Personalberatern geht es gut

BDU-Zukunftskongress für Personalberater und HR-Experten

Etwas gedämpfer als im Vorjahr, aber immer noch optimistisch. So schätzt die Branche der Personalberater für das Gesamtjahr 2019 ihre Geschäftsentwicklung ein. Das ist eines der Ergebnisse der BDU-Branchenstudie "Personalberatung 2019". Die Ergebnisse präsentierte der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater auf dem 21. Deutschen Personalberatertag auf dem Petersberg bei Bonn. Unsere Redaktion war vor Ort.

BDU-Kongress: Vorträge im großen Saal des Grandhotels auf dem Petersberg (Bild: Strobel/SNFV)
BDU-Kongress: Vorträge im großen Saal des Grandhotels auf dem Petersberg (Bild: Strobel/SNFV)

Weitere Ergebnisse der Studie, für die von März bis April 2019 rund 200 Personalberatungen angesprochen wurden: Im Jahr 2018 gab es mehr Vermittlung weiblicher Kandidaten (27,5 Prozent nach 26,0 in 2017). Einen kräftigeren Anstieg gab es bei der Besetzungen von Stellen mit klar digitalem Bezug (13,5 nach 11,0 Prozent). Der Umsatz der Personalberatungsbranche kletterte um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das höchste Wachstum verzeichneten 2018 die mittelgroßen Personalberatungsfirmen (plus 8,3 Prozent). Insgesamt wurden 72.000 Positionen (plus 6 Prozent) durch Personalberater besetzt. Das Zieleinkommen aller besetzten Positionen lag bei 160.000 Euro. Einen kräftigen Anstieg gab es bei der Suche nach Interimsmanagern (plus 9 Prozent) und vor allem bei Kandidaten mit einem Alter über 50 Jahren (plus 37,5 Prozent). 

Nichts geht ohne persönlichen Kontakt

Und in welchen Branchen gab es mehr Gesuche als im Vorjahr? Im Maschinenbau (plus 9,6 Prozent), im Bereich Chemie/Pharma (plus 9,6 Prozent) und Handel (plus 8,8 Prozent) gab es die größten Zuwächse. Bei der BDU-Befragung wurde aber auch nach den Top-Trends in der Personalberatung gefragt. Trotz aller Digitalisierung ist der persönliche Kontakt gerade zu hochqualifizierten Kandidaten besonders wichtig, dieser These stimmten starke 99 Prozent der Befragten zu. 87 Prozent sagten, dass die Kandidaten auch als Berufseinsteiger starken Wert auf Teilzeitmodelle legen. Interessant auch das Ergebnis zur Frage, ob Matching-Software die Kandidatenauswahl "deutlich objektiver" mache: Nur 37 Prozent stimmten dieser These zu. Viel Skepsis auch bei der Frage, ob Portale wie Xing, Linkedin oder Google "die größten Wettbewerber für die Personalberater" werden könnten: 67 Prozent stimmten dem nicht zu.

HR-Digitalthemen auf dem Petersberg

Anlass für die Veröffentlichung der Daten war der 21. Deutsche Personalberatertag. Erster Redner auf dem Petersberg war Prof. Armin Trost von der Hochschule Furtwangen, der unter anderem auch für seine harte Kritik an den üblichen jährlichen Feedbackgesprächen bekannt wurde. Er lieferte in einem lebhaften Vortrag eine Übersicht über die Themen Führungsverständnis und -methoden sowie über Chancen für jene Firmen, die über Jahre gepflegten Kulturen und Regelungen auch einmal hinterfragen. Es folgte Stephan Grabmeier, seines Zeichens Chief Innovation Officer bei Kienbaum. Die Überschrift seines Artikel ("Hey Siri: Besetze mir die offene Position. Jetzt!") versprach Spannung, das erfüllte der Vortrag, der mehr eine Übersicht über digitale Modelle im HR-Bereich lieferte, leider nicht ganz. Dennoch brachte der Vortrag eine gute Übersicht darüber, welche Trends anfangen zu laufen und worauf sich die Beraterbranche einstellen kann und muss. Es folgten parallele Programmpunkt, in denen es fast ausnahmslos über digitale Innovationen im Bereich der Personalgewinnung ging. 

BDU-Kongress: Vorträge im großen Saal des Grandhotels auf dem Petersberg (Bild: Strobel/SNFV)
BDU-Kongress: Networking mit Blick auf den Rhein (Bild: Strobel/SNFV)

Der nächste große Termin des BDU: Der Deutsche Beratertag am 15.11.2019 in Frankfurt/Main. Alle weiteren BDU-Termine unter www.bdu.de

Veröffentlicht am: 23.05.2019

 

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