Kunden vertrauen Amazon eher als Google

Pricing Lab von Rogator

Google und Amazon haben in den letzten zehn Jahren eine marktbeherrschende Position aufgebaut. Während Google diese im Wesentlichen nutzt, um eine hohe Umsatzrentabilität zu erwirtschaften, setzt Amazon primär auf Umsatzwachstaum. Zu diesem Ergebnis kommt das Pricing Lab von Rogator.

Online-Shopping (Bild: Ivan Kruk - fotolia.com)
Online-Shopping (Bild: Ivan Kruk - fotolia.com)

 

Gefragt nach der Nutzung von Suchmaschinen im Internet nennen in Deutschland über 90 Prozent den Anbieter Google. Wiederum fast drei Viertel geben an, Google mehrmals am Tag zu nutzen. Etwa jeder siebte Befragte wäre bereit, für die Nutzung von Google sogar zu zahlen. Nicht minder intensiv ist die Kundenbeziehung zwischen den deutschen Verbrauchern und Amazon. Beim Net Promoter Score (NPS) erreicht Amazon einen besonders hohen Wert (plus 48), der in der Gruppe der Prime-Kunden noch einmal deutlich übertroffen wird (plus 77). So konnten Preissteigerungen von mehr als 40 Prozent für das Prime-Abo (in 2017) praktisch ohne nennenswerte Kundenverluste umgesetzt werden.

Amazon setzt mit Prime auf Umsatzwachstum

Amazon verbuchte in 2017 ca. 60 Prozent höhere Umsätze als der Google-Mutterkonzern Alphabet (178 Mrd US-$ vs. 111 Mrd US-$), das Ergebnis nach Steuern betrug mit ca. drei Mrd. US-$ aber nur ein Viertel von Alphabet. Aktuell intensiviert Amazon seine Expansion in digitale Werbemärkte, bislang eher auf die USA konzentriert. Dem deutschen Markt als wichtigster Auslandsmarkt könnte ein ähnlicher Schritt auch bevorstehen, zumal das Unternehmen über extrem genaue Kundendaten verfügt. Mit Amazon Prime verstärkt der Internethändler seine Position im Bereich Kaufentscheidungen und Medienkonsum der Haushalte. So ist Amazon Prime Video auch in Deutschland ein großer Spieler im Streaming-Markt. Jüngst erst hat Amazon hierzulande ein Live-Bundesliga-Radio gestartet und sein Prime Video-Angebot um Kanäle von Drittanbietern ergänzt.

Verbrauchervertrauen als Schlüssel zu Werbeumsätzen

Bei den Präferenzen der Verbraucher hat Google gegenüber Amazon erkennbare Nachteile. 53 Prozent der Befragten geben an, dass sie zunächst bei Amazon schauen, wenn sie Produkte zu kaufen beabsichtigen (bei Prime-Kunden sogar 63 Prozent). Nur bei ca. einem Fünftel der Verbraucher liegt Google vorne. Selbst bei Verbrauchern, die intensiv Google als Suchmaschine nutzen, besteht eine Präferenz bei der Produktsuche für Amazon. Mit dem Prime-Dienst verfügt Amazon zudem über ein wirkungsvolles Instrument, die Kunden an den Anbieter zu binden. Kundenbindung bedeutet in diesem Fall nicht nur eine bessere Position im Mindset des Konsumenten, sondern auch bessere Kundeninformationen – insbesondere zum tatsächlichen Kaufverhalten. Diese sind für das Werbegeschäft essenziell.

Amazon mit Vorteilen in der Kundenbeziehung 

Was die Bereitschaft der Verbraucher betrifft, persönliche Daten zur Verfügung zu stellen, bestehen erkennbare Unterschiede: Nur jeder zehnte Verbraucher vertraut Google persönliche Daten eher an als Amazon. Fast jeder zweite Kunde mit Amazon Prime vertraut diesbezüglich eindeutig Amazon. Ein verschärfter Datenschutz zugunsten der Verbraucher wird Amazon daher eher nützen.

Zur Studie: Das Pricing Lab 2017 ist eine Studie zur Ermittlung und Bewertung von Trends im Preismanagement. Sie wird jährlich mehrmals in Kooperation von exeo Strategic Consulting und Rogator durchgeführt. Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von ca. 1.000 Personen ab 18 Jahren.

Veröffentlicht am: 21.02.2018

 

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