Krisentypen der Pandemie: "Que seras" oder doch "verzweifelte Träumer"?

Studie von Kantar

Wenn es um den Umgang mit der Corona-Pandemie geht, gibt es sechs verschiedene Typen, die jeweils unterschiedlich mit der Krise umgehen. Der richtige Umgang mit den jeweiligen Typen ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Gehören Sie eher zu den "Winterschläfern" oder den "Sorgenkindern"?

Wenn Unternehmen die unterschiedlichen Krisentypen berücksichtigen, können sie einen entscheidenden Beitrag zum Aufschwung leisten (Bild: Ana Shvets - Pexels)

Die Angst der Verbraucher bremst die wirtschaftliche Erholung, da sie hinsichtlich der Pandemie und um ihre Gesundheit besorgt sind. Die Zurückhaltung bezüglich gewohnter Verhaltensweisen wirkt sich nach wie vor auf die Wirtschaft aus und verhindert eine zeitnahe Erholung. Wenn Unternehmen die unterschiedlichen Krisentypen bei ihrer Kommunikation berücksichtigen, dann kann das einen enormen Beitrag zum Aufschwung leisten.

Die Sorge lässt nicht nach

Die sechste Welle des COVID-19-Barometers von Kantar zeigt, dass sieben von zehn Befragten sich nach wie vor Sorgen über die Pandemie machen. Gerade mal ein Viertel der Verbraucher weltweit geben an, dass sie zu ihren gewohnten Konsumverhalten zurückkehren, sobald die staatlichen Beschränkungen aufgehoben werden. Für fast jede zweite befragte Person ist ein Grund für diese Zurückhaltung die Sorge um die eigene Sicherheit, aber auch die der Angehörigen.

Kommunikation auf Krisentypen ausrichten

Die sechs Krisentypen der Pandemie (Quelle: Kantar)

Der Schlüssel für Unternehmen liegt dabei in der zielgenauen Konsumenten-Ansprache. Aus der Befragung, an der mehr als 100.000 Verbraucher weltweit teilnehmen, lassen sich insgesamt sechs klar abgrenzbare Krisentypen ableiten:

Die Vogelstrauße (12 Prozent der Verbraucher) verdrängen die Krise trotz der Beeinträchtigungen: "Ich verstehe einfach nicht, was die Aufregung soll. Und es interessiert mich auch nicht wirklich."

Die Que Seras (22 Prozent) nehmen die Krise wahr, empfinden sie aber nicht als dramatisch: "Was auch immer sein wird, wird sein...Ich denke, all die Regeln sind ein bisschen übertrieben."

Die Winterschläfer (12 Prozent) spüren die Krise und versuchen sie abwartend durchzustehen: "Ich akzeptiere die Situation und benötige keine ständige Aktualisierung der Informationen."

Die guten Bürger (22 Prozent) nehmen die Krise ernst und handeln umsichtig und planvoll: "Ich möchte informiert werden und denke, wir sollten uns alle an die Regeln halten."

Die verzweifelten Träumer (18 Prozent) sind trotz hohen Leidensdrucks zuversichtlich: "Ich mache mir wirklich Sorgen um meine gesundheitliche und finanzielle Situation, glaube aber, dass sich die Lage bessern wird."

Die Sorgenkinder (13 Prozent) sind hart getroffen und haben wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung: "Das ist wirklich beängstigend für mich, ich wünschte, die Regierung würde mehr tun."

cb

Methodik

Befragungsmethode Interviews
Befragte Zielgruppe Bevölkerungsgruppen im Alter von 18-65 Jahren
Stichprobengröße n=9500
Erhebungsländer Australien, Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indonesien, Italien, Kenia, den Niederlanden, Nigeria, den Philippinen, Polen, Südafrika, Spanien, Thailand, Großbritannien, den USA und Vietnam
Befragungszeitraum 19. bis 23. Juni 2020
Veröffentlicht am: 24.07.2020

 

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