Motivstudie unter Facebook-Nicht-Nutzern: 60% verweigern Teilnahme aus Datenschutz-Bedenken

Wiener Neudorf - Im September 2011 zählte Facebook nach eigenen Angaben unglaubliche 800 Millionen Mitglieder weltweit. Tagtäglich werden angeblich rund 2 Milliarden Posts kommentiert oder geliked und unfassbare 250 Millionen Fotos im Durschnitt upgeloadet und unters virtuelle Facebook-Volk gejubelt. Aber Facebook ist mittlerweile nicht mehr „EverybodyꞋs Darling“ der Social Media Welt. Zwar hält die Facebookmania ungebrochen an, nichtsdestotrotz gibt es sie: Eine signifikante Menge an Facebook-Verweigerern. Genau diese Zielgruppe hat Marketagent.com im Rahmen einer aktuellen Studie zu den Motiven ihrer Facebook-Aversion befragt. Die Gründe wurden sowohl ungestützt, ohne Vorgabe von möglichen Antworten, als auch gestützt erhoben.

„Der typische Nicht-Facebooker in Österreich ist weder digitaler Außenseiter, der noch nicht fest im Sattel des WWW sitzt, noch gesellschaftlicher Einsiedler oder Hinterwäldler, der mit der Plattform nichts anfangen kann, sondern jemand, der nicht gewillt ist, persönliche Inhalte im Netz zu teilen“, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. Laut Studienergebnis meiden 67% bewusst die Online Plattform, da sie keine persönlichen Dinge im Web über sich preisgeben möchten. Sechs von zehn Facebook-Nicht-Nutzern äußern gestützt Bedenken bezüglich der Datensicherheit auf der Plattform oder geben an, dass sie Angst vor Datenklau bzw. der Weitergabe ihrer Daten an Dritte haben (60%). Dass Facebook-Einträge möglicherweise später einmal auf einen zurückfallen könnten – sei es in Form eines potenziellen Arbeitgebers oder Lovers, der die persönliche Vergangenheit per Mausklick überprüft - hält 42 Prozent vor der Registrierung bei Facebook ab.

Zwar wurden von den Respondenten auch „Fluchtkategorien“ wie „sehe keinen Nutzen darin“ (70%) oder „möchte lieber auf anderen Wegen mit meinen Freunden in Kontakt treten“ (70%) gestützt als Gründe für die Nicht-Nutzung angegeben, jedoch zeigt die Auswertung der offenen Einträge der Befragten, dass das Geschäftsmodell von Facebook mit Nutzerdaten zwei der Top drei Motive für die Nicht-Nutzung der Plattform darstellt. So sagen 17 Prozent, dass sie Bedenken bezüglich „Datenklau/ Datenmissbrauch/ Sicherheit der Daten/ Datenschutz“ bei Facebook haben. 19 Prozent begründen ihre Verweigerungshaltung damit dass sie „nichts Privates ins Netz stellen/ zu öffentlich/ Privatangelegenheiten niemanden etwas angehen“. 8 Prozent machen spontan gar Nennungen in die Richtung „der gläserne Mensch/ Überwachung/ Stasi-Methoden“.

„Vor allem Männer zeigen sich im Rahmen der Studie kritisch, wenn es um den Umgang von Facebook mit den persönlichen Daten geht“, resümiert Thomas Schwabl und hält weiter fest: „Ob Informationsaustausch und Datenschutz bei Social Media Plattformen und insbesondere Facebook trotz Intervention von Regulierungsbehörden und Datenschützern jemals vereinbar sein werden, ist fraglich.“ Zum aktuellen Zeitpunkt hält die Mehrheit der Befragten dieses Unterfangen für unvereinbar und wird wohl auch weiterhin auf einen Beitritt der Facebook-Community verzichten.

Studiensteckbrief
Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI)
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com reSEARCH Plattform
Erhebungszeitraum: 28.10.2011 – 04.11.2011
Respondenten:
web-aktive Personen aus Österreich zwischen 14 und 65 Jahren
Sample-Größe: n = 501 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten
Grundgesamtheit:
web-aktive Personen aus Österreich zwischen 14 und 65 Jahren
Umfang: 3 offene/geschlossene Fragen

lg/Marketagent.com

Veröffentlicht am: 05.12.2011

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Aktuelle Zahlen

Ipsos weiterhin belastet durch die Corona-Pandemie

Catering Essen

23.10.2020 - Auch im dritten Quartal 2020 ist der Umsatz des französischen Marktforschungsunternehmens Ipsos stark zurückgegangen. Der Grund: Die Corona-Pandemie zerrte weiterhin am Geschäft der Pariser. weiterlesen

 
Rückblick auf den Montag der WdM

"Es werden sicher nicht alle Studios überleben" – Marktforschung 2025: Ein Blick in die Zukunft

23.10.2020 - Die Woche der Marktforschung 2020 startete mit der Keynote zum Thema: "Das 'New Normal' in der Marktforschung – Wie wird es aussehen?" Was hat sich verändert, wie sehen wichtige Stakeholder die kurz- bis mittelfristige Entwicklung des Marktes in verschiedenen Szenarien?... weiterlesen

 
Studie von smart insights

Quarterlife Crisis – Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen sind betroffen

23.10.2020 - Die Midlife-Crisis ist für viele ein Begriff – aber Quarterlife-Crisis? Dabei handelt es sich um eine unterschätzte Persönlichkeitskrise, die sich durch Sorgen und Ängste äußert und bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren auftreten kann. Eine Studie von smart... weiterlesen

 
Personalie

VMÖ: Alice Flamant wird neue Vorsitzende des Vorstandsteams

Alice Flamant, VMÖ

23.10.2020 - Der Verband der Marktforscher Österreichs hat einen neuen Vorstand gewählt. Vorstandsvorsitzende des VMÖ wird Alice Flamant. Auch die weiteren Vorstandsposten wurden zum Teil neu besetzt. weiterlesen

 
Personalie

Alexis Nasard wird neuer CEO bei Kantar

Alexis Nasard, kantar

22.10.2020 - Kantar gibt die Ernennung von Alexis Nasard zum Chief Executive Officer mit Wirkung zum 30. Dezember 2020 bekannt. weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin