Nielsen: Schwächerer Umsatz, höherer Gewinn

Quartalszahlen

New York - Der amerikanische Marktforscher Nielsen konnte im ersten Quartal 2015 seinen Umsatz nicht halten. Grund dafür ist wieder der Einfluss der Währungswechselkurse. Unterm Strich hat das Unternehmen seine Gewinne aber wieder deutlich steigern können.

© Oleksiy Mark - Thinkstock
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Für marktforschung.de berichtet Jörg Stroisch

Die "Stetigkeit des Businessmodels", sah der  Nielsen-Chef Mitch Barns auch in den Zahlen für das erste Quartal 2015 bestätigt, rühmte sich mit einer 12-prozentigen Steigerung der Quartalsdividende. Im 35. Quartal hintereinander sei der Umsatz nun bereits gestiegen - wohlgemerkt: nur, wenn man von konstanten Währungsbedingungen ausgeht. Leider ist das somit nur die halbe Wahrheit.

Ordentlicher Gewinn, rückläufiger Umsatz

Denn die Umsätze gingen im ersten Quartal 2015 währungsbereinigt um immerhin 2,1 Prozent (ohne Währungsbereinigung: + 4,4 Prozent) zurück auf nun 1,458 Milliarden US-Dollar (Euro: etwa 1,360 Milliarden). Dennoch muss sich Barns nicht übermäßig Sorgen machen, denn das bereinigte EBITDA – also der operative Gewinn vor Steuern und sonstigen Abgaben, bereinigt um Sondereinflüsse – konnte im ersten Quartal 2015 gesteigert werden. Zwar flaute der Zuwachs auf 1,1 Prozent (ohne Währungsbereinigung: 7,3 Prozent) auf nunmehr 380 Millionen US-Dollar (Euro: etwa 354 Millionen) ab. Aber das bereinigte Nettoeinkommen nach Steuern legte sogar um deutliche 4,8 Prozent (ohne Währungsbereinigung: 14,6 Prozent) auf nunmehr 173 Millionen US-Dollar (Euro: etwa 161 Millionen) zu.

Traditionell sind dabei die Unternehmenssegmente bei Nielsen in die Bereiche "Buy" und "Watch" aufgeteilt. So konnte das Unternehmen im Buy-Segment mit der klassischen Konsumentenforschung seinen Umsatz um 4,7 Prozent (ohne Währungsbereinigung: 5,1 Prozent) auf 798 Millionen US-Dollar (Euro: etwa 744 Millionen) steigern. Besonders betonte hier das Unternehmen die starken Zugewinne in den Wachstumsmärkten (+ 10,2 Prozent).

Die Medienforschungssparte "Watch" konnte um 1,2 Prozent (ohne Währungsbereinigung: 3,6 Prozent) auf 660 Millionen US-Dollar (Euro: etwa 616 Millionen) zulegen.

Weitere Zukäufe

Es ist gut zwei Monate her, dass Nielsen bei der Präsentation seiner Jahreszahlen 2014 erneut seine Strategie ausgab: in Wachstumsmärkte investieren, das Aktienrückkaufprogramm vorantreiben.

Mit dem Kauf des Datenmanagmentspezialisten eXelate, der vor allem die zielgerichtete Steuerung von Werbung ermöglicht, setzt Nielsen so seinen Akquisitionskurs fort. Nach Informationen des "Wallstreet Journal", dass sich in seinen Angaben auf unternehmensnahe Kreise bezieht, ließ sich Nielsen dies Anfang März 200 Millionen US-Dollar (Euro: etwa 187 Millionen) kosten.

Der Aktienkurs des Unternehmens gab nach der Veröffentlichung der Zahlen leicht um 0,15 Prozent nach, ist aber im Monatsüberblick weiter auf Steigerung ausgerichtet. Zwischen etwa 39 und 43 US-Dollar pendelte der Preis je Aktie; am heutigen Tag lag er bei knapp 42,50 US-Dollar.

Veröffentlicht am: 22.04.2015

 

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