Mehrheit der Internetnutzer hat Angst vor Cyberkriegen

Bitkom-Studie

Nach dem Hackerangriff im Winter 2018 auf den Bundestag, wächst die Angst vor einem Cyberangriff in der deutschen Gesellschaft. Laut einer Studie von Bitkom haben mehr als die Hälfte der Internetnutzer Angst davor.

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung fordern digitale Gegenangriffe bei staatlichen Cyberattacken. (Bild: methodoshop - pixabay)
Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung fordern digitale Gegenangriffe bei staatlichen Cyberattacken. (Bild: methodoshop - pixabay)

Der Strom fällt aus, der öffentliche Verkehr steht still und Regierungsnetzwerke sind infiltriert - das sind mögliche Szenarien eines sogenannten Cyberkriegs. Sechs von zehn Internetnutzern (58 Prozent) in Deutschland haben davor Angst. Das ist das Ergebnis einer Studie von Bitkom bei der mehr als 1.000 Internetnutzern in Deutschland befragt wurden.

Laut Bitkom glaubt die Mehrheit der Nutzer (56 Prozent), dass staatliche Konflikte künftig zunehmend in Form von Cyberattacken ausgetragen werden. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) meint, dies werde auf jeden Fall so eintreffen.

Die Mehrheit befürwortet digitale Gegenangriffe

Die Mehrheit der Internetnutzer ist der Meinung, dass sich Deutschland auf mögliche Cyberkriege vorbereiten und auch Gegenangriffe starten müsse. 55 Prozent der Internetnutzer sagen: Im Falle eines Cyberangriffs sollte Deutschland selbst aktiv mit Cyberattacken zurückschlagen. Darüber hinaus fordern zwei Drittel (67 Prozent) Investitionen in die Sicherheit kritischer Infrastrukturen, wie zum Beispiel in Krankenhäuser, die Energieversorgung oder den öffentlichen Verkehr. Ähnlich viele (66 Prozent) befürworten die Gründung eines digitalen Katastrophenschutzes. Fast die Hälfte (44 Prozent) wünscht sich Cyber-Bündnisse mit anderen Staaten, etwa in Form einer Cyber-NATO. Drei von zehn (29 Prozent) erwarten außerdem Investitionen in eigene Cyberabwehr-Einheiten, zum Beispiel der Bundeswehr. Und immerhin 13 Prozent fordern Notfallschulungen, mit denen die Bevölkerung für den Ernstfall vorbereitet wird.

Demgegenüber sagt jeder Vierte (24 Prozent), Deutschland solle sich nicht für einen Cyberkrieg rüsten oder vorbereiten. Der Nationale Cyber-Sicherheitsrat, die Allianz für Cybersicherheit und die Sicherheitskooperation Cybercrime in Deutschland sind gute Beispiele dafür, wie Staat und Wirtschaft den Gefahren im Cyberraum gemeinsam begegnen können.

Zur Studie: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.010 Internetnutzer ab 16 Jahren telefonisch befragt.

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