Konsortium kauft Nielsen für 16 Milliarden Dollar

Übernahme

Der auf Medienforschung spezialisierte Marktforschungs-Gigant Nielsen wird für 16 Milliarden US-Dollar von einem Konsortium zweier Finanzinvestoren übernommen. Noch in der vergangenen Woche hatte der Verwaltungsrat ein Übernahmeangebot abgelehnt, da es nicht dem tatsächlichen Unternehmenswert entspräche.

Aktienkurs Nielsen 29.03.2022

Der Verlauf der Nielsen-Aktie seit Jahresbeginn bis zum Tag, an dem die Transaktion verkündet wurde. Zum Vergrößern anklicken. (Quelle: Website der Nielsen-Holding)

Der Hedgefonds Elliott und der Vermögensverwalter Brookfield übernehmen gemeinsam den britisch-amerikanischen Medienforschungsspezialisten Nielsen für insgesamt 16 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag beinhaltet auch die Übernahme bestehender Verbindlichkeiten. Einer entsprechenden Einigung habe der Verwaltungsrat einstimmig zugestimmt, verkündete Nielsen am 29. März 2022.

Das Konsortium wird pro Aktie 28 US-Dollar bezahlen, was einen Aufschlag von 60 Prozent auf den Nielsen-Aktienkurs am 11. März 2022 bedeutet, dem letzten Handelstag, bevor Spekulationen über eine mögliche Übernahme öffentlich wurden. Am Tag der Bekanntmachung der Transaktion lag der Wert bei 26,72 US-Dollar (siehe Chart). Die Finanzierung soll über Eigen- und Fremdkapital erfolgen, wobei das Konsortium eine Eigenkapitalzusage von 5,7 Milliarden US-Dollar tätigte.

Die Vereinbarung beinhaltet eine Go-Shop-Phase

Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Nielsen-Aktionäre, behördlicher Genehmigungen, der Konsultation mit dem Betriebsrat und anderer üblicher Abschlussbedingungen, so Nielsen. Zudem sieht die Transaktionsvereinbarung eine sogenannte "Go-shop"-Phase vor, in der Nielsen - mit Unterstützung seiner Finanzberater J.P. Morgan und Allen & Company - aktiv um alternative Übernahmeangebote werben und in Verhandlungen mit möglichen Bietern treten darf. Diese "Go-shop"-Periode läuft 45 Tage nach dem Abschluss der Transaktionsvereinbarung ab.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Verwaltungsrat ein Angebot abgelehnt, das den Unternehmenswert auf 9,3 Milliarden US-Dollar taxierte, wie auch markforschung.de berichtete. Mit der jetzt erfolgten Einigung ist laut Nielsen auch die damalige Ankündigung obsolet, Aktienrückkäufe im Wert von 1 Milliarde US-Dollar vornehmen zu wollen. Verwaltungsratsmitglied James A. Attwood kommentiert den Abschluss der Verhandlungen folgendermaßen:

"Nach einer gründlichen Bewertung ist der Verwaltungsrat zu dem Schluss gekommen, dass diese Transaktion ein attraktives Ergebnis für unsere Aktionäre darstellt, da sie eine Barabfindung mit einem erheblichen Aufschlag bietet und gleichzeitig das Bekenntnis von Nielsen zu unseren Kunden, Mitarbeitern und Stakeholdern unterstützt." 

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