Klare Mehrheit für Bildungsreform

Bitkom-Studie

Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine tiefgreifende Reform des deutschen Bildungswesens aus. 58 Prozent der Bundesbürger halten den Föderalismus in der Bildung für nicht mehr zeitgemäß und wünschen sich, dass der Bund dafür künftig allein verantwortlich ist, so das Ergebnis einer aktuellen Bitkom-Studie.

Gelebte Digitalisierung (Bild: contrastwerkstatt - fotolia)

Gelebte Digitalisierung (Bild: contrastwerkstatt - fotolia)

Am Status quo möchte dagegen nur jeder Sechste festhalten: 16 Prozent wollen, laut Bitkom Research, dass für Bildung weiterhin allein die Bundesländer verantwortlich sein sollen. Dass Bildung zu einer Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern wird, befürworten 22 Prozent. 

Digitalpakt: Geld soll schneller in Schulen ankommen

Der Digitalpakt Schule, bei dem der Bund für die kommenden Jahre fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen in Aussicht gestellt hat, sollte nach Ansicht der Mehrheit der Deutschen ohne weitere Verzögerung umgesetzt werden. Zwei von drei Bundesbürgern (67 Prozent) sind der Ansicht, das Milliardenpaket müsse so schnell wie möglich bei den Schulen ankommen.

Schulen: Nachholbedarf bei Digitalisierung

Schon heute sehen die allermeisten einen großen Nachholbedarf. 86 Prozent sagen, dass Deutschlands Schulen bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich hinterherhinken. Entsprechend groß ist der Wunsch nach Reformen. Nahezu alle Befragten (96 Prozent) meinen, Lehrer sollten verpflichtet werden, sich zu digitalen Themen und Methoden regelmäßig fortzubilden. Knapp neun von zehn (87 Prozent) sind der Ansicht, dass die Digitalisierung ein wichtiger Bestandteil in den Lehrplänen werden sollte. Und drei Viertel (75 Prozent) sagen, die technische Ausstattung der Schulen müsse verbessert werden. Die Waage halten sich die Deutschen, wenn es um die Frage geht, ob zuerst Schulgebäude saniert werden sollten, bevor in die Digitalisierung investiert wird. 48 Prozent sagen ja - und 50 Prozent nein.

Zur Studie: Bitkom Research befragte 1.007 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch. Die Fragestellungen lauteten: "Wer sollte Ihrer Meinung nach für Bildungspolitik zuständig sein, also zum Beispiel für die Schulformen, das Fächerangebot, die Gestaltung von Lehrplänen und die Finanzierung von Lehrmitteln?" und "Der Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung der Schulen zu fördern und dafür ein Paket in Höhe von fünf Milliarden Euro für die kommenden Jahre angekündigt, den so genannten Digitalpakt Schule. Bitte sagen Sie mir inwieweit sie folgenden Aussagen zum Thema Bildungspolitik zustimmen beziehungsweise nicht zustimmen."

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