Nielsen wächst auch im zweiten Quartal

Quartalszahlen

Mit einem klaren Umsatzanstieg kann das auf Medienforschung spezialisierte amerikanische Unternehmen Nielsen aufwarten. Damit scheinen die Verluste aufgrund der Corona-Pandemie dennoch nicht kompensiert.

Große Teilnahmebereitschaft an Studio-Tests (Bild: Timon Studler - Unsplash)

Für Nielsen geht es bergauf (Bild: Timon Studler - Unsplash)

von Jörg Stroisch

Auf 861 Millionen US-Dollar und somit um 6,4 Prozent (auf Basis konstanter Währungen: 4,5 Prozent, Vorjahreszeitraum: 811 Millionen US-Dollar) konnte das US-amerikanische Medienforschungsunternehmen Nielsen seinen Umsatz im zweiten Quartal 2021 steigern, wie es in einer Pressemitteilung publizierte. Interessant ist dabei auch: Das erste Quartal fiel für Nielsen mit 863 Millionen US-Dollar (marktforschung.de berichtete) etwas besser aus als das zweite Quartal 2021.

Da im Bericht für 2020 nicht die Zahlen von 2019 genannt wurden - was auch aufgrund der Umstrukturierungen im Zuge der Zerschlagung schwierig war -, ist nicht ganz klar, ob das Plus ausreicht, um die Einbußen durch die Corona-Pandemie wieder wett zu machen. Es scheint aber wenig wahrscheinlich, denn das Gesamtergebnis noch inklusive der abgespalteten Marktforschung sank damals sehr deutlich auf 1,496 Millionen US-Dollar und somit um 8,1 Prozent (2019: 1,628 Millionen US-Dollar).

Die Umsätze werden nicht ja nun mehr in den bisherigen Bereichen Nielsen Global Media und Nielsen Global Connect angezeigt, denn die Aufteilung von Nielsen in zwei Unternehmen ist abgeschlossen. Nielsen Global Connect, welches die Marktforschungsaktivitäten bündelt, wurde an den Investor Advent International verkauft. Die verbleibende Nielsen Global Media fokussiert sich auf die Medienforschung.

Nielsen-CEO David Kenny ist natürlich dennoch voller Zuversicht: "Unsere Quartalsergebnisse zeigen, dass wir unseren strategischen und operativen Wandel fortsetzen, während sich das globale Medienökosystem weiterentwickelt.“

Unternehmensegmente wachsen

Zwar existierten die Segmente „Audio Measurement“ und „Outcomes & Content“ noch nicht in der Präsentation des letzten Jahres. Nielsen liefert aber die dazugehörigen Zahlen fürs letzte Jahr auch in der jetzigen Investoren-Präsentation nach.

Der Bereich „Audience Measurement konnte so seine Umsätze auf 629 Millionen US-Dollar (Vorjahrequartal: 603 Millionen US-Dollar) und somit um 4,3 Prozent steigern. Das gesamte Wachstum sei hier solide gewesen. Der Bereich „Outcomes & Content“ konnte auf 232 Millionen US-Dollar (Vorjahresquartal: 208 Millionen US-Dollar) wachsen, was einem Plus von 11,5 Prozent entspricht. Hier habe sich ein solides Wachstum bei „Content“ und eine Erholung des Sportbereichs ausgewirkt.

Ausblick fürs Jahr 2021 positiv

Für das Gesamtjahr 2021 blickt CEO Kenny positiv in die Zukunft: „Wir sind zuversichtlicher, was unseren Ausblick für das Gesamtjahr angeht.“ Dies spiegele sich auch in der aktualisierten Prognose wider, bei der das Unternehmen das Ziel für die Umsatzsteigerung auf 2,5 bis 3,0 Prozent (zuvor: 2,0 bis 3,0 Prozent) leicht verbessert hatte. „Wir verzeichnen weiterhin gute Vertragsverlängerungen bei bestehenden Kunden, wachsendes Interesse von Neukunden und stetige Fortschritte in unserer globalen Produktentwicklung“, so Kenny.

Die Aktie von Nielsen ist an der New York Stock Exchange gelistet. Bei insgesamt eher schwachem Börsengeschäft verlor die Nielsen-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen dennoch überdurchschnittlich. Sie lag am Ende des Handelstages dort mit einem Kurs je Aktie von 23,64 US-Dollar mit 1,71 Prozent im Minus. Dennoch: Im Vergleich zum Kurs nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen 2020 konnte sich die Aktie klar steigern. Damals notierte sie - noch unter sehr starkem Eindruck der Corona-Pandemie, die arge Kursverluste verursacht hatte, nicht nur bei Nielsen - bei 21,76 US-Dollar.

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