Moderne Väter sind auch keine bessere Haushaltshilfe

iconkids & youth-Studie

Fast alle Kinder in Deutschland sind von ihrem Vater begeistert. Für Mütter ist er dagegen zumeist keine große Hilfe im Haushalt – dennoch sind sie zufrieden damit, wie er sich zu Hause einbringt. Wie es ansonsten um moderne Familien steht, zeigt eine Studie von iconkids & youth.

Moderner Vater © StockSnap - pixabay
Moderner Vater © StockSnap - pixabay

 

87 Prozent der befragten Kinder stimmen der Aussage zu, ihr Vater würde ihnen oft zeigen oder sagen, dass er sie lieb hat und 85 Prozent, dass er sich Zeit nimmt, wenn sie Fragen haben. Der Vater ist für die Kinder aber auch Sorgentelefon: 82 Prozent der Kinder geben an, er würde sie trösten und 79 Prozent, dass sie mit ihm über alles reden können. Zusätzlich ist er natürlich auch Garant für eine gelungene Freizeit: Drei Viertel der Kinder (76 Prozent) stimmen der Aussage zu, er würde mit ihnen am Wochenende viel unternehmen. Und immerhin die Hälfte der Väter (49 Prozent) gehen mit ihren Kindern oft zusammen einkaufen.

Verglichen mit den Ergebnissen einer von iconkids & youth im Jahr 2007 durchgeführten Studie sind die modernen Väter verstärkt für ihre Kinder da. So gaben 2007 nur zwei Drittel der Kinder (67 Prozent) an, ihr Vater würde sich für ihre Fragen Zeit nehmen - 18 Prozentpunkte weniger als heute. Und dass man mit ihm über alles reden kann, dieser Meinung waren vor 11 Jahren 66 Prozent - jetzt gibt es ein Plus von 13 Prozentpunkten.

Männer wischen keinen Staub

Und wie beurteilen die Mütter ihre Partner danach, wie sehr sich diese am Haushalt und bei der Erziehung beteiligen? Nicht schlecht, aber es ist noch Luft nach oben. Die Mütter schätzen, dass ihre Partner im Schnitt ein Viertel (28 Prozent) der Arbeiten im Haushalt erledigen, den Rest machen sie. An der Mutter bleiben vor allem die klassischen Pflichtarbeiten hängen wie Staubwischen (machen in der Regel 83 Prozent der Mütter ohne Unterstützung des Partners), Wäschewaschen (79 Prozent der Mütter), Fensterputzen (79 Prozent der Mütter) und das Bügeln (78 Prozent der Mütter). Zusätzlich bringen sie mehrheitlich das Kind zum Arzt und machen das Frühstück.

Und wo bringt sich der Vater zu Hause ein? Mehr oder weniger paritätisch geht es beim Wegbringen des Mülls, dem Transport des Kindes zu Veranstaltungen und beim Spielen mit dem Kind zu. Zunehmend hilft der Vater auch bei den Hausaufgaben (ist in 47 Prozent der Haushalte Muttersache, in fünf Prozent Angelegenheit der Väter, in immerhin 44 Prozent teilen es sich die Partner). Eindeutige Väterdomäne ist dagegen das Grillen. Dies lassen sich 69 Prozent von ihnen nicht aus der Hand nehmen.

Mütter wünschen sich klassische Rollen-Verteilung

Ein Grund, warum bei den Familien in Deutschland immer noch die klassische Rollen-verteilung vorherrscht, sind die Einstellungen der Mütter: Nur etwas über ein Drittel (38 Prozent) wünscht sich mehr Hilfe vom Partner, die anderen sind zufrieden. Denn immerhin sind drei Viertel (73 Prozent) der Ansicht, ihr Partner mache mehr als ihr Vater früher. Schließlich ist für 59 Prozent der Mütter der Haushalt primär Frauensache, weil "der Partner es falsch macht".

Zur Studie: iconkids & youth befragte im März 2018 mittels persönlicher Interviews 706 6- bis 12-jährige Kinder und 845 Mütter von 3- bis 12-Jährigen, die mit einem männlichen Partner zusammen leben.

Veröffentlicht am: 13.06.2018

 

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