Nielsen verliert an Umsatz und plant Neuausrichtung

Jahreszahlen 2018

von: Jörg Stroisch

Das Jahr 2018 lief für Nielsen umsatzmäßig nicht gut. Und auch die Gerüchte um eine Zerschlagung des Unternehmens bekommen neuen Nährboden: Der neue CEO möchte nämlich eine Restrukturierung durchführen, um dies – neben weiteren möglichen Optionen – in der Zukunft zu ermöglichen.

Nun präsentiert also der "Neue" das erste Mal die Jahresbilanzen: Und Nielsen-CEO David Kenny konnte - in einem generell schwierigen Marktumfeld für die etablierten Marktforschungsunternehmen - auch nur Umsatzrückgänge und auch weniger organisches Wachstum verkünden. So sank der Umsatz um 0,9 Prozent auf 6,515 Milliarden US-Dollar (2017: 6,572 Milliarden US-Dollar; organisches Wachstum: - 0,7 Prozent). Zwar wurde das so in diesem Rahmen erwartet, aber zufriedenstellen kann das sicherlich nicht. Das organische Wachstum bezeichnet dabei das Wachstum, welches ein Unternehmen aus eigener Kraft - also ohne Zukauf weiterer Unternehmen - realisierte.

In einer Pressemitteilung veröffentlichte das Unternehmen seine Bilanzzahlen; Investoren erhielten auch wieder eine ausführliche Präsentation.

Nielsen CEO David Kenny (Bild: IBM)

Durchwachsene Bilanz bei den verschiedenen Segmenten

Nachdem eigentlich das Watch-Segment bei Nielsen, in dem die Medienforschung zusammengefasst ist, 2017 noch ein echter Umsatzbringer war (+11,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016), lässt dieses im vierten Quartal 2018 deutlich nach (-3.5 Prozent auf nun 881 Millionen US-Dollar), was Nielsen auch zum Teil auf den Druck auf die eigenen Kunden durch ein  geändertes Datenschutzumfeld zurückführt. Unterm Strich gibt es aber für das Segment aufs gesamte Jahr 2018 gerechnet weiterhin ein deutliches Plus von 2,3 Prozent auf nun 3,418 Milliarden US-Dollar (2017: 3,341 Milliarden US-Dollar).

Demnach ist auch klar, dass das Buy-Segment, in dem die klassische Konsumentenforschung zusammengefasst ist, weiterhin - das war auch schon 2017 so - eine ziemlich schwache Entwicklung verzeichnet. Und in der Tat: Die Umsätze gingen hier um 4,1 Prozent auf nun 3,097 Milliarden US-Dollar zurück (2017: 3,231 Milliarden US-Dollar).

David Kenny kommentiert: "2018 war ein herausforderndes Jahr."

Umstrukturierung soll helfen

Natürlich - und da ist Nielsen mit Kenny nicht alleine in der Branche - soll eine Transformation in die Zukunft helfen, die Nielsen in eine, "wirklich produkt-getriebene, technologische Organisation" umwandeln soll, "um in der Lage zu sein, schneller, härtere Entscheidungen zu treffen." Diese Strategie soll sich dann bereits 2019 auf eine bessere Gesamtperformance des Unternehmens auswirken. Und damit werde es auch eine Reorganisation in zwei neue Segmente geben: Nielsen Global Media und Nielsen Global Connect, "was die Plattformen und auch die Vision für die Zukunft" besser reflektieren soll.

Aktienkurs ist in der Tendenz deutlich niedriger

Eine ziemliche Talfahrt mussten sich die Aktionäre der Aktie - das Unternehmen ist an der Börse in New York notiert - im vergangenen Jahr gefallen lassen. Notierte sie noch nach der Veröffentlichung der letzten Jahreszahlen 2017 bei etwa 34 US-Dollar, sind es jetzt - selbst nach einem ordentlichen Schub von + 4 Prozent nach Bekanntgabe der Zahlen im Vergleich zum Vortag - 26,37 US-Dollar. Zwar honorierten die Aktionäre anscheinend die realistischen Zahlen - und natürlich auch, dass erneut eine Dividende ausgezahlt wird -, aber Anlass zu Freudensprüngen ist die generelle Entwicklung sicherlich nicht.

Zumindest reagiert Nielsen mit der Neuausrichtung auch auf Forderungen nach einer Zerschlagung des Unternehmens in seine bisherigen beiden Bereiche - Gerüchte machten dazu zur Jahresmitte 2018 die Runde.

Kenny selbst hält das nämlich explizit offen: Die Neuorganisation könne sowohl dazu führen, dass Nielsen weiterhin als Gesamtheit geführt werde, es in zwei separate Unternehmen aufgespalten werde - oder auch komplett verkauft werde. Man wolle hier den besten Weg beschreiten, um den Wert für alle Teilhaber zu maximieren.

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