Premiere in Dresden

Eröffnung der #GOR16

Wer skeptisch war, ob die Marktforschungsbranche den für Viele doch recht weiten Weg nach Dresden auf sich nehmen würde, war sicher überrascht, denn schon zur Eröffnung der Konferenz war der Saal in der Dresden University of Applied Sciences gut besucht. Insgesamt 280 Anmeldungen kann die GOR verbuchen.

Die GOR16 in Dresden ist gestartet (Bild: marktforschung.de)

Die GOR16 in Dresden ist gestartet (Bild: marktforschung.de)

Dr. Otto Hellwig von der DGOF begrüßte zur morgendlichen Stunde und brachte in wenigen Worten die aktuellen Herausforderungen der Branche auf den Punkt. Wichtig sei für diese, sich der eigenen Stärke bewusst zu sein. Marktforscher müssten immer Geschichten erzählen und sollten die Daten nicht für sich selbst sprechen lassen. Er rief die Konferenzteilnehmer dazu auf, jede einzelne Minute der zweitägigen GOR zu nutzen, um sich auszutauschen und inspirieren zu lassen.

Nach den einleitenden Begrüßungsworten von Professor Dr. Lutz Hagen vom lokalen Partner der GOR, der TU Dresden, führte Cathleen Stützer, Programm Chair der GOR, kurz in das Konferenzprogramm ein. Dieses ist wie es schon zur guten alten Tradition gehört in vier Tracks eingeteilt: Online Research Methodology, Data Science for Policy and Business, Science 2.0 & Open Science, Angewandte Online-Forschung.

GOR16: Auftakt in Bildern

Wen interessiert die Wahrheit, wenn die Geschichte stark genug ist?

Es folgte die Keynote von Vincent F. Hendricks, Professor des Center for Information and Bubble Studies der Universität von Kopenhagen. Unter dem schlichten Titel "Online Bubbles" referierte der unkonventionelle Keynote-Speaker ausdrucksstark über Bubbles, die ähnlich den ökonomischen Blasen an der Börse, in unterschiedlicher Ausprägung für Aufheben im Netz sorgen. Als Bubbles bezeichnet er Informationsgebilde im Internet. Jede Äußerung im Netz sei eine Art Investment, egal ob ein Like vergeben oder ein Status oder Selfie gepostet wird. Diese Meinungsgebilde oder Informationsblasen entwickelten dann eine vergleichbare Dynamik wie zum Beispiel die Dotcom-Blase. Die Bubbles seien mit dem weißen Hai vergleichbar, so seine Quintessenz.

Ein aktuelles Beispiel solch eines Hypes im Internet brachte er aus seiner Heimat Dänemark mit: Dort ist ein Teenager, der als einzige Qualifikation eine gewisse Ähnlichkeit mit Justin Bieber aufweisen kann, äußerst erfolgreich auf Instagram. Er schart tausende Follower um sich, sogar sein Hund verfügt mittlerweile sowohl über ein eigenes Profil als auch über zahlreiche Fans. Während diese Form einer Bubble vergleichbar harmlos daherkommt, wird es heikel, wenn Politik und Meinungsbildung im Fokus einer Bubble stehen. Die Eigendynamik solcher Blasen sei kaum aufzuhalten oder wie es Vincent F. Hendricks auf den Punkt bringt: Wen interessiert die Wahrheit, wenn die Geschichte stark genug ist.

Nach dieser fulminanten Eröffnung der GOR kann man nur gespannt sein, welche Inspirationen etwa Sessions mit dem Thema Gamification oder Social Media in Academic Research zu bieten haben.

dr

Veröffentlicht am: 03.03.2016

 

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