Österreich: FPÖ-Wähler befürworten Social Scoring am ehesten

INTEGRAL-Studie

In China wird das so genannte Social Scoring bereits angewandt - ein Programm, das "gutes" Verhalten von Bürgern mit positiven Punkten belohnt und "schlechtes" Verhalten nicht. Was denken Europäer von diesem Programm? Das hat INTEGRAL in Österreich herausgefunden.

Wer darf ins Ausland? Social Scoring verteilt Punkte an Menschen (Bild: Skórzewiak - fotolia)
Wer darf ins Ausland? Social Scoring verteilt Punkte an Menschen (Bild: Skórzewiak - fotolia)

Mit Social Scoring sollen in China Anreize für ein "gutes" gesellschaftliches Verhalten gegeben werden: "Gutes" Verhalten soll mit positiven Punkten belohnt werden, "schlechtes" Benehmen nicht. Die "gut" bewerteten Chinesen erhalten zum Beispiel Kredite und Bonuszahlungen, die "schlecht" Bewerteten können zum Beispiel keine Flugtickets kaufen. 

Jeder Fünfte findet ein Überwachungssystem gut 

Das Beispiel Chinas wird in der österreichischen Bevölkerung sehr kritisch gesehen. Lediglich ein Fünftel findet das System des Social Scoring, bei dem das Verhalten der Menschen bewertet und belohnt oder bestraft wird, gut. Sehr gut findet es mit drei Prozent praktisch niemand. 18 Prozent halten es für eher gut. Besonders ablehnend reagieren Frauen und Personen über 50 Jahre sowie Höhergebildete. Dagegen lassen sich die deutlichsten Befürworter nach Parteipräferenz eindeutig unter den FPÖ-Wählern festmachen.

Persönlich würde man Vorteile erwarten, für die Gesellschaft aber Nachteile

Mehr als jeder zweite Befragte (54 Prozent) hält das eigene Verhalten für so belohnenswert, dass er für sich persönlich Vorteile in diesem System sieht. Am stärksten sind davon Personen mit Matura überzeugt. Nur 20 Prozent würden persönliche Nachteile erwarten. Deutlich kritischer urteilen hier die Deutschen, wie ein Vergleich mit einer parallel durchgeführten Studie des SINUSInstituts in Kooperation mit YouGov zeigt: Bei unseren Nachbarn erwarten nur halb so viele Befragte persönliche Vorteile.

Für die Gesellschaft sieht man dagegen mehr Nachteile als Vorteile in Social Scoring. Nur 17 Prozent halten eine solche soziale Kontrolle für vorteilhaft. Dem stehen 42 Prozent gegenüber, die eine solche Bewertung als nachteilig ansehen. 

Zur Studie: INTEGRAL befragte online im Januar 2019 insgesamt 500 Personen in Österreich zwischen 16 und 69 Jahren.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

GOR 20

DGOF verlängert Einreichfrist für die Konferenztracks

14.11.2019 - Die Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung (DGOF) hat die Einreichfrist für die Konferenztracks der General Online Research GOR 20 bis Montag, 18. November 2019 23.59 Uhr verlängert. weiterlesen

 
Studie von Global Savings Group

Black Friday-Woche in Deutschland erfolgreicher als in den USA und UK

14.11.2019 - Eine besondere Form der US-Importe: Neben Halloween hält auch der Black Friday immer mehr Einzug im Denken der Deutschen. Die Global Savings Group hat das Phänomen untersucht und zeigt sich in einer Meldung selbst überrascht: Die deutsche Black Friday-Woche beschert dem... weiterlesen

 
Auszeichnung

quantilope mit "Deloitte Technology Fast 50" ausgezeichnet

14.11.2019 - Der Technology Fast 50 Award ist eine feste und etablierte Auszeichnung in der Technologie-Branche. Mit dem Award zeichnet Deloitte sehr schnell wachsende Technologieunternehmen aus. Das Softwareunternehmen quantilope stieg nun mit seiner "Agile Insights Software"... weiterlesen

 
Auswertung von vergleich.org

Jugendsprache: Cringe, Habibi und Alman auf dem Treppchen

Lustige Jugendliche mit Wortfavoriten (Bild: New Africa - AdobeStock)

13.11.2019 - Das Portal vergleich.org hat 20 von Langenscheidt für das 'Jugendwort des Jahres' 2019 nominierten Begriffe mithilfe von SEO-Tools ausgewertet. Eine bemerkenswerte Liste zum Schmunzeln. weiterlesen

 
Personalie

PRS IN VIVO ernennt Lauren Davitt zur Vizepräsidentin in den USA

13.11.2019 - PRS IN VIVO, ein auf Shopper- und Product Experience-Beratung spezialisiertes Unternehmen der BVA-Gruppe, hat eine neue Vizepräsidentin in den USA. Lauren Davitt betreut das Luxussegment und wird im New Yorker Büro arbeiten. weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus