NielsenIQ und GfK vereinigen sich zu einem Unternehmen

Fusion zweier Branchenriesen

Die beiden internationalen Marktforschungs- und Data Science-Unternehmen NielsenIQ und GfK haben heute ihren geplanten Zusammenschluss verkündet. Ziel ist es, einen führenden globalen Anbieter von Verbraucher- und Handelsdaten zu bilden. Die bisherigen Shareholder werden bedeutende Anteile behalten.

Lars Nordmark, Interim CEO und CFO der GfK (li.) und Jim Peck, Executive Chairman und CEO von NielsenIQ. (Fotos: Nielsen und GfK)

NielsenIQ und GfK SE fusionieren. Das haben die beiden Unternehmen heute bekanntgegeben. Den Vollzug der Transaktion erwarten die beteiligten Firmen – vorbehaltlich der gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungen – im Laufe dieses oder Anfang kommenden Jahres.

Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung, Informationen zur zukünftigen Unternehmensleitung oder der Name des neuen Unternehmens wurden nicht bekannt gegeben. Fest steht allerdings laut Pressemitteilung: Advent, das NielsenIQ im Jahr 2021 übernommen hatte, wird Mehrheitsgesellschafter des neuen Unternehmens. Aber auch das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) und der Finanzinvestor KKR sollen weiterhin mit bedeutenden Anteilen beteiligt bleiben.

Durch den Zusammenschluss erhoffen sich die Beteiligten neue Möglichkeiten im Bereich der Handels- und Verbraucheranalyse. Mithilfe moderner Cloud-Technologien wolle man Daten und Analyse-Tools so zusammenführen, dass Kunden ein noch umfassenderer Überblick über das Verhalten von Konsumenten über den gesamten Einkaufsvorgangs hinweg geboten werde. Trends seien so frühzeitig erkennbar, was eine schnellere Reaktion auf Bedürfnisse und Erwartungen erlaube.

Lars Nordmark, Interim Chief Executive Officer und Chief Financial Officer von GfK, sagt:

„GfK hat in den vergangenen Jahren erfolgreich eine digitale Transformation zu profitablem und nachhaltigem Wachstum vollzogen... Durch den Zusammenschluss mit NielsenIQ können wir unseren Kunden künftig auf globaler Ebene bessere Entscheidungen ermöglichen. Wir beschleunigen unseren Weg zu einem noch innovativeren Unternehmen und erschließen uns erhebliche neue Wachstumschancen.“

Und Jim Peck, Executive Chairman und Chief Executive Officer von NielsenIQ, kommentiert die Entscheidung so:

„Die Kombination unserer komplementären Fähigkeiten wird uns ermöglichen, wichtige Innovationen für unsere Kunden voranzutreiben und unseren Stakeholdern einen bedeutenden Mehrwert zu bieten. Gemeinsam mit GfK haben wir die Möglichkeit, die Zukunft der globalen Verbraucher- und Handelsanalytik mitzugestalten – eine Zukunft, die schnell, agil und vernetzt ist.“

NielsenIQ mit Sitz in Chicago, USA, ist als internationaler Informationsdienster in über 90 Märkten tätig und deckt nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung ab.  Schwerpunkt liegt auf der Vermessung des globalen Einzelhandels und Verbraucherverhaltens. Die GfK mit Sitz in Nürnberg unterstützt seine Kunden seit 85 Jahren bei Entscheidungsprozessen rund um Verbraucher, Märkte, Marken und Medien. 2021 machte das Unternehmen einen geschätzten Umsatz von 930 Millionen Euro.

Kommentare (2)

  1. Volker Wohlert am 08.07.2022
    Advent International übernimmt einen Großteil von GfK und fusioniert das Geschäft mit NielsenIQ. KKR hat GfK gekauft, LeanManagement gemacht und jetzt die Mehrheit wieder verkauft. Man darf gespannt sein, ob etwas über die Unternehmensanteilsbewertungen bekannt wird. Wenn die Pressemeldungen so liest, könnte man denken, GfK würde nur Handelsanalysen machen. Weite Teile der Leistungen und Produkte von GfK scheinen bei NielsenIQ keine Rolle mehr zu spielen.
    SaaS AI anstatt Peoplebusiness.
  2. Peter Küster am 03.07.2022
    Nichts ist so beständig wie der Wandel. Das scheint der geheime Leitsatz der GfK zu sein.

    Als alter Ex-GfKler bin ich in Gedanken bei meinen Ex-Kollegen in der GfK. Schon wieder eine grundsätzliche Veränderung. Vermutlich verbunden mit enormen Chancen für das Unternehmen. Aber für die emotionale Bindung der Mitarbeiter an ihr Unternehmen m.E. eher kritisch. Ich war stolz, ein GfKler zu sein. Das bezieht sich aber auf eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit vor dem Umzug vom NWR in den Kohlenhof, eine Zeit als man sich noch stolz als GfK-Marktforscher bezeichnen konnte, ohne Zusatz dass man aber eigentlich Data-Scientist ist.

    Alles Gute an die Ex-Kollegen. Ich hoffe, dass ihr diese neue Umwälzung möglichst gut übersteht. Und im besten Fall darin neue Chancen findet.

    VG
    Peter Küster

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