Österreich: Druck am Arbeitsplatz nimmt zu

Linz/Österreich - Die Österreicher vertreten klar die Meinung, dass sich Leistung lohnen muss. Aber welche Art von Leistung steht dabei im Beruf im Vordergrund? Wovon soll es in erster Linie abhängen, wie viel ein Mensch im Beruf verdient? Auf vier Kriterien sollte es nach Ansicht der österreichischen Bevölkerung ganz besonders ankommen, nämlich auf die körperliche Schwierigkeit der Arbeit (70%), die Verantwortung, die jemand für andere Menschen trägt (65%), die Erfahrung (62%) und das gesundheitliche Risiko, das jemand im Beruf hat (61%). Im Mittelfeld rangieren Aspekte wie geistige Schwierigkeit der Arbeit und das finanzielle Risiko. Die Kreativität, die Flexibilität usw. werden nur von kleinen Teilen der Bevölkerung als besonders wichtig empfunden. Interessanterweise ergibt sich dieses Bild nahezu identisch unter erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Personen. Dies zeigt eine Eigenstudie von IMAS.

Die österreichische Bevölkerung ist somit in der grundsätzlichen Einschätzung sehr einheitlich. Im Trend seit 2010 zeigt sich: Die Bedeutung des finanziellen Risikos nimmt deutlich zu, auch die des Dienstalters und die der Erfahrung. Hingegen sinkt die Bedeutung der Zuverlässigkeit.

In Bezug auf die Belastungen am Arbeitsplatz sind sich die Österreicher sicher: 8 von 10 Österreichern meinen, dass der Druck am Arbeitsplatz zunimmt, nur jeder Zehnte empfindet das Gegenteil. Genau genommen sind es 47 Prozent, die der Aussage, die Belastungen am Arbeitsplatz haben stark zugenommen, voll und ganz zustimmen. Überdurchschnittlich häufig äußern dies Personen zwischen 35 und 59 Jahren, Facharbeiter und einfache Angestellte.

Auf die Frage, ob sich Leistung überhaupt noch auszahle, zeigt sich eine klare Meinungspolarität: Rund 44 Prozent der Bevölkerung stimmen der Aussage „Leistung zahlt sich in Österreich nicht aus“ zu, rund 45 Prozent lehnen diese ab. In den beiden äußeren Skalenbereichen liegt das Verhältnis bei 10 zu 16. Männer, Personen zwischen 35 und 59 Jahren und Menschen mit höherer Bildung äußern häufiger Zweifel an der Leistungsgerechtigkeit.

Jeder zweite Österreicher ist zumindest teilweise der Ansicht, dass junge Menschen nicht mehr so leistungsbereit sind wie vor 20 bis 30 Jahren. Knapp zwei Fünftel würden dieser Behauptung widersprechen. In der sogenannten Top Box zeigt sich ein deutliches Altersgefälle: Je älter desto stärker wird der Rückgang der Leistungsbereitschaft der Jugendlichen empfunden.

Zur Studie: Dieser IMAS REPORT wurde in Zusammenarbeit mit dem Raml und Partner Forum als Eigenstudie des Instituts erstellt. Befragt wurden 1.000 Personen (österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre)im Zeitraum 18. März bis 13. April 2015.

ah

Veröffentlicht am: 30.04.2015

 

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