Karriere-Ambitionen sinken

EY Studie

Die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber wächst, jedoch ist der Karrierewunsch deutlich schwächer ausgeprägt als in den vergangenen Jahren. Das sind Ergebnisse einer aktuellen EY-Studie.

Acht von zehn Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden, die Karriereambitionen lassen jedoch nach. (Bild: Rawpixel - fotolia.com)

Acht von zehn Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden, die Karriereambitionen lassen jedoch nach. (Bild: Rawpixel - fotolia.com)


82 Prozent der befragten Arbeitnehmer fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden, 34 Prozent würden sogar sagen, dass sie sich sehr verbunden fühlen. Die Loyalität ist gestiegen; vor zwei Jahren lag sie bei 77 Prozent. Besonders bei den älteren Mitarbeitern ist die Verbundenheit groß. Bei den über 60-Jährigen geben 38 Prozent an, sich sehr verbunden zu fühlen. Bei Arbeitnehmern unter 21 Jahre sind es nur 17 Prozent. Nach einer neuen Stelle suchen bei den Jüngeren 11 Prozent, bei den Arbeitnehmern über 60 sind es nur 2 Prozent.

Arbeitsplatzsicherheit: Jeder Zweite hält seinen Job für sicher

Im Vergleich zur Befragung vor zwei Jahren haben mehr Arbeitnehmer über alle Altersklassen hinweg das Gefühl, dass ihr Arbeitsplatz sehr sicher ist. 2017 sind es 53 Prozent, vor zwei Jahren waren es 42 Prozent. Besonders hoch ist die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit bei den älteren Arbeitnehmern; 62 Prozent sagen, dass ihr Job sicher ist. Besorgt wegen eines möglichen Verlusts des Arbeitsplatzes sind 13 Prozent aller Befragten.

Aufstiegschancen geringer, Karrierewünsche gehen zurück

Die Möglichkeiten für Arbeitnehmer im Unternehmen aufzusteigen, scheinen geringer zu werden. 40 Prozent der Befragten gab an, dass sie für sich im eigenen Unternehmen Karrierechancen sehen. Dies bedeutet einen Rückgang um 7 Prozent im Vergleich zur Befragung vor zwei Jahren. Vor allem bei den weiblichen Befragten scheinen die Chancen auf Karriere dünn. Nur 37 Prozent von ihnen sehen Möglichkeiten, bei den männlichen Befragte sind es 44 Prozent.

Insgesamt wollen aber auch weniger Arbeitnehmer Karriere machen. 2015 wünschten sich noch 58 Prozent der Männer mehr Chancen diesbezüglich. In der aktuellen Befragung sind es nur noch 38 Prozent. Bei den weiblichen Befragten sank der Anteil derjenigen, die sich mehr Chancen wünschen, von 49 Prozent im Jahr 2015 auf 31 Prozent in der aktuellen Befragung. Insgesamt, so die Studienautoren, habe das Thema Work-Life-Balance einen viel höheren Stellenwert als Karriereambitionen. Unternehmen, die anspruchsvolle Positionen besetzen wollen, müssen daher entsprechend darauf achten, ihren Führungskräften ausreichend Angebote zur Entlastung zu offerieren. Für Frauen, die Karriere und Familie realisieren wollen, könnte ein entsprechendes Vergütungs- und Anreizsystem motivieren.

Starke Arbeitsplatzsicherheit in Gesundheitsbranche und Bauwirtschaft

Die Bauindustrie boomt, in der Gesundheitsbranche wird dringend nach Fachkräften gesucht. Daher ist - nach Branchen betrachtet - derzeit die empfundene Arbeitsplatzsicherheit besonders hoch bei Beschäftigten dieser Branchen (Gesundheitsbranche 63 Prozent, Bauwirtschaft 61 Prozent). Niedrig ist das Gefühl der Arbeitsplatzsicherheit bei Arbeitnehmern in der Land- und Forstwirtschaft (34 Prozent).

Ein deutlicher Anstieg ist nach Angaben der Studienautoren in der Telekommunikations- und IT-Branche festzustellen. Die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit lag 2015 bei nur 26 Prozent, aktuell sind es 53 Prozent. Treiber ist die Digitalisierung, die der Branche gute Zukunftsaussichten beschert. Die hohe Dynamik sorgt für zahlreiche Karriereoptionen, das verringert die Loyalität der Arbeitnehmer und sorgt für häufigere Wechsel. Entsprechend hoch ist in der Telekommunikations- und IT-Branche der Anteil derjenigen, die sich vorstellen können, das Unternehmen zu wechseln (16 Prozent).

Für die “EY Jobstudie 2017 - Karriere und Wechselbereitschaft“ wurden 1.400 Arbeitnehmer in Deutschland befragt.

io

Veröffentlicht am: 07.08.2017

 

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