Online-Tracking, Paper-Wissenschaft, Cookie-Kekse

Was sonst noch war

In unserer Kolumne "Was sonst noch war" wollen wir Ihnen ans Herz legen, was die anderen schreiben. Denn manches gerät aus dem Blick – wir fangen es wieder ein mit unserer Presseschau.

© Daniel Ernst

Right on track: Mit einer interaktiven Browser-App verdeutlicht der Sender Arte seinen Zuschauern, wie Trackingdienste im Internet funktionieren – und wie mächtig die Cookie- und Canvas-Serverfarmen inzwischen geworden sind. Während die Videoreportage läuft, kann der User sein Surfverhalten analysieren lassen und erhält in Echtzeit einen Einblick, wie tief er bereits im Trackingnetz gefangen ist. Die Episodenübersicht der bisher erschienenen Ausgaben ist spannend und erschreckend zugleich.

Big Data muss angewandt sein, um nicht als Buzzword zu enden. Ganz so machen es bereits viele Analysefirmen und konzentrieren sich dabei auf den Bereich Personalmanagement. Wann ein Mitarbeiter voraussichtlich kündigen wird, lässt sich beispielsweise bestens prognostizieren – vorausgesetzt, man verfügt über die nötigen Daten. Kerstin Dämon von der "Wirtschaftswoche" hat Anwendungsfelder von Echtzeit-Verhaltensanalyse zusammengetragen.

Wie lange hat eine Firma noch zu leben? Wird sie in die Insolvenz gehen, aufgekauft oder an der Börse ihr Glück versuchen? Eine aufwändige Studie hat große Datenmengen gesichtet, um der Antwort näher zu kommen. Wieso die Analyse von vielen Experten kritisch gesehen wird, hat Holger Dambeck für "Spiegel Online" erfragt: "Die Analyse fußt auf der Datenbank Compustat der Ratingagentur Standard & Poor's und umfasst Informationen über 25.000 börsennotierte Unternehmen in den USA aus dem Zeitraum 1950 bis 2009."

Wie funktionieren Konsumenten-Milieustudien? Einen sehr anschaulich-kompakten Beitrag dazu liefert der Bayrische Rundfunk. Im Bericht wird ein aktuelles Forschungsprojekt von FOM-Professor Oliver Gansser als Beispiel aufgeführt.

Der Pharmamarkt ist in Bewegung. Heimlich, still und leise hat sich eine Fusionswelle auf dem Pillenmarkt entwickelt, von der vor allem die "Hidden Champions" profitieren. "Bemerkenswert ist, dass die Fusionswelle und der Wandel des Produktsortiments zu neuen Geschäftsmodellen geführt haben", hat Sergio Aiolfi für die NZZ bereits im März analysiert. "Die Konglomerate alten Zuschnitts sind zwar nicht in Auflösung begriffen, haben in jüngerer Zeit aber zum Teil deutliche Redimensionierungen erfahren."

Ich habe Freunde, die sind an Elite-Universitäten gewesen. Bedauernswerte Gestalten, denn meistens ging es in ihren Unterhaltungen (außer Headhunting) darum, ob sie als Erst- oder Zweitautor genannt werden, und wann endlich dieser eine Aufsatz veröffentlicht wird, der sie ganz groß rausbringen wird. Um die sinnlose Inszenierung von Wissenschaft ging es in der jüngsten Ausgabe des 3sat-Magazins Scobel. Ab Minute 43 fasst ein Beitrag das Problem in treffende Worte: "Weit nach oben kommt, wer viele Projekte vorweisen kann, mit denen sich Forschungsgelder eintreiben lassen. Das zweite Kriterium ist der wissenschaftliche Output: Exzellent ist jemand, der möglichst viele Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften auflisten kann."

Was ist 11 Gramm schwer, schwarz-weiß gestreift und hat 53 Kalorien? Denken Sie jetzt nicht an Haribo, da liegen Sie falsch. Natürlich geht es um Kekse. Aber keine deutsch-trockenen Leibnizdinger, sondern amerikanisch-fettige Oreos. Warum die kleinen Kalorienbomben die deutsche Konkurrenz momentan ziemlich auf Trab halten, hat Max Zimmermann für "Welt Online" herausgefunden: "Ein Blick auf die Absatzzahlen genügt. Laut Zahlen der Marktforscher von Information Resources hat die Nachfrage nach Cookies zuletzt stark angezogen. So stieg der Absatz dieser Produktkategorie seit 2011 um 18 Prozent an." 

Ein schönes Wochenende wünscht
Nils Glück, marktforschung.de

Übrigens: Meistgeklickter Link von vergangener Woche war das Kicker-Interview über Conjointanalysen von GIM.

Veröffentlicht am: 24.04.2015

 

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