Kunden reagieren höchst unterschiedlich auf Digitalisierung der Versicherungen

HEUTE UND MORGEN

Der Kunde mit all seinen verschiedenen Präferenzen stellt die Versicherungsbranche im Zuge der Digitalisierung vor große Herausforderungen. Statt der einen großen Strategie sind laut einer Studie von HEUTE UND MORGEN differenzierte Lösungsansätze vonnöten.

Mann am Laptop (Bild: Thinkstock)
Viele Kunden sehen die Digitalisierung ihrer Versicherungsangelegenheiten kritisch. (Bild: Thinkstock)

Die immer weiter zunehmende Digitalisierung der Versicherungswirtschaft hat nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Kunden so manchen Prüfstein auf Lager. So kann man Versicherungskunden keinesfalls über einen Kamm scheren, sondern muss sie an unterschiedlichen Stellen abholen, um sie an die neuen digitalen Angebote und Produkte heranzuführen. In einer Umfrage von HEUTE UND MORGEN gaben beispielsweise 55 Prozent der Befragten an, der Digitalisierung ihrer Versicherungsangelegenheiten skeptisch oder desinteressiert gegenüberzustehen oder von den Entwicklungen sogar überfordert zu sein.

Onlineaffine Kunden sind vor allem bei Direktversicherern zu finden

Onlineaffine Kundentypen, die 45 Prozent der Gesamtheit stellen, sind bei traditionellen Serviceversicherern hingegen seltener zu finden. Stattdessen prägen sie vor allem den Kundenbestand der Direktversicherer, die allerdings mit dem Problem zu kämpfen haben, dass diese "Digitalisierungstypen" signifikant weniger Versicherungen abschließen als andere Gruppen. Bei der Wahl der richtigen Strategie ist demnach für jedes Unternehmen eine genaue Analyse der eigenen Kundschaft von zentraler Bedeutung. "Für den einzelnen Versicherer ist es bei der Entwicklung und Integration passender Strategien wichtig zu wissen, wie sich die verschiedenen 'Digitalisierungstypen' im eigenen Kundenbestand und in zukunftsrelevanten Zielgruppen verteilen und entwickeln", erklärt Axel Stempel, Geschäftsführer von HEUTE UND MORGEN.

Differenzierte Strategien sind notwendig

Differenzierte und vernetzte Strategien bieten nach Ansicht des Marktforschungsinstituts daher die besten Aussichten auf Erfolg: So sollten einerseits die Ansprüche der onlineaffinen Kunden bestmöglich erfüllt und andererseits die digitalen Möglichkeiten den bislang weniger interessierten Kunden behutsam vermittelt werden. Positiv wirkt sich auf derartige Strategien aus, dass eine große Mehrheit der Versicherungskunden (85 Prozent) ihre Versicherungsangelegenheiten außerhalb der normalen Geschäftszeiten erledigt – entweder während der Woche abends (41 Prozent) oder am Wochenende (44 Prozent).

Das Potenzial für digitale Angebote ist somit gegeben: Zumal schon jetzt viele Versicherungskunden (etwa 40 Prozent) angeben, ihre Versicherungsanliegen zukünftig gerne online tätigen zu wollen. Allerdings bevorzugt mit 35 Prozent eine annähernd große Gruppe weiterhin den analogen Weg. Rund 26 Prozent stehen der Thematik noch unentschlossen oder ambivalent gegenüber.

Zur Studie:
Für die Studie "Digitalisierung in der Assekuranz" wurden im April 2016 1.076 Entscheider in privaten Finanz- und Versicherungsfragen zwischen 18 und 69 Jahren online befragt.

tt

Veröffentlicht am: 24.05.2016

 

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