Netzwerk-Verweigerer

Studie von Viking und OnePoll

Wer Erfolg im Job haben möchte, muss seine Netzwerke hegen und pflegen. Dumm nur, dass sich eine Mehrheit der Deutschen nicht an diese Regel aus dem Pflichtenheft der Personalberater hält. Eine deutliche Mehrheit macht es einfach nicht.

Geht doch! (Bild: geralt - pixabay.com)
Geht doch! (Bild: geralt - pixabay.com)

In einer Studie des Büromittellieferanten Viking in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut OnePoll wurden 1000 deutsche Arbeitnehmer dazu befragt, ob sie Business Networking betreiben, was sie tun, wie aktiv sie sind und welche Chancen sich daraus für ihre Karriere ergeben haben. 

Aus der Umfrage ging hervor, dass 65 Prozent der Deutschen nicht aktiv netzwerken. Allerdings geben 70 Prozent der Netzwerkenden an, dass sie Networking als ziemlich oder sehr wichtig für ihre Karriere einschätzen. Dabei sind die Hauptziele, Leute aus der gleichen Branche kennenzulernen (50 Prozent) und Gleichgesinnte zu treffen, die sich beruflich in einer ähnlichen Situation befinden (42 Prozent). 

Die drei beliebtesten Arten zu netzwerken sind: 

  • Arbeitskonferenzen (33 Prozent) 
  • Mit Kontakten auf LinkedIn oder Xing sprechen (32 Prozent) 
  • Soziale Events mit Kollegen (29 Prozent) 

Allerdings entstehen die meisten Karriere-Chancen bei Rekrutierungsmessen und Karrieretagen von Firmen. Dort haben fast 40 Prozent schon einmal ein Bewerbungsgespräch, einen Job oder eine Beförderung angeboten bekommen. 

3/4 aller Frauen netzwerken nicht

Unter Frauen und Männern gibt es auch beim Netzwerken Unterschiede. Die bemerkenswerte Nachricht ist, dass fast drei Viertel der Frauen nicht aktiv netzwerken; das sind 15 Prozent mehr als bei den Männern. Die Männer und Frauen, die netzwerken, finden Networking aber gleich wichtig und haben auch ähnliche Gründe und Vorgehensweisen.   

Die größten Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind: 

  • Jeder vierte Mann netzwerkt, um Personen kennenzulernen, die Personalentscheidungen treffen (Frauen: 15 Prozent) 
  • 41 Prozent der Männer netzwerken, um potenzielle Kunden zu treffen (Frauen: 32 Prozent) 
  • 37 Prozent der Frauen haben schon einmal an einem sozialen Event mit Kollegen teilgenommen (Männer: 25 Prozent) 
  • Jeder fünfte Mann war schon auf einer Rekrutierungsmesse (Frauen: 11 Prozent) und bekommt dort in 42 Prozent der Fälle auch die meisten Chancen (Frauen: 30 Prozent) 

Außerdem trifft sich mehr als die Hälfte der Männer mindestens einmal im Jahr mit beruflichen Kontakten und 44 Prozent der Frauen trifft sich mindestens einmal im Jahr mit ehemaligen Kollegen. 

Auf die Jungen ist Verlass

Die 18- bis 34-Jährigen sind beim Networking die erfolgreichste Altersgruppe. Mit fast 60 Prozent aktiver Netzwerker schneiden Millennials (18- bis 34-Jährige) weit über dem Durchschnitt ab. 9 von 10 schätzen Networking als wichtig für ihre Karriere ein. Außerdem ergab sich Folgendes:

  • Fast zwei Drittel haben bei einer Rekrutierungsmesse schon ein Bewerbungsgespräch, einen Job oder eine Beförderung angeboten bekommen. 
  • Die Hälfte bekam Angebote über berufliche Kontakte, 44 Prozent über Eltern 
  • Jeder Sechste trifft einmal pro Woche ehemalige Kollegen, um über die Arbeit zu sprechen 
  • 36 Prozent nimmt mindestens einmal im Monat an einem Webinar teil 

Obwohl 88 Prozent der Nachwuchskräfte und Freelancer Networking als wichtig einschätzen, besuchen nur etwa ein Viertel mindestens einmal im Jahr ein Networking-Event oder ein Webinar. Geschäftsführer sind dagegen in allen Networking-Bereich der Umfrage aktiver. 

Veröffentlicht am: 19.07.2019

 

Kommentare (2)

  1. Redaktion marktforschung.de am 19.07.2019
    Folgendes wurde uns auf Anfrage mitgeteilt:
    "Das einzige Auswahlkriterium war, dass es Arbeitnehmer sein sollten. Sonst sind die 1000 Teilnehmer zufällig ausgewählt. Eine Aufteilung nach Branchen haben wir uns auch angesehen mit insgesamt 28 verschiedenen Bereichen. Allerdings sind die Branchen ungleich vertreten (von 0,1% bis 23% der 1000 Teilnehmer), weswegen wir keine allgemeinen Aussagen über einen bestimmten Bereich machen und auch keine Vergleiche anstellen wollten." [Redaktion marktforschung.de]
  2. Anja Obermüller am 19.07.2019
    Es wäre interessant, hier noch mehr methodische Infos zu bekommen: wie wurden die 1.000 Arbeitnehmer denn ausgewählt? Welche Branchen waren dabei vertreten und wie unterscheiden sich dort die Ergebnisse? Es gibt sicher Branchen, in denen netzwerken wichtiger oder eben weniger wichtig ist.

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