund 7% der kleinste Wert für eine Ausgabebereitschaft von 0€. Im Nord-Osten Deutschlands (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt) geben dagegen etwa 57% der Befragten lediglich bis zu 10€ aus.

Geschlechtsspezifische und regionale Unterschiede im Schenkverhalten

Frauen basteln viel lieber als Männer und schenken ihren Müttern häufiger etwas Selbstgebasteltes (11,2% zu 4,6%). Diese Tendenz, dass Frauen im Gegensatz zu Männern eher zu einem nicht materiellen Geschenk (etwas Selbstgebasteltem oder einem Gutschein für Arbeiten im Haushalt) neigen, als zu Parfum, Schmuck oder Produkt-Gutscheinen (kommerzielle Geschenke) bestätigt sich über das gesamte Sample, denn Männer schenken zu etwa 7% etwas nicht Materielles, während Frauen auf einen Wert von ca. 14% kommen. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zeigt sich das kommerziellste Schenkverhalten, während in Bayern die nicht kommerziellen Geschenke gegensätzlich rund 16% ausmachen. Gleichermaßen leben in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Männer, die am wenigsten nicht materielle Geschenke bevorzugen (Männer schenken dort nur zu ca. 3% nicht materielle Geschenke). Berlin hingegen beheimatet diejenigen Frauen, welche am wenigsten materiell schenken (nur knapp über 5% schenken etwas Materielles). 

Zur Studie: Anlässlich des Muttertags am 10. Mai 2015 haben die Forscher von appinio eine Studie über die Einstellung, Geschenkwahl und Ausgabebereitschaft der jungen Deutschen durchgeführt. Dafür wurden 3.695 Deutsche (1.849 Männer und 1.846 Frauen) aus allen Bundesländern online befragt.

ah

Veröffentlicht am: 08.05.2015

 

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