Petra Personal macht Online-Forschung

7. Research plus Rheinland

Petra Personal macht Online-Forschung: am 21.04. fand die 7. Research plus Rheinland statt (Foto: marktforschung.de)
Petra Personal macht Online-Forschung: am 21.04. fand die 7. Research plus Rheinland statt (Foto: marktforschung.de)

Köln – Gut drei Jahre ist sie mittlerweile her, die Premiere der DGOF-Veranstaltungsreihe "Research plus" in Köln. Nach erfolgreichem Auftakt in der Domstadt hat das Event längst seinen Weg in diverse andere Städte der Republik gefunden – so zuletzt am vergangenen Donnerstag nach Hamburg, bevor es dann Morgen nach München geht. Gestern nun fand die Research plus Rheinland an gewohnter Stelle in der Kölner Bar "Die Wohngemeinschaft" statt – immerhin schon zum siebten Mal. Und wie es sich für ein zünftiges Event in einer WG gehört: die Bude war voll.

Online-Forschung kann jeder?

Den Reigen der Impulsvorträge eröffnete Telekom Deutschland-Marktforscher Marco Ottawa. Unter dem Titel "Online-Forschung kann doch jeder, oder?" zeichnete er in einem launigen Vortrag nach, was alles passieren kann, wenn "Petra Personal" – stellvertretend stehend für eine Mitarbeiterin der Personalabteilung eines großen Konzerns – auf Anweisung ihrer Vorgesetzten eine Online-Umfrage machen möchte. Mit leicht satirischem Einschlag und selbst gezeichneten Illustrationen schilderte Ottawa die Fallstricke im Alltag von betrieblichen Marktforschern – und zeigte damit auf, warum eben doch nicht jeder Online-Forschung kann.

Fotostrecke: Wer kann Online-Forschung?

Second Screen: Medienforschung mit mobiler Meinungsplattform

"Realtime Response mit I love MyMedia", so lautete der Titel des folgenden Vortrags von Sandra Vitt, Werbewirkungsforscherin bei IP Deutschland. "I love MyMedia" ist der Name einer mobilen Meinungsplattform, mit der IP Deutschland als Vermarkter der Angebote der RTL-Mediengruppe Nutzerverhalten und -Meinungen beispielsweise während des TV-Konsums erheben kann. Vitts Vortrag machte schnell deutlich, wie vielfältig die Möglichkeiten der Datenerhebung via Second Screen sein können – erst recht, wenn beispielsweise die Rekrutierung von Panelisten über das eigene reichweitenstarke Medienangebot erfolgen kann – zeigte aber auch die Herausforderungen, die bei technischen Anforderungen nicht aufhören, sondern schnell auch Fragestellungen aus den Bereichen Datenschutz und Ethik tangieren. So mag manch einer im Publikum geschluckt haben bei Gedankenspielen zur akustischen Erfassung des laufenden TV-Programms via Smartphone.

Finanz- und Versicherungsmarktforschung über Online Communities

Wie man mit innovativen Forschungsansätzen auch bei schwierigen Themen wie Finanz- und Versicherungsprodukten marktforscherisch erfolgreich sein kann, erörterte abschließend Dr. Stephan Groll von MSR Consulting. "Online Communities in der qualitativen Marktforschung: Erhöhung der situativen Validität von Customer Journey Untersuchungen im Finanzdienstleistungsbereich", so der konsequent sperrige Titel seines Vortrags. Weit weniger sperrig waren die darin vorgestellten Ideen: so wurden beispielsweise Mitglieder von Online Communities aufgefordert, Bilder von Touchpoints aus dem Finanz- und Versicherungssektor zu posten und diese zu kommentieren. Eine bemerkenswerte Erkenntnis: nicht jeder traut sich in die Zweigstelle einer Versicherung – weil "man ja gar nicht weiß, wie man sich dort verhalten muss".

Raum für Ideen

Das Vortragsprogramm sei aufgebaut wie ein Fragebogen – vom Allgemeinen ins Detail, hatte DGOF-Vorstand Dr. Otto Hellwig bei der gestrigen Begrüßung gesagt. Egal, ob Metaperspektive oder Detailfragen aus der Praxis – gemein war allen Vortragenden die Beschäftigung mit spezifischen (Marktforschungs-) Problemen und deren Lösung. Und die Fragestellungen sind und bleiben vielfältig – sei es methodisch, technisch, politisch oder gar ethisch. Genug Raum also für neue Ideen, genug Anlass für weitere "Research plus" (auch wenn der Name nicht im Plural funktioniert).

cl

Veröffentlicht am: 22.04.2015

 

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