Leichte Erholung beim Wohlbefinden der Deutschen

Ipsos-Studie

Die Deutschen sind 2021 wohlhabender als im letzten Jahr. Dies spiegelt zumindest die subjektive Einschätzung der deutschen Bevölkerung im Rahmen des Wohlstandsbarometers für Deutschland von Ipsos wider. Aber wer ist dabei Gewinner und wer Verlierer?

Geschäftsleute, die den Daumen hoch zeigen (Bild: Jira - rawpixel) | marktforschung.de
Mehr als die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung ist zufrieden mit dem eigenen Wohlstand und schätzt diesen als hoch ein. (Bild: Jira – rawpixel)

Die aktuelle Frühjahrswelle des Nationalen Wohlstands-Index für Deutschland (NAWI-D) zeigt gegenüber der vorangegangenen Erhebung im Winter 2020 einen leichten Anstieg des subjektiv empfundenen Wohlstands der Bürger in Deutschland. Gut jeder zweite Befragte (53 Prozent) stuft seinen Wohlstand derzeit als hoch ein, etwa jeder siebte (14 Prozent) empfindet ihn als niedrig. Wohlstandverlierer 2020 sind vor allem die Jüngeren.

Hans-Peter Drews, verantwortlich bei Ipsos für den NAWI-D, äußert sich wie folgt zu den Ergebnissen:

Wir haben im Jahr 2020 von Quartal zu Quartal leicht rückläufige Werte bei den Wohlstandsfaktoren gemessen. Dieser Trend konnte in der Frühjahrswelle 2021 nicht bestätigt werden. Mit fast allen Einflussgrößen auf ihren eigenen Wohlstand sind die Deutschen zufriedener als in den letzten Monaten, allerdings liegen die Werte noch etwas unter denen der Vor-Corona-Zeit.

Der NAWI-D misst den persönlichen Wohlstand anhand einer Reihe an Kriterien, die die Bevölkerung selbst mit dem Begriff Wohlstand in Verbindung bringt. Zu diesen ökonomischen, gesellschaftlichen, individuellen und ökologischen Kriterien gehören beispielsweise Aspekte wie Einkommenssicherheit, soziale Kontakte, Gesundheit oder auch Toleranz in der Gesellschaft.

NAWI-D_Trend_Wohlsta_12. Maerz2021 (Bild: Ipsos) | marktforschung.de
NAWI-D zeigt leichte Erholung des Wohlstandsempfindens. (Bild: Ipsos)

Wohlstandsverlierer 2020 vor allem die junge Altersgruppe

Durch Corona wurden im Jahr 2020 die Bevölkerungsgruppen unterschiedlich hart getroffen. So konnte beispielsweise ein überproportional starker Rückgang des subjektiv empfunden Wohlstands bei den Jüngeren (14-24 Jahre) ermittelt werden. Ursachen hierfür waren vor allem die Kontaktbeschränkungen und die steigende Ungewissheit, wie es mit der eigenen Entwicklung weitergehen wird. Die leichte Wohlstandserholung Anfang 2021 ist dagegen in ähnlichem Ausmaß bei allen Bevölkerungsgruppen festzustellen.

Bedacht werden sollte aber auch, dass die Deutschen sich insgesamt recht gut mit der Corona-Pandemie arrangiert haben und diese wohl auch bei der Einstufung ihrer Zufriedenheit berücksichtigt haben. Die langfristige Entwicklung der NAWI-D Werte (Anteile der Bevölkerung, die sehr zufrieden mit ihrem eigenen Wohlstand sind) zeigt, dass es durch die Pandemie zu keinem dramatischen Rückgang des persönlichen Wohlstandes gekommen ist, wohl aber die positive Entwicklung in der Zeit vor Corona gestoppt wurde.

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Methodik

Erhebungsmethode Computer Assisted Personal Interviewing & Random route
Erhebungszeitraum jeweils in den Monaten März, Juni, September und Dezember 2021
Befragte Zielgruppe Deutschsprechende Bevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahren
Stichprobengröße n = 2.000
Länder Deutschland

/jj

Kommentare (1)

  1. Leser am 31.05.2021
    Überschrift ist irreführend - Wohlbefinden ist gleich Wohlstandsempfinden?

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