Kleines Wachstum für Marktforschung bei WPP

Quartalszahlen

Bei der Vorstellung der Quartalszahlen für das Mischunternehmen WPP stand alles im Zeichen der großen Herausforderung für den Medienbereich – für die Marktforschungstochter Kantar geht derweil die Partnersuche weiter.

Mark Read, WPP
Mark Read

Ein leichtes Umsatzwachstum konnte WPP verzeichnen: Um 0,9 Prozent auf nun 3,588 Milliarden britische Pfund legte das Unternehmen im ersten Quartal 2019 zu (Vorjahresquartal: 3,555 Milliarden britische Pfund). Allerdings kommt bei der Betrachtung der Zahlen unter der Bedingung konstanter Wechselkurse nur ein Minus von 0,6 Prozent heraus.

Nicht unerwartet: "Das Ergebnis des ersten Quartals reflektiert deutlich den signifikanten Verlust an Kunden im Jahr 2018, besonders in den USA", kommentierte Mark Read, CEO von WPP. Ein herausforderndes Jahr also, was sich ja auch schon in den Jahreszahlen für 2018 deutlich spiegelte.

Der Hintergrund: Nach dem holperigen Weggang des langjährigen WPP-Chefs Martin Sorrell und dessen offensichtlichen Ambitionen, seinem Ex-Unternehmen gehörig Konkurrenz zu machen, erlebte WPP eine äußerst turbulente Zeit, die auch eine Zeitenwende zur Marktforschungstochter Kantar einläutete.

Kantar-Verkaufsgespräche entwickeln sich

In der etwas ausführlicheren PDF-Version der Pressemitteilung spielt dann später auch Kantar eine Rolle: Der angestoßene Verkaufsprozess entwickle sich positiv. Man sei erfreut über das große Interesse von hochqualitativen Partnern. Das weltweit zweitgrößte Marktforschungsunternehmen dürfte so also bald neue Eigentümer finden.

Der Geschäftsbereich Data Investment Management, zu dem Kantar gehört und der immerhin 16,7 Prozent des Gesamtunternehmens ausmacht, verzeichnet mit 598 Millionen britischen Pfund im ersten Quartal 2019 nur ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent (Vorjahresquartal: 596 Millionen britische Pfund), auf Basis von konstanten Wechselkursen waren es sogar nur 0,2 Prozent.  Es habe hier teilweise starke Zuwächse im asiatisch-pazifischen Raum, in Lateinamerika und im Mittleren Osten gegeben, bei insgesamt kleinem Wachstum, so das Unternehmen.

WPP weiterhin unter Druck

Dass WPP weiterhin ganz erheblich unter Druck steht, verdeutlicht die Entwicklung in den weiteren Geschäftsbereichen: "Advertising and Media Investment Management" mit einem Nullwachstum und 1,646 Milliarden britischen Pfund Umsatz, aber bei Betrachtung unter der Annahme konstanter Währungen ein Minus von 1,3 Prozent. "Brand Consulting, Health & Wellness and Specialist Communications" schrumpfte auf Basis konstanter Währungen um 0,7 Prozent, legte aber im Umsatz um 1,6 Prozent auf nun 1,055 Milliarden britischen Pfund (Vorjahresquartal: 1,0397 Milliarden britische Pfund) zu. Zufrieden sein kann das Unternehmen derzeit allenfalls mit dem Bereich "Public Relations and Public Affairs", der auch auf Basis konstanter Währungen um 1,6 Prozent wuchs und nun 289 Millionen britische Pfund (Vorjahresquartal: 275 Millionen britische Pfund, + 4,7 Prozent) umsetzt.

Regionale Zahlen fürs erste Quartal: Deutschland wächst nur leicht

Wie nicht anders erwartet, leidet vor allem Amerika: Um 0,8 Prozent sank hier der Gesamtumsatz auf nun 1,242 Milliarden britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 1,252 Milliarden britische Pfund) – und der Blick auf die Entwicklung in Anbetracht konstanter Wechselkurse vergrößert hier das Grauen noch deutlich: minus 7,0 Prozent. Auch Großbritannien lässt mit einem Rückgang von 0,8 Prozent auf nun 528 Millionen britische Pfund (Vorjahresquartal 532 Millionen britische Pfund) Federn.

Western Continental Europe kann hingegen deutlich steigen um 0,7 Prozent (konstante Währungen: + 2,7 Prozent) auf nun 765 Millionen britische Pfund (Vorjahresquartal: 760 Millionen britische Pfund). Allerdings: Deutschland, als der wichtigste Teilmarkt der Gruppe in dieser Region, wuchs nur leicht. Präziser wurde das in der Pressemitteilung nicht ausgeführt.

Echter Wachstumstreiber bleibt der Rest der Welt, konkret: Asia Pacific, Latin America, Africa & the Middle East and Central & Eastern Europe. Hier wurde der Umsatz um 4,1 Prozent (konstante Währungen: 5,4 Prozent) auf 1,053 Milliarden britische Pfund (Vorjahresquartal: 1,011 Milliarden britische Pfund) erhöht.

Aktienkurs bleibt tief – erholt sich aber leicht

Die Gesamtperformance des Aktienkurses auf das Jahr betrachtet kann – natürlich – nicht überzeugen. Das Minus beträgt hier etwa 16 Prozent, bei einem sehr deutlichen Einbruch ab Oktober 2018.

Derzeit befindet sich der Kurs wieder leicht im Aufwind. Während er vor der Bekanntgabe der Zahlen noch bei 9,14 britischen Pfund lag, stieg er am Folgetag (Freitag) bis 10:50 Uhr auf 9,22 britischen Pfund und somit um 0,81 Prozent - bis zum Ende des Börsentages steigerte sich das noch deutlicher um 4,53 Prozent auf dann 9,47 britischen Pfund. Das Unternehmen ist an der Londoner Börse gelistet.

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