Medienberichterstattung während der US-Wahl – Trump dominiert, besonders in nicht-vertrauenswürdigen Medien

Studie von pressrelations

Zwar liegt Trump in aktuellen Umfragen deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden, dominiert aber nichtsdestotrotz die mediale Berichterstattung. Die aktuelle Studie der pressrelations GmbH zur Glaubwürdigkeit von Medien im US-Wahlkampf zeigt, dass vor allem nicht-vertrauenswürdige Medien positiv über Trump berichten.

Berichterstattung der US-Medien zum Wahlkampf hängt von der Glaubwürdigkeit der einzelnen Medien ab (Bild: pressrelations GmbH)

Für die aktuelle Studie zur Glaubwürdigkeit von Medien im US-Wahlkampf analysierte die pressrelations GmbH Basis manuell über 25.000 kodierte US-amerikanische sowie deutsche, österreichische und Schweizer Online-Artikel und TV-Beiträge zur US-Wahl sowie über 3.000 von den Präsidentschaftskandidaten veröffentlichte Tweets und wertete diese Daten qualitativ aus.

Der Ton macht die Musik

Diese Analyse zeigt, dass die Zuverlässigkeit einer Quelle mit der Tonalität ihrer Artikel zusammenhängt: Je vertrauenswürdiger ein Online-Medium berichtet, desto neutraler ist auch die Berichterstattung über Joe Biden und desto negativer über Donald Trump. Das rührt daher, dass sich Medien mit hoher Glaubwürdigkeit deutlich intensiver und komplexer mit "Fake News", also Falschmeldungen, auseinandersetzen.

Ist die Quelle nicht sonderlich glaubwürdig, so fällt die Berichterstattung über Biden negativer und dafür über Trump umso positiver aus. Das liegt daran, dass unglaubwürdige Medien eher einseitig berichten und Fakten-Checks von Trumps Aussagen vermeiden. So kommt es, dass die US-Medien deutlich negativer über Biden berichten, verglichen mit den DACH-Medien. Länderübergreifend berichten vertrauenswürdige Medien neutral bis positiv über Biden; Trump steht eher in einem negativen Licht dar.

Mehr Reichweite für Trump, aber Biden überzeugt bei Twitter

Innerhalb von vier Wochen ist der Anteil von Exklusivbeiträgen über Biden von 15 Prozent auf nur noch neun Prozent geschrumpft. Vice versa ist Trump in doppelt so vielen Exklusivbeiträgen im Fernsehen oder Online vertreten und hat somit auch seine Reichweite verdoppelt. Anders sieht es bei dem sozialen Medium Twitter aus: Zwar könnte man davon ausgehen, dass Trump dort dominiert, jedoch erzielt Biden im Durchschnitt etwas 36 Prozent mehr Interaktion mit seinen Tweets -  und das mit weniger als einem Achtel der Followerschaft des Konkurrenten Trump.

Grafik zur Medienresonanz (Quelle: pressrelations)

Einen weiteren und finalen Bericht über den gesamten Erhebungszeitraum vom 01. August bis 03. November 2020 hat pressrelations für nach der Wahl angekündigt.

Zur Methodik

In der vorliegenden Studie kommt der NewsGuard-Score zur Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von Medien erstmals zum Einsatz, der in das Kunden-Analyseportal NewsRadar® integriert ist. Die entsprechenden Quellen werden von ausgebildeten Journalist*innen entlang eines Kriterienrasters auf Glaubwürdigkeit und Transparenz geprüft und nach einem Punktesystem von 0 bis 100 bewertet.

/cb

Veröffentlicht am: 29.10.2020

 

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