Regionale Produkte im Trend

Ipsos-Handelsmarkenmonitor

Produkte, die nicht vom anderen Ende der Welt herantransportiert werden, sondern direkt aus der Region der Kunden stammen, sind beliebt wie nie. Aber sind Verbraucher auch bereit, mehr dafür auszugeben? Ipsos hat die Einstellungen der Konsumenten untersucht.

Besonders Frauen teilen die Auffassung, dass es mehr Eigenmarken aus der Heimatregion geben sollte. (Bild: TeroVesalainen - pixabay)
Besonders Frauen teilen die Auffassung, dass es mehr Eigenmarken aus der Heimatregion geben sollte. (Bild: TeroVesalainen - pixabay)


Produkte aus der Heimat sind bei deutschen Verbrauchern gefragter denn je. Und auch bei Handelsmarken scheint der Markt für regional produzierte Artikel längst noch nicht gesättigt zu sein: Die Mehrheit der Konsumenten (69 Prozent) wünscht sich, in Zukunft noch mehr "Regio-Produkte" vorzufinden.

Bei weiblichen Verbrauchern ist der Wunsch nach mehr regionalen Produkten besonders stark ausgeprägt: Laut des aktuellen Handelsmarkenmonitors teilen fast drei Viertel der befragten Frauen (74 Prozent) die Auffassung, dass es mehr Eigenmarken geben sollte, die in der jeweiligen Heimatregion hergestellt werden. Der Handelsmarkenmonitor wird jährlich von Ipsos und der Lebensmittel Zeitung erhoben .   

Konsumenten fordern eine nachhaltige Produktion von Eigenmarken

Ein weiterer Faktor, der für die Käufer von Handelsmarkenprodukten besonders wichtig zu sein scheint, ist die Art und Weise der Herstellung: Die große Mehrzahl der deutschen Verbraucher (72 Prozent) ist der Meinung, dass Händler bei ihren Eigenmarken auf eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Herstellung achten sollten. Damit liegt der diesjährige Zustimmungswert deutlich über den Ergebnissen der Vorjahre (2016: 64 Prozent, 2017: 67 Prozent).

Regional und nachhaltig ja, aber bitte nicht zu teuer

Die Regionalität und Nachhaltigkeit von Eigenmarken wird zwar allgemein als immer wichtiger erachtet, sollte aus Verbrauchersicht aber dennoch nicht zu Preissteigerungen führen. Nicht einmal jeder Zweite (47 Prozent) würde für Handelsmarkenprodukte aus sozial und ökologisch verantwortungsvoller Herstellung mehr Geld bezahlen. Bei Artikeln mit regionalem Bezug ist die Bereitschaft sogar noch geringer: Weniger als vier von zehn Befragten (38 Prozent) zeigen sich willens, für ein Handelsmarkenprodukt, das in der Heimatregion hergestellt wurde, auch etwas mehr auszugeben.

Unter jungen Konsumenten im Alter zwischen 18-39 Jahren sowie Personen mit einem höheren Einkommen ist der Anteil der Zahlungswilligen besonders hoch. Ältere (60+) und männliche Verbraucher zeigen sich hingegen deutlich zurückhaltender und sind seltener dazu bereit, eine Preiserhöhung für regionale und nachhaltig produzierte Produkte in Kauf zu nehmen.

Methode:
Die Ergebnisse stammen aus einer Kooperationsstudie von Ipsos und der Lebensmittel Zeitung. Der Handelsmarkenmonitor wird seit 2015 jährlich erhoben und erfasst die Wahrnehmungen und Einstellungen von deutschen Verbrauchern zu Handels- und Herstellermarken. 2018 wurden für die nationalrepräsentative Studie 1.000 haushaltsführende Personen ab 18 Jahren befragt. Die Online-Umfrage wurde zwischen dem 2. und 9. Februar 2018 durchgeführt.

Veröffentlicht am: 06.09.2018

 

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