Nachhaltige Mode oder doch ein günstiger Preis?

Eine Studie von Splendid Research

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research hat in einer Studie festgestellt, dass weniger als zehn Prozent der Deutschen mehrere nachhaltig produzierte Kleidungsstücke besitzen. Obwohl für die Mehrheit der Verbraucher Nachhaltigkeit im Bereich Mode wichtig ist, spielt der Preis weiterhin eine große Rolle.

Frau, die in einem Seconhand-Laden einkauft (Bild: Burst - Pexels)
Für zwei Drittel der Verbrauchenden sind niedrigere Preise nach wie vor der entscheidende Anreiz, um häufiger zu nachhaltiger Mode zu greifen. (Bild: Burst - Pexels)

Das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research erhebt in ihrer Studie die Einstellungen, das Kaufverhalten und die Bereitschaft zu nachhaltigem Modekonsum.

Die bekannteste nachhaltige Modemarke ist Hessnatur (31 Prozent) gefolgt von den Marken Patagonia und Grüne Erde aus Österreich mit einer Markenbekanntheit von 23 Prozent.

Die Marke Armedangels erreicht ein gutes Gesamtergebnis, da sie Umweltbewusstsein, Qualität und Authentizität vereint.

Den deutschen Verbrauchenden ist Nachhaltigkeit in der Mode wichtig. Allerdings haben weniger als zehn Prozent mehrere nachhaltig produzierte Kleidungsstücke in ihrem Kleiderschrank. 79 Prozent sind nachhaltiger Mode gegenüber wohlwollend eingestellte, jedoch oftmals noch tatenlos. Für 13 Prozent besitzt die Thematik keine Relevanz.

Grafik Nachhaltige Mode (Bild: Splendid Research)
Slow Fashion Monitor 2021 (Bild: Splendid Research)

Die Grafik bietet einen Überblick über die Nutzung und Akzeptanz nachhaltiger Mode bei den Verbrauchenden, aber auch welche Kriterien bei Kleidung allgemein wichtig sind. Darüber hinaus werden die Aspekte zur Steigerung der Kaufbereitschaft von nachhaltiger Mode, sowie die drei bekanntesten Marken aufgezeigt.

"Obwohl viele Verbraucher noch zögerlich sind, scheint der Trend positiv: Einerseits lässt die Nachfrage eine inzwischen beachtliche Anzahl an kleinen, ausschließlich nachhaltig produzierenden Anbietern zu. Andererseits ist die Relevanz des Themas offenbar im kollektiven Bewusstsein angekommen", stellt Studienleiterin Eva Windhorst fest.

Trotz allem sind für zwei Drittel der Verbrauchenden niedrigere Preise nach wie vor der entscheidende Anreiz, um häufiger zu nachhaltiger Mode zu greifen. Allerdings ist die Zahlungsbereitschaft der Verbrauchenden mittlerweile um bis zu 28 Prozent höher, wenn ein Hinweis auf die nachhaltige Produktion der Kleidung vorhanden ist.

Zusätzlich wird die Kaufbereitschaft bei 60 Prozent der Deutschen durch eine Garantie auf Nachhaltigkeit gesteigert. Dabei können Nachhaltigkeitssiegel helfen: Die Siegel Fairtrade Textile Production und Oeko-Tex Standard100 genießen das größte Vertrauen der Verbrauchenden und sind am bekanntesten.

Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Befragte Zielgruppe Verbrauchende von 15 bis 69 Jahren
Stichprobengröße n=1.490
Befragungszeitraum November 2020
Land Deutschland

/jr

Kommentare (1)

  1. Tina Straub vor 5 Tagen
    Finde ich toll, dass immer mehr Unternehmen auf den Zug „Fair Fashion und nachhaltige Mode“ aufspringen…In Deutschland findet man da ja schon einige Unternehmen. Ich trage zum Beispiel auch Sachen von Grey Fashion Berlin, weil mir der weiche Stoff so gefällt. Und es ist jedenfalls ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man mit seinen Klamotten der Umwelt nicht schadet.

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