Niedrigzinsen: Kaum noch Abschlüsse von Sparprodukten

Ipsos-Studie

Die Niedrigzinsphase, die seit über zehn Jahren anhält, zeigt weiter ihren Einfluss auf das Abschlussverhalten deutscher Haushalte in Bezug auf Finanzprodukte. Das belegen aktuelle Zahlen des Ipsos Finanzmarktpanels.

Das Ersparte wird weiterhin auf dem Girokonto geparkt (Bild: Foxy - pixabay)
Das Ersparte wird weiterhin auf dem Girokonto geparkt (Bild: Foxy - pixabay)

Bis 2008 waren kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld- oder Festgeldkonto noch die Haupttreiber unter den Neu-Anlagen, doch gerade deren Abschlussquote sank bis heute stark: Von neun Prozent in 2008 auf heute zwei Prozent. Die Neugeschäftsquote bei langfristigen Anlagen sank im gleichen Zeitraum von 5 auf 1 Prozent.

Diese Verluste konnten von anderen Bankprodukten nicht aufgefangen werden. Investmentprodukte – die einzige Anlageform mit relevanten Renditen – verloren im Zehnjahresvergleich ebenfalls, allerdings weniger drastisch. Allein beim Ratenkredit stieg die die Abschlussquote von knapp 2 auf rund 3 Prozent.

In der Folge nahm die Neugeschäftsquote bei Banken und Sparkassen auch insgesamt deutlich ab. War es 2008 noch jeder fünfte, so ist es heute nur noch knapp jeder neunte Haushalt, der ein Bankprodukt neu abschließ. Die durchschnittliche Anzahl an existierenden Bankprodukten pro Haushalt sank von 5,8 auf aktuell nur noch 4,9.

Michael Dorsch, Manager des Ipsos Finanzmarktpanels, sieht nicht, dass sich das in der nächsten Zeit ändern wird: "Sparprodukte werden in absehbarer Zeit nicht attraktiver werden, die Impulse für einen Anstieg der Abschlussquoten bleiben aus. Es scheint, als würden auch in Zukunft sowohl Geldhäuser als auch Verbraucher dem Phänomen ratlos gegenüberstehen und die einen unverändert an der Gebührenschraube drehen, während die anderen ihr Geld weiterhin auf dem Girokonto parken."

Zur Studie:
Das Ipsos Finanzmarktpanel befragt pro Quartal 20.000 Haushalte in Deutschland zu ihren Aktivitäten im Finanzmarkt. Dabei werden Bestände, Neuabschlüsse inkl. Informationsprozess und Kündigungen in den Bereichen Versicherungen, Bankendienstleistungen und Bausparen erfasst. Das Ipsos Finanzmarktpanel analysiert die Faktoren, welche die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung von Geldinstituten, Versicherungen und Bausparkassen prägen. Bis Oktober 2018 gehörte das Finanzmarktpanel zur GfK, ging jedoch im Zuge des Verkaufs von vier Geschäftseinheiten an Ipsos.

Veröffentlicht am: 28.05.2019

 

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