New Work in Zeiten von Corona

Eine Studie von Rogator AG und exeo Strategic Consulting AG

Die Corona-Krise hat abrupt zu Veränderungen in der Berufswelt geführt. Über Nacht erhielt das Arbeiten im Homeoffice eine ganz andere Bedeutung. Wie wird es in Zukunft weiter gehen? Zu diesem Thema hat die Rogator AG gemeinsam mit exeo Strategic Consulting AG eine Untersuchung durchgeführt.

Ein Mann sitzt am Schreibtisch (Bild: SnapwireSnaps - Pixabay)
Die Arbeit im Homeoffice hat durch die Corona-Krise eine noch nie dagewesene Bedeutung erhalten (Bild: SnapwireSnaps - Pixabay)

Schon in der ersten Untersuchungswelle im ersten Lockdown haben 42 Prozent der Deutschen nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt erwartet. Diese Werte konnten auch in der zweiten Untersuchungswelle im zweiten Lockdown bestätigt werden. Die Untersuchung wurde neben Deutschland noch in Österreich, der Schweiz und Schweden durchgeführt.

(Bild: exeo Strategic Consulting AG / Rogator AG)
Berufe und ihre Wertschätzung (Bild: exeo Strategic Consulting AG / Rogator AG)

Die Grafik zeigt eine Übersicht von zwanzig Berufen und wie diese in Bezug auf ihre Wertschätzung bewertet wurden. In allen vier Ländern erreichten Berufe im Pflege- und Krankenbereich und Ärzte die höchste Wertschätzung. In Deutschland sind die Berufe, die die höchste Wertschätzung erhalten, folgende: Krankenschwester/Pflegepersonal (70 Prozent), Arzt oder Ärztin (69 Prozent), Feuerwehrmann/-frau (54 Prozent), Polizist/in (50 Prozent) und Verkäufer/in (35 Prozent).

Und wie sieht es mit dem Homeoffice aus?

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Deutschen im November 2020 36 Prozent ihrer Arbeitstage aus dem Homeoffice gearbeitet haben. Im Vergleich dazu liegt der Anteil in Österreich bei 42 Prozent, in der Schweiz und in Schweden jeweils bei 41 Prozent. Zusätzlich ist die generelle Verteilung des Homeoffices zu beachten. In Deutschland arbeiten 48 Prozent der Beschäftigten ohne Homeoffice. Ein Viertel der Berufstätigen ist fast ausschließlich im Homeoffice tätig.

Homeoffice - Top oder Flop?

Die Arbeit aus dem Homeoffice wird zwar ambivalent betrachtet, aber es überwiegen die positiven Aspekte. Anhand der Ergebnisse der Untersuchung können die Beschäftigten anhand ihrer Aussagen bezüglich Homeoffices segmentiert werden. Dabei kann in drei Segmente unterschieden werden: Die Homeoffice-Fans (20 Prozent), die Homeoffice-Indifferenten (58 Prozent) und die Homeoffice-Kritiker (22 Prozent). Hier ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Tätigkeit aus dem Homeoffice ausgeübt werden können.

(Bild: exeo Strategic Consulting AG / Rogator AG)
Die zukünftigen Erwartungen der Beschäftigten bezüglich der Arbeit im Homeoffice (Bild: exeo Strategic Consulting AG / Rogator AG)

Die Grafik zeigt, dass 36 Prozent der Beschäftigten es gut fänden, wenn eine Arbeit im Homeoffice zukünftig ausgedehnt werden könnte: Bei Personen mit einem hohen Homeoffice-Anteil (>51 Prozent) sind dies sogar 56 Prozent. Dem stehen lediglich 20 Prozent der Beschäftigten gegenüber, die gerne weniger im Homeoffice arbeiten würden.

Es gibt noch Luft nach oben!

Bei der Umsetzung von Homeoffice-Tätigkeiten ist noch Luft nach oben. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Drittel der Beschäftigten noch mehr im Homeoffice arbeiten würde, als sie es sowieso schon getan haben. In Deutschland sehen 21 Prozent der Beschäftigten eine zunehmende, 16 Prozent eine abnehmende Bedeutung beim Homeoffice. In Schweden sehen 29 Prozent der Beschäftigten eine zunehmende und nur 14 Prozent eine abnehmende Bedeutung, was deutlich positiver ist im Vergleich zu Deutschland.

Prof. Dr. Andreas Krämer, CEO der exeo Strategic Consulting AG und Professor an der University of Applied Sciences in Iserlohn als Co-Autor der Studie OpinionTain sagt:

Die weitere Entwicklung der Homeoffice-Tätigkeit hängt von der Präferenz der Beschäftigten, aber auch von der Beurteilung und strategischen Ausrichtung der Unternehmen ab. Bei der Umsetzung der stärkeren Homeoffice-Tätigkeit besteht noch Steigerungspotenzial.

Methodik

Erhebungsmethode Online-Befragung
Befragte Zielgruppe Personen im Alter von 18 bis 80 Jahren
Stichprobengröße n = 2.500
Feldzeit 1.Erhebung: April & Mai 2020 / 2. Erhebung: November & Dezember 2020
Land Deutschland, Österreich, Schweiz & Schweden

/jr

Kommentare (1)

  1. Tina Straub am 19.02.2021
    Schön zu sehen, wie sich das "Image" von vielen Berufen gedreht hat - mittlerweile schätzt man auch eher, sagen wir mal, "einfachere" Arbeiten - die aber genauso anstrengend und hart sein können wie manch andere Berufe. Leider ist viel von dem, was wir im März/April letzten Jahres erlebt haben, nämlich diese Solidarität, wenig übrig geblieben.

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