Mobile Life: Rich-Media-Funktionen und Social Media beflügeln Mobilkommunikation

London / München - Die Zukunft gehört dem mobilen Internet. Gehören SMS und Fotofunktion nahezu zu den Standardfunktionen eines jeden Mobiltelefons, so wird die weiter steigende Nachfrage nach Social-Media-Funktionen und die einsetzende Nachfrage nach Video-Telefonie, Streaming und Sharing-Services die Mobilkommunikation und das mobile Surfen weiter beflügeln. Laut der Studie "Mobile Life 2011" von TNS ist der Anteil der Besucher sozialer Netzwerke unter den mobilen Internetnutzern weltweit von 30 Prozent auf 46 Prozent gestiegen. In den Wachstumsmärkten - darunter Länder wie Brasilien, China, Südafrika, Nigeria, Indien, Pakistan, Vietnam oder Thailand - gar um 24 Prozentpunkte auf 50 Prozent. Damit haben diese Regionen die etablierten Märkte deutlich überrundet.

Für die Studie "Mobile Life", die TNS bereits zum sechsten Mal durchführte, wurden in diesem Jahr über 34.000 Personen in 43 Ländern nach ihrer Nutzung von mobilen Anbietern und Services befragt.

Sind auch viele Nutzer bereits mobil in sozialen Netzwerken aktiv, so gelingt es gegenwärtig lediglich 18 Prozent weltweit, direkt von ihren Mobiltelefonen Fotos oder Videos ins Web hochzuladen. Allerdings sind weitere 44 Prozent daran interessiert, dies zukünftig zu können. Auch hier ist das Interesse der Konsumenten in den Wachstumsmärkten deutlich größer, Inhalte hochzuladen (49 Prozent). Für über die Hälfte (55 Prozent) fehlen dafür allerdings gegenwärtig die technischen Voraussetzungen.

"Da der Trend immer stärker hin zum Mobiltelefon als primärem Gerät für Internetzugang und Kommunikation geht, vor allem in den Wachstumsmärkten, sind Unterhaltungs- und Multimedia-Funktionen eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bei den Verbrauchern", sagt James Fergusson, TNS Managing Director, Global Technology Sector. "Die Hersteller von mobilen Endgeräten müssen sicherstellen, dass Unterhaltungsangebote, vor allem mobile Musikangebote, Spiele, Bilder, Video und soziale Netzwerke verfügbar und leicht zugänglich sind. Viele Anbieter verpassen hier Chancen, indem sie in wachstumsstarken Ländern noch nicht ihre Smartphones anbieten."

In Wachstumsmärkten punkten neueste Mobiltechnologien

Bei den Kamerafunktionen von Mobilgeräten ist mit einem Wachstum von nur einem Prozent für 2010/2011 offenbar der Sättigungspunkt erreicht. Ein Viertel der Konsumenten weltweit (24 Prozent) gibt jedoch an, dass bei der Wahl ihres nächsten mobilen Endgeräts die Möglichkeit, Fotos und Videos aufzunehmen und vor allem mit anderen auszutauschen eine wichtige Rolle spielen wird. So geht laut TNS Mobile Life 2011 das stärkste Wachstum bei neuen Services in den letzten zwölf Monaten auf Social Video (von zehn auf 15 Prozent) und Live-TV (von neun auf zwölf Prozent) zurück. Über die Hälfte der Mobilfunkteilnehmer (54 Prozent) sind an Videotelefonie interessiert, obwohl sie den Service gegenwärtig noch nicht nutzen. 50 Prozent haben Interesse an Live-TV und 48 Prozent an Video-Downloads und -Streaming.

In Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Nordafrika und den afrikanischen Staaten südlich der Sahara ist die Nachfrage - insbesondere nach Live-TV - noch wesentlich höher (teilweise bis zu 70 Prozent). "Die Durchdringung mancher Wachstumsmärkte wie beispielsweise China, Brasilien und die Vereinigten Arabischen Emirate entspricht bereits den etablierten Märkten", so Fergusson weiter. "Multimedia-Inhalte bieten die Chance, das Wachstumspotenzial der wirtschaftlichen Entwicklung aufstrebender Länder zu nutzen. Durch die oft eingeschränkten Mittel der Verbraucher steigt in diesen Märkten die Bedeutung der Nutzung von Bild- und Videoservices über das Mobiltelefon."

Marken, Partnerschaften und Tablet-Nachfrage – in einer dichten Marktlandschaft ist es eine Herausforderung, Marktanteile zu sichern

Sowohl in den etablierten (44 Prozent) als auch in den wachsenden (77 Prozent) Märkten gilt die Herstellermarke des mobilen Endgerätes als wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Doch auch Content-Anbieter fassen inzwischen in der mobilen Marktlandschaft Fuß. Über ein Viertel der Verbraucher weltweit gibt an, dass Inhalte und Applikationen bei der Kaufentscheidung eine wesentliche Rolle spielen. Den Ergebnissen von TNS Mobile Life 2011 zufolge gewinnen mit zunehmender Marktentwicklung Inhalte und Apps sowie Betriebssysteme als Einflussfaktoren des Kaufverhaltens an Bedeutung. "Eine klare Chance auf Marktanteile haben also all jene, die in Märkten mit noch niedrigem, aber steigendem Anteil an Content-Marken nachfragegerechte Inhalte bereitstellen und sich - soweit möglich - mit lokalen Partnern verbünden", so Fergusson.

Partnerschaften gewinnen auf dem Mobilfunkmarkt weiter an Bedeutung, da die Hersteller von Mobilfunkgeräten sich durch die zunehmende Verbreitung von Tablet-Computern verstärkt um die Sicherung ihrer Marktanteile bemühen müssen. Das Tablet-Segment entwickelt sich rasant - 31 Prozent der Befragten in Asien und 28 Prozent in Europa geben an, sich einen Tablet-Computer kaufen zu wollen. Beruhigend für die Hersteller von Mobiltelefonen ist dabei, dass Tablets in der Regel eher als Zusatzgeräte oder PC-Ersatz und nicht anstelle eines Mobiltelefons genutzt werden.

Rich-Media-Zugänge machen Apple und Google zu den erfolgreichsten Plattformen

Inhalts- und Serviceangebote spielen eine zunehmend wichtigere Rolle in Bezug auf Betriebssysteme. Die Loyalität der Kunden stützt das stetige Wachstum von Android und iOS. Das Google Betriebssystem Android sowie OMS und Tapas haben sich in den letzten zwölf Monaten laut Schätzungen des Beratungsunternehmens Canalys von neun auf 33 Prozent gesteigert und damit bereits einen Marktanteil von 24 Prozent erzielt. Dieser Erfolg fußt unter anderem an der beständigen Orientierung an der Nachfrage der Verbraucher, besonders im Hinblick auf Social Media sowie Rich-Media-Funktionen. So loggt sich laut TNS Mobile Life über die Hälfte der Nutzer von Apple (56 Prozent) und Android (52 Prozent) täglich mobil in soziale Netzwerke ein, während der Anteil bei Windows Mobile mit 44 Prozent und bei Symbian mit 41 Prozent geringer ausfällt.

Für 51 Prozent der Apple-Nutzer und für 49 Prozent der Android-Nutzer gilt, dass sie es für "sehr wahrscheinlich" halten, dass jeweilige Betriebssystem auch zukünftig zu nutzen. Unter den Windows-Nutzern geben dies nur 30 Prozent und bei Symbian-Nutzern nur 31 Prozent an.

Quelle: TNS Infratest

Veröffentlicht am: 30.03.2011

 

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