KI im Finanzbereich: Noch nicht so richtig im Alltag angekommen

Studie von ibi Research

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein großer Trend, wie auch das aktuelle Dossier bei marktforschung.de zeigt. Aber wie stark setzt sich KI in den einzelnen Branchen durch? ibi Research hat einen Blick auf die Finanzdienstleistungen geworfen, hier einige Ergebnisse der Studie.

Oft reicht die KI im Taschenrechner noch aus (Bild: mohamed Hassan  - Pixabay.com)
Oft reicht die KI im Taschenrechner noch aus (Bild: mohamed Hassan  - Pixabay.com)

Ein Resümee der Untersuchung: KI gewinnt an Relevanz, aber im Arbeitsalltag spielt sie noch keine herausragende Rolle. 85 Prozent der von ibi Research befragten Experten schreiben der KI zunächst einmal allgemein eine sehr wichtige oder eher wichtige Bedeutung für ihr Unternehmen zu. Allerdings befasst sich derzeit nur die Hälfte der Befragten bereits regelmäßig intensiver mit der Thematik. So geben in Bezug auf die Häufigkeit von KI im Arbeitsalltag 51 Prozent der Befragten an, wöchentlich mit KI zu tun zu haben. Rund 33 Prozent beschäftigen sich monatlich, 10 Prozent nur jährlich und zwei Prozent nie mit KI-spezifischen Themenstellungen.

Vertrieb baut auf KI

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass KI vor allem bei Prüfprozessen und in der Vertriebsunterstützung eingesetzt wird. Die Thematik KI ist in den Banken demnach angekommen, allerdings variiert die Intensität stark in Abhängigkeit zum betrachteten Anwendungsfall. Einige Anwendungsfälle werden bereits heute konkret mit KI-unterstützt, viele befinden sich als Projekt allerdings erst in Entwicklung und Planung. Die Experten sehen einen KI-Einsatz vor allem bei der automatisierten Risikobeurteilung für Konsumentenkredite und in der Betrugserkennung voraus. Hier geben fast ein Drittel der befragten Fachleute an, dass in diesem Einsatzfeld die KI den Menschen vollständig ersetzen wird, bei der automatisierten Risikoprüfung rechnen sogar 44 Prozent mit dieser Entwicklung. In der Vertriebsunterstützung wird KI ebenfalls an Bedeutung gewinnen, so z. B. bei der Kategorisierung von Kunden-E-Mails. Auch das Einsatzfeld der Sprachdialogsysteme erfährt durch KI einen erheblichen Wandel: prognostiziert wird, dass entsprechende Systeme den Menschen vollständig (35 Prozent) oder zu großen Teilen (48 Prozent) ersetzen werden.

Zur Studie: Ziel der Untersuchung war, heutige und zukünftige Einsatzgebiete der Künstlichen Intelligenz in der Finanzdienstleistungsbranche zu identifizieren. Im ersten Schritt wurde dafür ein Prozessmodell ausgewählt, in das anschließend die zu analysierenden Anwendungsfälle verortet wurden. Hierfür wurden in einer breit angelegten Literaturrecherche 33 typische Anwendungsfälle mit KI-Unterstützung identifiziert. Zur Validierung der Erkenntnisse und zur Einschätzung von Status quo und zukünftiger Entwicklung hinsichtlich des Einsatzes von KI in Banken und Sparkassen wurde auf dieser Basis die beschriebene Expertenbefragung durchgeführt. 

Veröffentlicht am: 19.07.2019

 

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