Klima: Fernreisen, Auto, Fleisch - auf was würden die Jüngeren verzichten?

Studie von INTEGRAL

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat einiges in Gang gesetzt, das ist Tatsache. Und die Bewegung flacht auch nicht ab, ganz im Gegenteil: Mitten in den Sommerferien 2019 treffen sich über 1.000 Aktivisten in Dortmund auf einem FFF-Kongress. Aber wie denken die Jugendlichen individuell über Klimathemen nach? Und wie denkt die breite Bevölkerung? INTEGRAL hat es untersucht.

Fridays for Future (Bild: Gerd Altmann -  Pixabay.com)
Fridays for Future (Bild: Gerd Altmann -  Pixabay.com)

Drei Viertel der Jungen, so ein Ergebnis der INTEGRAL-Studie, sagen: "Der Klimawandel macht mir große Angst": 6 von 10 Befragten stimmen dieser Aussage sehr oder eher zu. Frauen sorgen sich noch etwas stärker als Männer. Bei der jungen Generation im Alter von 14 bis 24 Jahren sind sogar 74  Prozent besorgt. Umgekehrt findet mehr als jeder Vierte in der Gesamtbevölkerung, aber nur 18  Prozent der Jungen, dass der Klimawandel überbewertet wird.

Fast die Hälfte würde auf Fernreisen verzichten, nur 6 % auf Fleisch

Die Bereitschaft, dem Klima zuliebe auf Annehmlichkeiten zu verzichten, fällt sehr unterschiedlich aus. 64 Prozent erklären mit großer Selbstverständlichkeit, vom Kauf des neuesten Smartphones zugunsten des Klimas abzusehen - jedoch nur jeder Zweite (47 Prozent) in der jungen Generation. Im Bereich der Mobilität ist eine mittlere Verzichtsbereitschaft zu beobachten. 44 Prozent achten (fast) immer darauf, kurze Strecken öffentlich oder mit dem Rad zurückzulegen. Ebenso viele (43 Prozent) sind bereit, weniger Fernreisen zu unternehmen. In der jungen Generation ist diese Bereitschaft mit 28 Prozent deutlich schwächer ausgeprägt. Weiters würde nur rund jeder Vierte (23 Prozent) auf ein eigenes Auto verzichten. Hier zeigen die Jungen eine höhere Verzichtsbereitschaft (34 Prozent).

Im Konsumbereich ist die Bereitschaft, einen Beitrag für das Klima zu leisten, ebenfalls gemischt. Beim Einkaufen auf regionale Produkte zu achten, fällt 44 Prozent der Befragten leicht - nicht zuletzt, da das Thema Regionalität derzeit voll im Trend liegt. Auf Fast Food, Lieferessen und Coffee to Go könnten noch 39 Prozent verzichten. Billiger Kleidung abzuschwören, kann sich jedoch mit 16 Prozent nur eine Minderheit vorstellen. Und zur Fleisch-Askese sind gar nur sechs Prozent bereit.

Ältere verzichten auf Konsum eher als Junge

Interessant ist im Konsumbereich der Blick auf die junge Generation: Er zeigt in den meisten Fällen eine geringere Verzichtsbereitschaft als im Bevölkerungsdurchschnitt. Dem Vegetarismus sind Junge aber deutlich stärker aufgeschlossen als der Schnitt.

Jeder Zehnte war schon bei Fridays for Future

Die ausgeprägte Angst vor dem Klimawandel und die Wut über die Klimaschutzversäumnisse der älteren Generation sind zweifelsohne zentrale Treiber für den Erfolg von Fridays for Future. Nur ein Viertel der Jugendlichen hat bislang noch nichts von dieser Klimaschutzbewegung gehört. In Österreich ist die Bewegung dennoch eher zurückhaltend: 12 Prozent haben selbst bereits teilgenommen. Ein Vergleich mit unseren deutschen Nachbarn zeigt, dass mit 24 Prozent der 14-24-Jährigen doppelt so viele Junge sich für das Klima aktiv engagieren.

Ein gutes Drittel aller Befragten und 45  Prozent der Jungen sind optimistisch, dass die Fridays-for-Future-Bewegung etwas verändert. Die Optimisten finden sich vor allem in der städtischen, gebildeten Bevölkerung. 

Zur Studie: Im Rahmen einer Online-Befragung wurden im Juli 2019 657 Personen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren befragt. Die Junge Generation (14-24 Jahre) wurde auf n=207 Befragte aufgestockt und repräsentativ gewichtet. 

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