Quarterlife Crisis – Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen sind betroffen

Studie von smart insights

Die Midlife-Crisis ist für viele ein Begriff – aber Quarterlife-Crisis? Dabei handelt es sich um eine unterschätzte Persönlichkeitskrise, die sich durch Sorgen und Ängste äußert und bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren auftreten kann. Eine Studie von smart insights beschäftigt sich mit Ursachen und Folgen der Quarterlife-Crisis.

47 Prozent der Befragten zwischen 20 und 30 Jahren sind nach eigener Aussage von der Quarterlife Crisis betroffen (Bild: Anna Shvet - Pexels)

Die Studie von smart insights zeigt, dass 47 Prozent der Befragten im Alter von 20 bis 30 Jahren an einer Quarterlife-Crisis leiden. Dabei handelt es sich nicht um eine kurzzeitige Phase, sondern sie dauert bei einem guten Drittel mehr als zwei Jahre an. Ziel der Studie von smart insights war es, die Relevanz und Auswirkungen der Quarterlife-Crisis auf das Berufsleben aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber*innen abzuleiten, um Betroffenen zu helfen. Dazu wurden deutschlandweit mehr als 1.000 Teilnehmer*innen im Alter von 20 bis 35 Jahren befragt.

Zukunftsängste als Auslöser

Die Quarterlife-Crisis hängt mit dem Beruf und der Zukunft zusammen. Zu den Hauptauslösern gehören:

  • Die Angst, keinen passenden Beruf zu finden
  • Unkenntnis über die eigenen Ziele im Leben
  • Verunsicherung durch die vielen beruflichen Möglichkeiten.

37 Prozent der Betroffenen geben an, dass diese Ängste und Sorgen auch Auswirkungen auf ihren Beruf haben. Während 54 Prozent der Befragten die Krise "aussitzen", ziehen 46 Prozent daraus resultierend berufliche Konsequenzen. Zum Beispiel

  • wechseln 37 Prozent in eine andere Branche,
  • 19 Prozent verändern etwas am Arbeitsplatz
  • 17 Prozent wechseln innerhalb der eigenen Branche und
  • 13 Prozent nehmen sich eine Auszeit.

Auszug aus der Infografik von smart insights zur Quarterlife Crisis-Studie (Quelle: smart insights)

Wenig Kommunikation zum Arbeitgeber

Zu den Hauptanlaufstellen in einer solchen Krise zählen Freunde, Familie und Partner*in. Gerade mal 5 Prozent kommunizieren das auch an ihre*n Vorgesetzte*n. Dabei helfen Betroffenen oftmals kleine Maßnahmen wie die Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder die Möglichkeit einer Auszeit. Ein Grund dafür ist zum einen fehlendes Vertrauen, aber auch die Angst vor negativen Konsequenzen. Dies ist allerdings eine "verpasste Chance", denn 77 Prozent derjenigen, die das Gespräch mit den Arbeitgeber*innen gesucht haben, empfanden dieses als positiv und hilfreich. 37 Prozent wünschen sich von Seiten der Arbeitgeber*innen mehr Empathie, weniger Druck sowie Lob und Anerkennung.

Handlungsempfehlungen von smart insights für Arbeitgeber*innen (Quelle: smart insights)

cb

Methodik

Erhebungsmethode Quantitative Online-Befragung
Befragte Zielgruppe Personen im Alter von 20 bis 35 Jahren
Erhebungszeitraum 27. Juli bis 9. August 2020
Stichprobengröße n=1.006
Land Deutschland
Veröffentlicht am: 23.10.2020

 

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