Ipsos doch mit interner Lösung - Nathalie Roos wird nicht CEO

Update: Personalie Ipsos

Nach "eingehenden Gesprächen" gibt Ipsos bekannt, dass Nathalie Roos nicht die Rolle als Chief Executive Officer von Ipsos Global einnehmen wird. An ihrer Stelle tritt Ben Page, CEO bei Ipsos Mori UK, ab November die Funktion des CEO an.

Nathalie Roos, CEO bei Ipsos (Bild: LinkedIn-Roos)
Die Ernennung von Nathalie Roos, ehemalige CEO von L'Oréal Deutschland, als neuer CEO von Ipsos war das Ergebnis eines langwierigen Auswahlverfahrens, das bereits Mitte 2019 vom Nominierungs- und Vergütungsausschuss und dem Board of Directors von Ipsos initiiert wurde. Ziel des Auswahlverfahrens war die Trennung der beiden Rollen "Chairman" und "CEO".

Offiziell stand noch die Festlegung der CEO-Vergütung von Nathalie Roos aus, die am 21. September von der Hauptversammlung erfolgen sollte.  Ab dem 28. September sollten dann sowohl Didier Truchot, derzeitiger CEO und Ipsos-Gründer, als auch Nathalie Roos formal bestätigt ihre Ämter antreten.

Nach eigenen Aussagen von Ipsos haben nach Bekanntgabe der Ernennung „eingehende“ Gespräche zwischen Truchot und Roos stattgefunden. Dabei seien tiefere Diskrepanzen zwischen den Parteien aufgedeckt worden, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Auf LinkedIn kommentierte Roos die Trennung selbst:

Since the announcement of my appointment as CEO of Ipsos on July 19, 2021, which was to take effect on September 28, numerous discussions about future directions for Ipsos have revealed major differences of opinion. Consensus on the essential is key to succeed in benefiting all. We have chosen different paths, Ipsos will move on, and so will I.

Ipsos wird den Wachstumsplan  fortsetzen, sodass der Verwaltungsrat nun Ben Page, bislang Chief Executive von Ipsos Mori, zum Chief Executive des globalen Geschäfts ernannte, der die Nachfolge von Truchot antreten soll. Ab dem 15. November wird Truchot dann die Rolle des Verwaltungsratspräsidenten übernehmen.

Ben Page, CEO von Ipsos Global (Bild: Ipsos Mori)
Ben Page ist Mitglied des Vorstandsausschusses von Ipsos. Er verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Marktforschungs- und Meinungsforschungsbranche. Seit 2009 ist der 56-jährige Chief Executive von Ipsos MORI im Vereinigten Königreich. Bevor er dort die Geschäfte von Ipsos leitete, war Page Partner bei MORI UK und Leiter des Sozialforschungsinstituts, das Dienstleistungen für den öffentlichen Sektor und die Regierung anbietet. Zudem war er Mitglied des Teams, das den Management Buyout von MORI und den anschließenden Verkauf an Ipsos im Jahr 2005 leitete.

Ben Page hat zudem an der Universität Oxford Moderne Geschichte (Wirtschaft und Politik) studiert. Er ist Gastprofessor am King's College London und Mitglied des Rates der Wirtschafts- und Sozialforschung (UKRI) sowie in anderen, nicht-leitenden Funktionen tätig.

Im Unterschied zu Häusern wie Kantar, GfK und Nielsen, die zuletzt marktforschungsfremde Manager wie z.B. den Privatschul-Manager Chris Jansen verpflichteten, setzt Ipsos damit auf eine interne Lösung, die nicht nur Kollegen und Mitarbeiter erfreuen dürfte. Auch wenn dieser Schritt etwas spät kommt, bleibt Ipsos somit zumindest ein Fiasko wie das von Kantar erspart, dessen Kurzzeit-CEO Alexis Nasard bereits nach nur vier Monaten die Segel strich. Die Börse strafte den Rückzieher kurz vorm Altar allerdings ab: Der Kurs von Ipsos brach nach der Bekanntgabe um knapp zehn Prozent ein.

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