Nutzung sprachgesteuerter Technologien: Verbrauchern fehlen Informationen zum Datenschutz

J. Walter Thompson Studie

Deutsche Anwender sind bei der Nutzung von Sprachassistenten im internationalen Vergleich zurückhaltend. Sie haben keinen Bedarf an der Personalisierung und verwenden sie vorwiegend für Online-Suche und Fragen. Das ergab eine globale Trendstudie zu sprachgesteuerten Technologien von J. Walter Thompson.

Bislang sind deutsche Verbraucher noch zurückhaltend, wenn es um die Nutzung sprachgesteuerter Technologien geht. (Bild: phaitoon - fotolia.com)
Bislang sind deutsche Verbraucher noch zurückhaltend, wenn es um die Nutzung sprachgesteuerter Technologien geht. (Bild: phaitoon - fotolia.com)

Verbraucher in Deutschland bleiben bei der Nutzung von intelligenten Sprachassistenten skeptisch. Nutzen im internationalen Vergleich 31 Prozent der Befragten Siri, Cortana und Co., sind es in Deutschland lediglich 23 Prozent. Im globalen Vergleich geben doppelt so viele deutsche Verbraucher an, sprachgesteuerte Technologien niemals nutzen zu wollen. Am häufigsten Verwendung finden sie bei Online-Suchen (64 Prozent Prozent) und Fragen (63 Prozent), deren Werte über dem internationalen Durchschnitt rangieren. Die männlichen Nutzer  von sprachgesteuerten Assistenten machen 63 Prozent aus; der Großteil ist zwischen 18 und 34 Jahren alt.

Gründe für Nutzung und Nicht-Nutzung

Deutsche nutzen Sprachkommandos anstatt schriftlicher Anfragen hauptsächlich, weil sie einen schnellen und effizienten Zugang zu Informationen schätzen. Die Effizienz drückt sich auch dadurch aus, dass – wie die Studie ebenfalls zeigt – die Sprachausgabe das Gehirn weniger angestrengt, als die Bedienung über den Bildschirm.

Unzureichende Informationen darüber, was Sprachassistenten im Stande sind zu leisten sowie fehlende Sicherheit in Bezug auf den Umgang mit personenbezogenen Daten sind Gründe für die Nichtnutzung in Deutschland. So könnten sich 43 Prozent vorstellen Sprachassistenten zu nutzen, hätten sie Garantien für den Schutz ihrer Daten.

87 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass sprachgesteuerte Technologien das Leben erheblich erleichtern können, vorausgesetzt sie funktionieren exakt. Das spiegelt eine gewisse Bereitschaft zur Akzeptanz der Helfer von Google, Amazon und Apple wider.

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der global Befragten sind sogar der Meinung, dass Sprachsteuerung den Menschen helfen könne wieder mehr in persönliche Interaktionen zu treten, da man etwa bei der Smartphone-Nutzung so den Blick vom Bildschirm lösen könne.

Überblick über die Sprachassistenten

Bereits 2009 trat Google mit der Sprachsuche in den deutschen Markt ein, 2016 folgten Cortana und Amazon Alexa. Djingo (von Orange) ist seit Anfang 2017 live, Google Home und Allo werden ebenfalls in diesem Jahr den Dienst aufnehmen. Bei deutschen Nutzern ist die Google Search App am beliebtesten, gefolgt von Siri und Google Now bzw. Google Assistant/Cortana.

Zur Studie: "Speak Easy" ist eine globale Trendstudie zum Thema sprachgesteuerte Technologie. Die Studie wurde von der J. Walter Thompson Innovation Group London gemeinsam mit Mindshare Futures durchgeführt und befragte weltweit 6.780 Smartphone-Nutzer. Zusätzlich wurden qualitative Befragungen, Experteninterviews, Sekundärforschung und ein neurowissenschaftliches Experiment ausgewertet.

jvdm

Veröffentlicht am: 23.06.2017

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Bilderstrecke zur Partyreihe WeloveResearch

WeLoveResearch – So feiert die Marktforschungsbranche virtuell

Herbert Höckel, mo'web research, Floss (Bild: mo'web)

17.09.2021 - 18 Monate Pandemie sind auch sieben WeLoveResearch-Partys von Herbert Höckel und mo’web research. Was bei der WdM 2020 seinen Anfang nahm, ist eine Erfolgsgeschichte geworden. Lassen Sie das virtuelle Partyjahr in der Bilderstrecke Revue passieren. Und lesen Sie, warum… weiterlesen

 
Quantilope launcht Produkt für die qualitative Marktforschung

Die Macht der O-Töne – Nach Quanti- jetzt auch Quali-lope

16.09.2021 - Das Hamburger Technologie-Unternehmen quantilope kauft das englische Video-Research-Unternehmen Plotto und erweitert seine Produktpalette um eine Lösung für qualitative Insights. inColor bietet diverse Features, um qualitative Forschungsvideos automatisiert auszuwerten… weiterlesen

 
3. Start-up Online-Pitch

Pitchen Sie um fünftausend Euro Werbeguthaben!

16.09.2021 - Am 24. November geht der Start-up Online-Pitch in die dritte Runde. Bewerben Sie sich mit Ihrem Start-up jetzt und gewinnen Sie ein Werbeguthaben in Höhe von 5.000 Euro! weiterlesen

 
Rückblick auf die GOR21

Nach der GOR ist vor der GOR

DGOF-Vorsitzender Dr. Otto Hellwig von Respondi

15.09.2021 - Die zweite virtuelle GOR liegt hinter der Marktforschungsbranche. Eine Vielzahl von Vorträgen, Poster, zwei interessante Key-Notes, eine Podiumsdiskussion und sogar eine virtuelle Party haben die mehr als 230 Teilnehmenden aus 20 Ländern virtuell vorgefunden. weiterlesen

 
Personalien-/Nachrichtensammlung

Sieben auf einen Streich

James Bond Sean Connery Dr No 1962 60er Film Kino

14.09.2021 - Die Personalien- und Nachrichtensammlung hat diese Woche eine Gemeinsamkeit mit James Bond, denn der Sieben kommt eine entscheidende Rolle zu. So gibt es ganze sieben Meldungen, über die es zu berichten gilt, u. a. über Qualtrics, DVJ Insights und Kantar. weiterlesen

 

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin