Lebensmittelhandel und Corona: Besuchshäufigkeit nimmt ab, Kundenbeziehung verbessert sich

Studie von Rogator & exeo strategic consulting

Die Studienreihe "OpinionTRAIN" zeigt, dass die Besuchshäufigkeit in Lebensmittelgeschäften abnimmt, aber dafür ein Anstieg in der Kundenbeziehung zu vernehmen ist. Besonders beliebt bei den Befragten ist REWE. Der Onlinekauf bekommt weiterhin Zuwächse.

Die deutschen Verbraucher gehen fast gleichermaßen gerne in Supermärkten und in Discountern einkaufen (Bild: Artem Beliaikin - Pexels)

In der Studie-Reihe "OpinionTRAIN" der Rogator AG in Kooperation mit der exeo strategic consulting AG wurden die Teilnehmer diesmal gefragt, wo sie einkaufen gehen. Das Ergebnis ist fast ausgeglichen: 81 Prozent gehen in Supermärkten, wie REWE oder Edeka einkaufen, während in etwa genauso viele (74 Prozent) in Discountern einkaufen. Ebenfalls oft genannt wurden Bäckerei-Fachgeschäfte (46 Prozent), Verbrauchermärkte (34 Prozent), wie Real oder Kaufland sowie Metzgerei-Fachgeschäfte (24 Prozent). Gerade mal 15 Prozent der Befragten kauften ihre Lebensmittel online. Während die Besuchshäufigkeit in allen Arten der Lebensmittelgeschäfte abnahm, stieg sie im Onlinekauf stark an.

Verbesserte Kundenbeziehung durch Corona

Auszug aus der OpinionTRAIN-Studie zum Einkaufsverhalten während Corona
Zu diesen Einkaufsstätten gingen die meisten Menschen im März und April 2020 (Quelle: Auszug aus der OpinionTRAIN-Studie)

Die beliebtesten Einkaufsstätten während der Pandemie waren Aldi (62 Prozent), REWE und Lidl (56 Prozent) und Edeka (55 Prozent). Gerade mal vier Prozent der deutschen geben an, dass sie durch die Krise bei Händlern gekauft haben, bei denen sie zuvor nicht waren. Um die wahrgenommene Kundenbeziehungsqualität zu messen, wurde anhand des Net Promoter Scores (NPS) durch eine 10er-Skala gemessen, wie stark die Weiterempfehlung ist (Anteil Promotoren, d.h. Werte 9 / 10 abzüglich Anteil an Detraktoren, d.h. Werte von 0 - 6). Dabei erreicht Lidl mit einem Wert von +21 die höchste Beliebtheit unter den vier am häufigsten genannten Lebensmittelgeschäften. Allerdings ist bei REWE die stärkste Veränderung zu vernehmen: Während die Werte in den Messungen aus 2017 und 2019 noch bei unter +10 lagen, stiegen sie aktuell auf +17 und liegen somit auf dem gleichen Platz wie Aldi.

OpinionTRAIN-Studie zum Einkaufsverhalten
Im März und April 2020 gingen die deutschen am liebsten in Supermärkten einkaufen, dicht gefolgt von Discountern (Quelle: Auszug aus der OpinionTRAIN-Studie)

Bei der Frage zur Veränderung der Kundenbeziehung während der Krise lässt sich für den gesamten Lebensmitteleinzelhandel eine Verbesserung feststellen. Besonders hervor sticht REWE, während Edeka nicht allzu gut abschneidet. Wesentlicher Faktor für die verbesserte Wahrnehmung der Kundenbeziehung sind die Mitarbeiter. Dieser Anstieg lässt sich auch in der Schweiz vernehmen, bei dem mehr als ein Fünftel angeben, dass sich die Kundenbeziehung verbessert hat.

Deutsche bleiben Preissensibel

Mehr als ein Viertel der deutschen Verbraucher stimmen der Aussage zu, dass die Ausgaben für Lebensmittel während der Krise gestiegen sind. Fast jeder Zweite (46 Prozent) empfindet eine starke Preissteigerung bei einzelnen Produkten. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz wird bei der Frage nach den wichtigsten Änderungen bezüglich des Einkaufsverhaltens während der Corona-Krise eine stärkere Preisorientierung genannt. In Österreich und Schweden hingegen ist der Aspekt "Orientierung an regionaler Herkunft" am ausschlaggebendsten.  Die Akzeptanz der Verbraucher für "Dynamic Pricing", also eine Preisbildung, bei der die Produktpreise an die Nachfrage angepasst wird, ist nicht sonderlich hoch.

cb

Methodik

Befragungsmethode Online-Befragung
Stichprobengröße n=2.500
Erhebungszeitraum März und April 2020
Land Deutschland, Schweiz, Österreich, Schweden
Veröffentlicht am: 29.06.2020

 

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