Markenstudie: Branchen verlieren an Vertrauen, Marken gewinnen

Berlin – Das Vertrauen der Deutschen in Branchen und Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich gesunken, im Durchschnitt um 6%. Nachdem das Vertrauen 2010 im Umfeld von positiven Nachrichten - starkes Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen - gegenüber Unternehmen und Branchen im Vergleich zu den Krisenjahren 2008/2009 wieder gestiegen war, ist aktuell deutlich ein schwindendes Vertrauen zu registrieren. Dies geht aus einer Studie von Musiol Munzinger Sasserath hervor, für die im Oktober 2011 1.000 Deutsche repräsentativ per Online-Erhebung befragt wurden.

Amazon genießt unter den 102 abgefragten Marken das höchste Vertrauen mit 77% (+10 Prozentpunkte), noch vor dem Markenklassiker Nivea (72%, +9 PP) und den Süßwarenmarken Milka (71%) und Haribo (68%). Am Ende der Vertrauensskala rangieren die Energieversorger E.ON (8%) und Vattenfall (10%) sowie Facebook(10%).

Nur wenige Marken mussten 2011 einen Vertrauensverlust hinnehmen, den größten Verlust verzeichnet ERGO. Während fast alle Marken, die auch in den vergangenen Jahren gemessen wurden, das Vertrauen im Vergleich zu 2010 ausbauen konnten, ist das Vertrauen in ERGO um 4 Prozentpunkte auf 12% gesunken. Hier schlagen sich die jüngeren Skandale und die damit verbundenen Negativschlagzeilen nieder.

Brauereien führen die Vertrauensliga mit 48% an (-5 Prozentpunkte), vor Tageszeitungen mit 44% (-10 PP), gefolgt von Computerherstellern mit 39% (-9 PP) und Lebensmitteldiscountern mit 38% (-8 PP). Am unteren Ende der Vertrauensskala kommen Telekommunikationsanbieter nur auf einen Vertrauenswert von 15% (-5 PP), Versicherungen auf 12% (-5 PP) und Mineralölgesellschaften auf magere 6% (-3 PP).

Die größten Einbußen beim Vertrauen mussten die Textilhändler hinnehmen (-13 PP), vor Fernsehsendern (-11PP) und Tageszeitungen (-10 PP). Während die Textilhändler unter Negativschlagzeilen rund um Ausbeutung und fragwürdige Produktionsbedingungen in Asien leiden, scheinen die Medien als Überbringer der (oft widersprüchlichen) Nachrichten (Energiepolitik, Stuttgart 21, Eurokrise etc). in Mitleidenschaft gezogen.

cl/Musiol Munzinger Sasserath

Veröffentlicht am: 12.12.2011

 

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