Market Decision Labs auf drei Kontinenten

Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. (NIM)

Konsumenten und Manager treffen manchmal Entscheidungen, die sie im Nachhinein bereuen. Stress durch Informations- oder Zeitmangel, Ablenkungen und Überforderungen sind häufig Teil des Problems und können zu Fehlentscheidungen führen. Das NIM will dem Thema wissenschaftlich auf den Grund gehen.

Wie werden ökonomische bzw. marktorientierte Entscheidungen getroffen und wie kann die Qualität von Entscheidungen verbessert werden? Dieser zentralen Frage hat sich ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam des NIM gestellt. Das Team nutze als zentrale Forschungswerkzeuge die neu etablierten "Market Decision Labs" des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen in Nürnberg, Pretoria und Peking, hieß es in einer Meldung. Durch die Kooperation mit Partnern in Südafrika und China werde außerdem die internationale und damit interkulturelle Dimension von Entscheidungen berücksichtigt. 

Wie treffen Menschen Entscheidungen?

"Die Market Decision Labs erlauben es uns, durch standardisierte Rahmenbedingungen genau zu beobachten, wie Menschen Entscheidungen treffen", sagt Dr. Matthias Unfried, Progammmanager für die Market Decision Labs: "Wenn wir diese Entscheidungsfindungen besser als bisher verstehen, können wir helfen, Fehler zu vermeiden, beziehungsweise Systeme zu entwickeln, die Menschen bei ihren Entscheidungen sinnvoll unterstützen." In naher Zukunft könnten solche 'Decision Support Systems', also Systeme, die auf künstlicher Intelligenz basieren, Personen in Entscheidungssituationen unterstützen: Diese könnten immer dann, wenn bestimmte Faktoren, und damit die Wahrscheinlichkeit für Fehlentscheidungen, erhöht sind, Alarm schlagen, zum Beispiel über eine Echtzeit-Mimikanalyse oder Biosignale, wie beispielsweise die Herzfrequenz. 

Entscheidungen unter Laborbedingungen

In den Laboren, die vom Layout her aus bewusst neutral gestalteten Räumen mit separierten Computerarbeitsplätzen bestehen, werden Versuchspersonen mit Entscheidungssituationen konfrontiert. Dabei werden die Entscheidung an sich, aber auch andere Faktoren, wie beispielsweise Reaktionszeiten oder Emotionen, registriert. Über Kamerabeobachtungen oder biometrische Sensoren können zusätzlich automatisierte Analysen durchgeführt werden. Sie geben Auskunft darüber, welche Rahmenbedingungen die Entscheidungsfindungen in welcher Weise beeinflussen.

Veränderungen von Gemütszuständen und kognitive Überforderung stehen hier im Fokus der Wissenschaftler: Sind die Probanden emotional erregt, verwirrt oder durch bestimmte Informationen beeinflusst, verändert sich entsprechend die Qualität von Entscheidungen. 

Veröffentlicht am: 12.07.2019

 

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