Nachhaltigkeit ist Erfolgsfaktor: Deutlicher Relevanzgewinn in den letzten zehn Jahren

Köln - Vor zehn Jahren war das Thema "Nachhaltigkeit" den meisten Konsumenten noch kein Begriff. Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik haftete ein eher muffiges Image an und die Produkte fristeten ein Nischendasein in Fachgeschäften und Reformhäusern. Heute hingegen haben laut einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des IFH Köln nur 3% der Deutschen noch nie von dem Begriff "Nachhaltigkeit" gehört.

In den letzten 10 Jahren hat eine regelrechte  Nachhaltigkeits-Revolution stattgefunden. Dass zertifizierte Lebensmittel ein rasantes Wachstum erfahren haben und Naturkosmetik zum Markttreiber der Kosmetikbranche wurde, sind nur zwei Beispiele für die Relevanz nachhaltiger Produkte im Herstellerportfolio. Auch der Umgang von Unternehmen mit den eigenen Mitarbeitern oder Zulieferunternehmen steht vermehrt im Interesse der Öffentlichkeit: Wer Lohndumping betreibt oder gar Kinderarbeit toleriert, wird von den Verbrauchern schnell abgestraft.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen müssen authentisch sein          

Im Workshop "Nachhaltigkeit im Handel – echter Erfolgsfaktor oder viel Lärm um Nichts?", den das IFH Köln vergangenen Dienstag ausrichtete, diskutierten Teilnehmer aus Forschung, Industrie und Handel welche Fallstricke und Chancen eine Nachhaltigkeitsstrategie für Unternehmen mit sich bringt. "Der Verbraucher versteht Nachhaltigkeit als ganzheitliche Unternehmensphilosophie und nicht nur als reine Sortimentsgestaltung", erklärte Bettina Willmann, Leiterin Forschung und Konzepte am IFH Köln, zu Beginn der Veranstaltung. Die zunehmende Anzahl an Diskussionsforen und Plattformen zum Thema Nachhaltigkeit sowie die große Aufmerksamkeit, die virale Kampagnen zu dem Thema auf sich ziehen, zeigen, wie groß das Bedürfnis der Verbraucher nach Transparenz und einem Dialog auf Augenhöhe ist. Mit welchen Maßnahmen diesem Bedürfnis nach Kommunikation begegnet werden kann, erläuterte Nicola Tanaskovic, Leiterin Abteilung Nachhaltigkeitsprojekte der REWE Group, anhand des Praxisbeispiels Nachhaltigkeitsstrategie.

Nachhaltige Unternehmensführung ist für die meisten Verbraucher mittlerweile ein Hygienefaktor, der von Händlern und Produzenten erfüllt sein muss. Sofern Unternehmen Nachhaltigkeitsgrundsätze verletzen, reagieren Verbraucher mit unmittelbaren Unternehmensboykotten in nicht zu unterschätzendem Ausmaß: so haben 51% aller Deutschen bereits schon einmal ein Unternehmen boykottiert. Zudem gibt ein Viertel aller Deutschen an, Ihre Einkaufsstätte nach Nachhaltigkeitsgrundsätzen auszusuchen. "Wer heute aus Verbrauchersicht als nachhaltiges Unternehmen dasteht, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Nachhaltigkeitsengagement muss dauerhaft und glaubwürdig sein, sonst verliert man schnell die positive Wahrnehmung im Markt", fasste Bettina Willmann die Veranstaltung zusammen.

Quelle: IfH Institut für Handelsforschung

Veröffentlicht am: 26.09.2011

 

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