Mietspiegel, Datenvisualisierungen, Schatzsucher

Was sonst noch war

In unserer Kolumne "Was sonst noch war" wollen wir Ihnen ans Herz legen, was die anderen schreiben. Denn manches gerät aus dem Blick – wir fangen es wieder ein mit unserer Presseschau.

© Daniel Ernst

Warnsignal aus Berlin: Ein Gerichtsurteil könnte weitreichende Folgen für eine Dienstleistung haben, von der auch maßgeblich Marktforscher seit Jahrzehnten profitieren – die Rede ist vom Erstellen eines Mietspiegels. Denn es gibt berechtigte Zweifel an der Belastbarkeit der Erhebungsmethode, wie Dennis Kremer und Christian Siedenbiedel für die FAZ recherchiert haben: "In Frankfurt beispielsweise wurden 3350 mündliche Interviews mit Mieterhaushalten geführt, darüber hinaus 800 schriftliche Anfragen bei Vermietern gestellt. Anschließend diskutierte man die Ergebnisse mit Vertretern von Eigentümern und Mietern. Am Ende setzte der Magistrat den Mietspiegel in Kraft."

Mit hübschen Datenvisualisierungen kann man Kunden leicht begeistern. Ernüchterung tritt aber ein, wenn sich die Verbildlichung auf den zweiten Blick als fehlerhaft erweist. Die häufigsten Fehler bei Datengrafiken hat Nishith Sharma für das Portal "The Next Web" zusammengefasst: "Axes values provide context to charts. You mess with axis and you have a visualization that will paint a completely wrong picture."

Wie man es deutlich besser macht, zeigt eine Visualisierung des Pew Research Center. Hier ist abzulesen, wie sich die Religionen geografisch auf die USA verteilen. Dabei lässt sich elegant zwischen Karten- und Tabellenansicht wechseln. Ein Begleitartikel rundet die Studie ab.

Wenn mich Headhunter kontaktieren, frage ich mich meistens: Warum? Gerne würde ich erfahren, über welche Umwege die Recruiter auf mein Profil gefunden haben, wen sie zuvor um Empfehlungen gebeten haben – aber das ist bekanntlich Branchengeheimnis. Wie Datenalgorithmen den Personalentscheidern bei der Suche nach den richtigen Kandidaten helfen, hat sehr anschaulich Martin Gropp für die FAZ notiert: "Während viele Unternehmen bei der Datenanalyse vielfach noch in den Startlöchern stecken, arbeitet das Karrierenetzwerk Linkedin derweil schon am nächsten Schritt: dem Erkennen von zukünftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Ziel ist es, zu erfahren, welche Bewerber am Ende mit welchen Unternehmen zusammenfinden."

Wenn Sie auf dieser Seite eine Werbeanzeige sehen, könnte das ein Anzeichen für gelebte Netzneutralität bei Ihrem Internetanbieter sein. Sie verstehen das nicht? Dann lesen Sie bitte diesen Artikel. Ich war erschrocken zu erfahren, mit welchen mafiösen Mitteln die Telekommunikationsbranche inzwischen ihr Geld eintreibt.

Datenanalyse als packender Filmstoff: Ein Schiffswrack voller Gold. Ein Unternehmer, ein Mathematiker, ein Haufen Optimisten – und Versicherungskonzerne, die den Traum zum Albtraum werden lassen. Das sind die Zutaten für den 20-minütigen Dokumentationsfilm "In Deep Water", in dem es um den größten Goldfund der amerikanischen Geschichte geht. Statistische Methoden führten die Schatzsucher schließlich zum Erfolg – doch der währte nicht lange.

Ein schönes Wochenende wünscht
Nils Glück, marktforschung.de

Übrigens: Meistgeklickter Link von vergangener Woche war die Analyse der Wahlergebnisse in Großbritannien

Veröffentlicht am: 22.05.2015

 

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