Nach Thomas Cook-Pleite: Deutsche zögern bei Pauschalreisen

Studie von infas quo

Die Pleite von Thomas Cook hat Auswirkungen auf das Reise- und Buchungsverhalten der Deutschen. Jeder fünfte Pauschalreisende der letzten zwölf Monaten wird in den nächsten zwölf Monaten keine Pauschalreise mehr buchen. Das hat infas quo herausgefunden.

Die geplanten Rückläufe bei Pauschalreisen machen dabei vor keinem Anbieter halt. Allerdings verstärkt sich der Effekt bei ehemaligen Reisenden von Thomas Cook und den Töchtern wie Neckermann Reisen oder Bucher Reisen. Die Auswirkungen sind jedoch klar zu erkennen: 40 Prozent der Pauschalreisenden der letzten 12 Monate sehen ihr Buchungsverhalten durch die aktuelle Situation beeinflusst. Ein Drittel will beim nächsten Mal näher am Reisetermin buchen, weil dann solche Überraschungen wie gerade bei Thomas Cook nicht passieren. Dafür will man auch auf Frühbucherrabatte verzichten.

Weil Thomas Cook, als zweitgrößter Reiseanbieter der Welt, eine der Mega-Brands im Reismarkt ist, strahlt dieser Effekt auf andere Marken ab. Mehr als die Hälfte der Pauschalreisenden der letzten 12 Monaten hat das Vertrauen in große Marken verloren. Demzufolge wird der Mehrpreis für renommierte Veranstalter und Reisebüros in Frage gestellt. 60 Prozent der Pauschalreisenden aus den letzten 12 Monaten äußern sich hier kritisch. Alle Antworten deuten darauf hin, dass die Branche aktuell unter einem Vertrauensproblem leidet. 

Do it yourself lässt Plattformen profitieren

Und dieses Leiden der Kunden zeigt sich in ihrer Bereitschaft, zukünftig genauer zu prüfen, mit welchem Veranstalter man reisen wird. Gut ein Viertel der Pauschalreisenden der letzten 12 Monate will mehr Eigeninitiative an den Tag legen und Flug und Unterkunft getrennt buchen. Damit wird das Risiko eines Totalausfalls vermieden.

Die Bereitschaft zur Eigeninitiative weist aber auf ein zweites Risiko hin. Kunden lernten in den letzten Jahren in anderen Branchen, dass Selbermachen sich lohnt. Man verfügt über deutlich mehr Entscheidungsmacht und kann meist auch noch etwas sparen.  Buchungsplattformen  wie „Ab in den Urlaub“, check24 oder Expedia werden nach diesem Ereignis weiter an Bedeutung gewinnen, schreibt infas quo. Diese Entwicklung gehe zu Lasten der etablierten Reiseveranstalter, die in der Regel nicht auf diesen Plattformen verkaufen.

Zur Studie: Für die Untersuchung wurden 1.003 Deutsche zu ihrem Reiseverhalten, Ihrem zukünftigen Buchungsverhalten und der Thomas Cook Krise befragt. Die Erhebung fand im September 2019 statt. Die Befragten wurden aus quo People, dem infas quo eigenen Panel, ausgewählt. 

Veröffentlicht am: 04.10.2019

 

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